Mecklenburg-VorpommernAOK: Herzschwäche trifft sozial Benachteiligte besonders

In Mecklenburg-Vorpommern ist das Risiko für Herzschwäche regional sehr unterschiedlich. Welche Faktoren laut dem neuen AOK-Gesundheitsatlas entscheidend sind.
Schwerin (dpa/mv) - In Mecklenburg-Vorpommern sind Anwohner sozial benachteiligter Regionen besonders stark von Herzschwäche betroffen. Das zeigt der neue "Gesundheitsatlas Herzinsuffizienz" des Wissenschaftlichen Instituts der AOK.
Landesweit lebten 2024 rund 79.000 Menschen ab 30 Jahren mit der Erkrankung, wie die AOK Nordost mitteilte. Den höchsten Anteil verzeichnet der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit 8,1 Prozent. Es folgen Vorpommern-Greifswald mit 7,2 und Ludwigslust-Parchim mit 7,0 Prozent. Den niedrigsten Wert gibt es in Rostock mit 5,2 Prozent. Im Bundesdurchschnitt liegt der Anteil bei 5,5 Prozent.
Bundesweit zeigt sich laut AOK zudem ein Zusammenhang zwischen sozialer Lage und Herzgesundheit. In den am stärksten benachteiligten Regionen sind 6,8 Prozent der Menschen von Herzschwäche betroffen, in den am wenigsten benachteiligten 4,4 Prozent. Als zentrale Risikofaktoren gelten unter anderem Rauchen, Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes.
Besonders häufig tritt Herzschwäche im höheren Alter auf: In Mecklenburg-Vorpommern ist rund jeder fünfte Mensch ab 75 Jahren betroffen. AOK-Nordost-Vorstandschefin Daniela Teichert forderte, Prävention stärker an den Lebensbedingungen der Menschen auszurichten und belastete Regionen gezielter zu unterstützen. "Es reicht nicht, Menschen zu sagen, sie sollen gesünder leben. Wir müssen ihren Alltag so gestalten, dass gesunde Entscheidungen leichter werden", forderte sie.