Sachsen-AnhaltZwei wichtige Ämter, eine Frau - und wie sie darauf blickt

Eva von Angern trat bei der Landtagswahl als Spitzenkandidatin der Linken an. Auch in Zukunft wird die Linken-Politikerin eine wichtige Rolle spielen.
Oranienbaum-Wörlitz (dpa/sa) - Linken-Politikerin Eva von Angern übernimmt in Sachsen-Anhalt in Zukunft gleich zwei wichtige Ämter. Nicht nur wird sie als Alterspräsidentin die erste Sitzung des neu gewählten Landtags eröffnen, auch wurde sie nun von der Fraktion zur Vorsitzenden gewählt. "Die Linke wird im neuen Landtag weiterhin eine starke und konstruktive Stimme für soziale Gerechtigkeit und Antifaschismus sein", kündigte die Spitzenkandidatin der Partei an.
Die Linken-Fraktion hat ihren gesamten Vorstand am Montag neu zusammengestellt. Von Angern sei dabei einstimmig gewählt worden, hieß es. Ebenfalls alle Stimmen entfielen auf Henriette Krebs als ihre Stellvertreterin und Antonia Kaloff als Parlamentarische Geschäftsführerin.
Von Angern: Konstituierenden Sitzung wird wegweisend
Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist bislang unklar, wie die zukünftige Regierung im Land aussieht. Die AfD hat die Wahl zwar deutlich gewonnen, eine Alleinregierung ist allerdings nicht möglich.
Vor der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Magdeburger Landtags sprach von Angern nun von einem "Meilenstein". Die erste Zusammenkunft des Landesparlaments werde wegweisend dafür sein, wie es weitergehen könnte, sagte die Linken-Politikerin zum Auftakt der dreitägigen Fraktionsklausur ihrer Partei in Oranienbaum-Wörlitz.
Den Posten der Alterspräsidentin oder des Alterspräsidenten bekommt laut Gesetz die oder der am längsten im Landtag vertretene Abgeordnete. Von Angern ist seit 2002 Mitglied des Landtags in Sachsen-Anhalt. "Ich werde mein Bestes geben, sie so gut wie möglich, aber vor allem auf Basis der Landesverfassung Sachsen-Anhalt zu leiten", sagte von Angern der Deutschen Presse-Agentur. Spätestens am 30. Tag nach der Wahl muss der neue Landtag erstmals zusammentreten, also am 6. Oktober.
Von Angern wurde 1976 in Magdeburg geboren, ist verheiratet und hat drei Söhne. Sie hat Rechtswissenschaften in Halle studiert.
BSW hat Wahl eines AfD-Landtagspräsidenten angekündigt
Laut Geschäftsordnung wird in der konstituierenden Sitzung des Landesparlaments ein neuer Landtagspräsident gewählt. Das Vorschlagsrecht für einen Kandidaten hat als stärkste Fraktion die AfD. Die Frage sei, ob ein AfD-Kandidat die nötige Mehrheit bekomme, sagte von Angern.
Die BSW-Fraktion im Magdeburger Landtag hatte allerdings bereits vergangene Woche angekündigt, die Wahl eines AfD-Landtagspräsidenten zu unterstützen. Gemeinsam mit den fünf BSW-Abgeordneten hätte die AfD-Fraktion mit ihren 39 Mandaten die absolute Mehrheit. Insgesamt kommt der neu gewählte Landtag auf 83 Sitze.