ThüringenStudie: Defizit bei Weiterbildung für Künstliche Intelligenz

Mit Digitalisierung und KI verändert sich der Arbeitsalltag vieler Thüringer. Hält die Weiterbildung dabei mit? Das sagt eine Studie.
Erfurt (dpa/th) - Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) gehören nach einer Untersuchung immer häufiger zum Arbeitsalltag von Thüringer Arbeitnehmern. Jeder sechste Betrieb (17 Prozent) nutze Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI), um produktiver zu werden, ergab eine repräsentative Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) unter 1.134 Betrieben und Verwaltungen im Freistaat. Defizite bestehen jedoch bei der Qualifizierung der Beschäftigten, wie das Thüringer Arbeitsministerium in Erfurt erklärte.
Die Befragung für 2025 habe ergeben, dass häufig klare Regeln und passende Weiterbildungsangeboten fehlten. Nur rund ein Drittel der Betriebe, die KI einsetzten, böten ihren Beschäftigten Schulungen an. Regelungen zum Umgang mit KI gebe es lediglich in etwa einem Viertel der entsprechenden Betriebe. Die Befragungsergebnisse des Forschungsinstituts der Bundesarbeitsagentur stehe stellvertretend für rund 52.000 Betriebe im Land, so das Ministerium.
Die Ergebnisse zeigten eine Thüringer Wirtschaft, die vor großen Herausforderungen stehe - durch den demografischen Wandel, Probleme bei der Fachkräftesicherung, technologische Veränderungen und schwierige Marktbedingungen. "Wo neue Technologien eingesetzt werden, braucht es auch Regeln, Transparenz und die Beteiligung der Beschäftigten. Wir müssen dafür sorgen, dass Belegschaften die notwendigen Kompetenzen erwerben und dass KI verantwortungsvoll eingesetzt wird", erklärte Arbeitsministerin Katharina Schenk (SPD).
Oft Fehlanzeige bei Betriebsräten
Nachholbedarf gebe es immer noch bei der Tarifbindung von Unternehmen und der besonders bei der betrieblichen Mitbestimmung. Im Jahr 2025 galt nur für die Beschäftigten in jedem fünften Thüringer Betrieb ein Tarifvertrag. "Zwar arbeitete damit knapp die Hälfte der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben, mehr als die Hälfte der Betriebe war jedoch weder tarifgebunden noch orientierte sie sich an einem Branchentarifvertrag", erklärte das Ministerium. Einen Betriebs- oder Personalrat hatten lediglich sieben Prozent der Betriebe. "Tarifbindung und Mitbestimmung sind gerade in Zeiten des Wandels wichtiger denn je", äußerte Schenk.
Nur die Hälfte der Betriebe mit Weiterbildungsangeboten
Ein Ergebnis der Befragung sei auch, dass die Fachkräftesicherung nicht allein über die Gewinnung neuer Beschäftigter gelingen könne. 49 Prozent der Betriebe hätten im vergangenen Jahr Weiterbildungsangebote gemacht.
Das IAB-Betriebspanel ist seit 1996 eine repräsentative Arbeitgeberbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit. Die Befragung erfolgte schwerpunktmäßig im dritten Quartal 2025 auf der Leitungsebene der Betriebe.