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Niedersachsen & BremenSchlüsseldienst, Süßes, Stimmkönig - Kurioses zur Wahl

14.09.2026, 14:46 Uhr
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Mit Gummibärchen gegen Warteschlangen und einer "Milf"-Kette auf Wahlplakaten: So kurios ging es in Niedersachsen bei der Kommunalwahl zu.

Hannover (dpa/lni) - Niedersachsen hat gewählt - alle Stimmen der Kommunalwahl sind ausgezählt, die Wahlsieger stehen fest. Was abseits des Politbetriebs für Gesprächsstoff sorgt:

- Unter anderem Namen: Bürgerinnen und Bürger konnten in Springe (Region Hannover) einen umbenannten Kandidaten wählen. Statt "Hans-Christian Krone" trat "Christian Krone" für die SPD an, unter diesem Namen ist der ehemalige Polizeichef der Stadt besser bekannt. Um Verwirrungen zu vermeiden, hatte der Gemeindewahlausschuss der Namensstreichung auf dem Wahlzettel vorab zugestimmt. Das hat sich möglicherweise ausgezahlt: Krone sitzt bald für die SPD im Stadtrat.

- Mit dem Schlüsseldienst ins Wahllokal: Zwei Wahllokale in Hannover mussten morgens gewaltsam geöffnet werden. Die Zuständigen hatten wohl verschlafen, wie Wahlleiter Sascha Kusz mutmaßte. Doch die Stadt hatte vorgesorgt und schon vorab einen Schlüsseldienst für den Fall der Fälle engagiert. So konnte die Wahl pünktlich um 8.00 Uhr beginnen. - Langes Warten lohnt sich: Als sich in einem Wahllokal in einer Celler Grundschule Warteschlangen bildeten, wurden die Leidtragenden mit Gummibärchen bei Laune gehalten.

- Vor der Wahl ist nach der Wahl - oder so ähnlich: Eine Werbefirma hat noch vor Schließung der Wahllokale in Göttingen erste Plakate für die Stichwahl aufgehängt. Die Grünen bedauerten die vorzeitige Klebeaktion; die Plakate mit OB-Kandidatin Onyeka Oshionwu sollten erst am Dienstag aufgehängt werden. So musste ein schwarzes Klebeband herhalten und den Aufruf zur Stichwahl zeitweise überdecken.

- Ungewöhnlich ungültig: Überdurchschnittlich viele ungültige Wahlzettel sind bei der Landratswahl in Lüneburg abgegeben worden. Mehr als 7.300 Stimmen zählten nicht, das sind rund sieben Prozent aller abgegebenen Stimmen. Ist das die Quittung frustrierter AfD-Anhänger? Zumindest hatten der von der Wahl ausgeschlossene AfD-Kandidat Stephan Bothe und sein Parteikollege Kevin Ballay zuvor in sozialen Netzwerken dazu aufgerufen.

- Denkbar knapp: Mit nur fünf Stimmen Mehrheit ist Oliver Hohnholt zum Bürgermeister der Gemeinde Dötlingen (Landkreis Oldenburg) gewählt worden. Der parteilose Kandidat mit Unterstützung von CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen erreichte laut vorläufigem Ergebnis 50,07 Prozent, für seinen Kontrahenten Sebastian Hanke von der SPD stimmten 49,93 Prozent. Eng wurde es auch bei der Bürgermeisterwahl in Alfeld (Landkreis Hildesheim): CDU-Bewerber Andreas Behrens bekam 28 Stimmen mehr als SPD-Bewerberin Daniela Niggemann, beide treten in der Stichwahl noch einmal gegeneinander an.

- 33, 33, 32: Die Kandidierenden für die Landratswahl in der Grafschaft Bentheim lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. SPD-Bewerberin Silvia Pünt-Kohoff und Einzelbewerber Kai Schmidt (auch bekannt als Youtuber "Lehrerschmidt") kamen jeweils auf mehr als 33 Prozent der Stimmen. CDU-Kandidatin Anja Terhorst landete mit gut 32 Prozent ganz knapp dahinter und verfehlte damit die Stichwahl.

- Stimmkönige: Mit 95,88 Prozent ist Matthias Kreye als Bürgermeister in Wagenfeld (Landkreis Diepholz) im Amt bestätigt worden - und damit wohl auch Stimmkönig bei der niedersächsischen Kommunalwahl. Mehr als deutlich gewannen auch Alfred Kuhlmann als parteiloser Bürgermeister in Goldenstedt (Landkreis Vechta) mit 93,38 Prozent, Jens Willi Bley als parteiloser Bürgermeister in Twistringen (Landkreis Diepholz) mit 91,85 Prozent, Tarik Oenelcin als parteiloser Bürgermeister in Hessisch Oldendorf (Landkreis Hameln-Pyrmont) mit 90,52 Prozent sowie Markus Silies (CDU) als Bürgermeister in Emsbüren (Landkreis Emsland) mit 90,3 Prozent der Stimmen. Ihre Siege waren allerdings absehbar, es gab keine andere Bewerbungen.

- Mit "Milf"-Kette in den Stadtrat: CDU-Kandidatin Corinna Jodeit hatte mit einem kontroversen Schmuckstück im Wahlkampf für Aufsehen gesorgt. Auf Wahlplakaten trug die 38-Jährige eine Kette mit dem Schriftzug für "mom I'd like to fuck", die englische Abkürzung beschreibt laut Duden eine "sexuell attraktive reifere, erfahrene Frau". Mit Erfolg: Jodeit trifft als Stadträtin künftig Entscheidungen für Wildeshausen (Landkreis Oldenburg) mit.

- 96-Torwart, Pokalsieger, Immobilienmakler - aber kein Bürgermeister: Jörg Sievers feierte einst mit Hannover 96 einen großen Erfolg, doch der Ex-Torwart verpasste den Einzug in die Stichwahl um das Bürgermeister-Amt in Springe.

- Job verloren, Amt gewonnen: Wegen ihrer Kandidatur hat Martina Müller ihre Arbeit als Verwaltungsfachkraft in einem Hospiz verloren. Dafür feiert sie politische Erfolge: Sie vertritt die AfD künftig im Kreistag des Landkreises Friesland und im Gemeinderat Wangerland. Ob sie ihren Job tatsächlich verloren hat, wird Anfang Oktober ein Gerichtsverfahren klären.

Quelle: dpa

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