Mecklenburg-VorpommernMV im Bundesrat für mehr Kinderschutz

Spezielle Zentren für von Gewalt betroffene Kinder wären wichtig, meint MV-Sozialministerin Stefanie Drese. Dazu soll der Bund Geld geben.
Schwerin (dpa/mv) - Angesichts hoher Zahlen von Gewalt gegen Kinder startet Mecklenburg-Vorpommern einen Vorstoß im Bundesrat für bessere Hilfen für die Betroffenen. MV fordert ein bundesweites Konzept für spezielle Anlaufstellen und eine verlässliche, nachhaltige Finanzierung durch den Bund, wie Ministerin Stefanie Drese (SPD) nach der Kabinettssitzung mitteilte. Der Antrag soll am 25. September der Länderkammer vorgelegt werden.
Laut Ministerium stellten die zuständigen Behörden im vergangenen Jahr in MV 938 Fälle von akuter Kindeswohlgefährdung fest. In weiteren 763 Fällen sei eine latente Kindeswohlgefährdung festgestellt worden. Dabei gehe es um Vernachlässigung, körperliche und psychische Misshandlungen oder auch sexuelle Gewalt.
Vorbild Childhood-Haus in Schwerin
"Kinder und Jugendliche, die Gewalt oder Missbrauch erfahren, brauchen einen Schutz, der nicht an Zuständigkeitsgrenzen endet", erklärte die Ministerin. An den Schnittstellen von Jugendhilfe, Medizin, Polizei, Justiz und weiteren Fachbereichen könnten Lücken entstehen. "Deshalb brauchen wir flächendeckend multiprofessionelle Strukturen, in denen die unterschiedlichen Expertisen zum Wohl der betroffenen Kinder zusammenwirken."
Als Beispiel nannte die Ministerin das Childhood-Haus in Schwerin, das von Land, Stadt und einer privaten Stiftung getragen wird. Dort könnten medizinische, polizeiliche, juristische und sozialpädagogische Expertise miteinander verbunden und Hilfen kindgerecht koordiniert werden. Zugleich könnten Untersuchungen und eine mögliche Beweissicherung so gestaltet werden, dass zusätzliche Belastungen für betroffene Kinder möglichst vermieden würden.