Berlin & BrandenburgFriedhofsverwaltung entsetzt: Zäune gezielt aufgeschnitten

Auf dem Stahnsdorfer Friedhof werden Zäune beschädigt und Lockstoffe für Wildschweine ausgelegt. Die Verwaltung warnt: Verwüstungen könnten bald auch frisch gestaltete Gräber treffen.
Stahnsdorf (dpa/bb) - Am Stahnsdorfer Südwestkirchhof haben Unbekannte den Zaun beschädigt und Lockmittel für Wildschweine ausgelegt. Das teilte die Friedhofsverwaltung mit. "Die Zäune wurden nicht etwa durch Tiere beschädigt, sondern von Menschen vorsätzlich aufgeschnitten", sagte ein Sprecher des Friedhofs. "Auf dem Friedhofsgelände wurden an mehreren Baumstämmen gezielt Lockstoffe für Wildschweine angebracht, um die Tiere systematisch auf das Areal zu ziehen."
Vor kurzem waren erste Spuren und schwere Wühlfelder auf dem bekannten Friedhof aufgetaucht. Nun entdeckten Mitarbeiter des Südwestkirchhofs an 18 verschiedenen Stellen, an denen die über 4.000 Meter lange Einfriedung des historischen Friedhofsgeländes aufgeschnitten wurde. Täglich verzeichneten die Mitarbeiter nun neue, großflächige Verwüstungen auf den historischen Park- und Landschaftsflächen.
Es sei "nur eine Frage der Zeit, bis die Tiere frisch gestaltete Grabstätten aufwühlen - ein unermesslicher emotionaler Schock und Schmerz für alle Angehörigen, die hier um ihre Verstorbenen trauern", sagte der Friedhofssprecher. Die Friedhofsverwaltung sei "erschüttert über das Ausmaß an Bösartigkeit und Respektlosigkeit gegenüber Totenruhe, Natur und menschlicher Arbeit". Es wurde nach Angaben des Sprechers umgehend Strafanzeige bei der Polizei gegen Unbekannt erstattet.