Sachsen-AnhaltVon Angern: Wird keine rechtsextreme Regierung im Land geben

Wahlkampfabschluss der Linken in Sachsen-Anhalt - die Partei präsentiert das gesamte Spitzenpersonal. Was von Angern, Reichinnek, Schwerdtner und die "Silberlocken" sagen.
Magdeburg (dpa/sa) - Die sachsen-anhaltische Linken-Spitzenkandidatin Eva von Angern hat zum Wahlkampfabschluss ihrer Partei einen entschlossenen Kampf gegen Rechts herausgestellt. Im Wahlkampf sei das überwiegende Thema der Menschen die Sorge vor einer rechtsextremen Regierung gewesen. "Diese wird es in Sachsen-Anhalt nicht geben - nach dem 6. September nicht und auch nicht später", sagte von Angern in Magdeburg.
Von Angern sitzt seit 2002 im Landtag und war bereits 2021 Spitzenkandidatin der Linken. "Wir lassen uns die Heimat nicht von Rechtsextremen wegnehmen", sagte die 49-Jährige.
Co-Parteichefin Ines Schwerdtner kritisierte Kanzler Friedrich Merz (CDU), etwa für die geplanten Veränderungen bei der Rente. Merz habe keine Ahnung, wie es den Menschen in Ostdeutschland gehe, so Schwerdtner. Die Wut der Menschen sei berechtigt, man dürfe die Wut aber nicht den Rechten überlassen. "Denn es ist die AfD, die in Wahrheit Politik gegen die arbeitenden Menschen macht", sagte Schwerdtner. "Es ist die AfD, die versucht, alles zu zerstören, was wir hier miteinander aufgebaut haben."
Die "Silberlocken" unterstützen im Wahlkampf
Heidi Reichinnek, Linken-Fraktionschefin im Bundestag, kritisierte die Berichterstattung der Medien im Zuge der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. "Es kotzt mich auch wirklich an, diese ganzen Hauptstadtjournalisten zu sehen, die die ganze Zeit eine negative Schlagzeile nach der nächsten produzieren", sagte Reichinnek. Stattdessen müsse mehr über die engagierten Menschen in zivilgesellschaftlichen Organisationen, Sportvereinen, Kirchen oder Gewerkschaften berichtet werden, so Reichinnek.
Gregor Gysi, Dietmar Bartsch und Bodo Ramelow - die "Silberlocken" - sind in Sachsen-Anhalt zuletzt mehrfach im Wahlkampf aufgetreten. Alle drei warnten vor einer Wahl der AfD. "Sachsen-Anhalt darf nicht blau werden und sollte auch nicht schwarz bleiben", so Gysi mit Blick auf AfD und CDU. Auch Bartsch betonte: "Wir wollen, dass dieses Land nicht in die Hände der Rechtsextremen fällt."
Drittstärkste Kraft in Sachsen-Anhalt
Ramelow kritisierte, es werde ständig über die AfD geredet und nicht über Lösungen für Probleme. Man müsse sprechen über Armut und Reichtum, über Busanbindungen im ländlichen Raum. "Mein Traum ist Bildung und Betreuung beitragsfrei", sagte Ramelow.
Die Linke hat im Zuge der Landtagswahl am 6. September einen Wahlkampf mit den Schwerpunkten soziale Gerechtigkeit, Kampf gegen Rechtsextremismus und konkreter Alltagshilfe geführt. Sie verlangt etwa Maßnahmen gegen Kinderarmut sowie gebührenfreie Bildung von der Kita bis zur Hochschule sowie einen stärkeren Staat in der Gesundheitsversorgung. In Umfragen war die Linke zuletzt mit 12 bis 14 Prozent drittstärkste Kraft in Sachsen-Anhalt.