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Nordrhein-WestfalenPreußenmuseum: Dauerausstellung will mit Klischees brechen

16.09.2026, 13:25 Uhr
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Preußen hat bis heute Spuren hinterlassen - auch überraschende. Mit Alltagsgeschichten jenseits überholter Geschichtsbilder beschäftigt sich eine neue Ausstellung in Minden.

Minden (dpa/lnw) - Mehr als Pickelhaube und Kaiser Wilhelm II: Mit seiner neuen Dauerausstellung zeigt das LWL-Preußenmuseum in Minden überraschende Aspekte des preußischen Alltagslebens. Jenseits bekannter Stereotype und überholter Klischees wollen die Macher der Schau "Potzblitz Preußen!" ab Samstag Schlaglichter auf weniger bekannte Facetten werfen, die gleichwohl Spuren bis in die Gegenwart haben.

Auf einer Fläche von 500 Quadratmetern treffen dabei Besucher laut Ankündigung auf reale und fiktive Figuren, die aus ihrem Leben in Preußen berichten - von der Dienstmagd, die für ihre treuen Dienste ausgezeichnet wurde, über den kriegsversehrten Soldaten bis hin zum aus Preußen stammenden Erfinder der Thermoskanne, der etwas über die Innovationskraft in Preußen zu erzählen weiß. Von den persönlichen Lebenswegen führt der Weg zu den großen Fragen einer Gesellschaft: Wie organisiert sich ein Staat? Wer darf mitbestimmen? Wie verändern Bildung und Innovationen das Leben?

Geschichte als aufregende Angelegenheit

"Eine Ausstellung über Preußen kann heute nicht bei einer scheinbar eindeutigen Erzählung stehen bleiben, es braucht dringend neue Perspektiven", sagte Museumsleiterin Sylvia Necker. So wolle die Ausstellung etwa vermitteln, dass Preußen auch weiblich und durch viele Migrationsströme sehr vielfältig gewesen sei. "Geschichte soll dabei nicht als alt und verstaubt erlebt werden, sondern als aufregende Angelegenheit", so die Museumsleiterin.

Das LWL-Preußenmuseum ist in der 1829 gebauten Defensions-Kaserne am südlichen Rand der Innenstadt untergebracht. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hatte den Standort 2016 nach einer finanziellen Schieflage übernommen. Bereits 2015 war der Landschaftsverband Rheinland beim zweiten Standort in Wesel aus dem gleichen Grund eingestiegen.

Quelle: dpa

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