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Thüringen"Die Wälder sind voll" - Gute Chancen für Pilzsammler

21.09.2026, 05:31 Uhr
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Lange hatten Pilzsammler in Thüringen wenig Glück. Das hat sich nun geändert, sagen Kenner. Welche Pilze es gibt und was Sammler beachten sollten.

Ilmenau (dpa/th) - Pilzwanderungen im Thüringer Wald sind schnell ausgebucht, die Körbe der Sammler gut gefüllt: Der Regen der vergangenen Tage hat den Pilzen in Wäldern und auf Wiesen im Freistaat gutgetan. Die Saison laufe jetzt, sagte die Pilzsachverständige Yvonne Gießler-Stumpf (Ilm-Kreis) der Deutschen Presse-Agentur. Wegen der trockenen und oft heißen Sommer habe sich die Saison seit einigen Jahren in den September verlagert, dauere aber auch länger. Sie vertrete die Ansicht: "Es geht nichts vor dem 15. September."

"Die Wälder sind voll, Pilzberatungen werden häufig angefragt, und die ersten Pilzvergiftungen gibt es leider auch", sagte Gießler-Stumpf zum Saisonstart. Sie gehört dem Vorstand der Thüringer Arbeitsgemeinschaft Mykologie an. Die nächste große Pilzausstellung sei am ersten Oktoberwochenende im südthüringischen Eisfeld (Kreis Hildburghausen) geplant.

Pilzwanderungen schnell ausgebucht

Derzeit gebe es vor allem gute Funde auf eher sandigen Böden. Steinpilze, Maronen, Sandpilze, Hexenröhrlinge, aber auch Rotkappen und Birkenpilze sowie Reizker und Täublinge ließen sich blicken. Erfreulich sei, dass wieder mehr junge Leute Spaß am Pilzesammeln und den Naturerlebnissen hätten.

Sie habe derzeit etwa 150 Mitglieder in ihrer Pilz-Wandergruppe. "Und jedes Jahr kommen neue dazu." Die angebotenen Wanderungen mit maximal 20 Personen seien oft innerhalb von 15 Minuten ausgebucht. "Das ist richtig schön", so Gießler-Stumpf.

Die Sachverständige warnte davor, KI-Systemen, Fotos oder Videos bei der Pilzbestimmung zu vertrauen. "Was man nicht kennt, sollte man unbedingt stehen lassen." Selbst geschulte, erfahrene Pilzberater würden anhand von Fotos nur in Notfällen, wenn es den Verdacht auf eine Vergiftung gibt, Pilze bestimmen. Bei Videos im Internet würde ihr "manchmal angst und bange". Deshalb werde auch keine Pilzberatung online angeboten.

42 Pilzberater können helfen

In Thüringen gebe es ein flächendeckendes Netz an ehrenamtlichen Pilzberatern. Derzeit seien es 42 Sachverständige, die sich regelmäßig fortbildeten. Aber auch ihre Zahl sinke vor allem aus Altersgründen. Vor acht Jahren seien in Thüringen noch fast 70 Pilzberater aktiv gewesen. Wer sich unsicher sei, sollte die Pilzkenner auf jeden Fall konsultieren. Im Internet seien sie auf der Seite der Arbeitsgemeinschaft leicht mit ihren Telefonnummern zu finden.

Eine Gefahr seien nicht nur giftige, sondern auch alte, eigentlich essbare Pilze, sagte Gießler-Stumpf. Zu alte Pilze könnten wegen ihres Eiweißgehalts zu Symptomen wie bei einer Lebensmittelvergiftung führen. Insgesamt sei bei Pilzen mit Lamellen die Gefahr größer, dass giftige oder ungenießbare Arten in den Sammelkorb kommen.

Nach Angaben von Experten wachsen in Thüringen etwa 500 Pilzarten, die mit bloßem Auge sichtbar sind. Darunter seien nach Schätzungen etwa 100 Speisepilze. Im vergangenen Jahr waren im Unesco-Biosphärenreservat Thüringer Wald zehn bislang in Thüringen unbekannte Pilzarten entdeckt worden.

Quelle: dpa

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