Politik

RTL/ntv-Politiker-RankingSchwesig schießt in Top 3, Merz so unbeliebt wie Weidel und Reiche

29.09.2026, 15:54 Uhr
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Friedrich Merz ist unbeliebt wie nie, Manuela Schwesig ist dagegen obenauf. (Foto: picture alliance / SZ Photo)

Im Politiker-Ranking des RTL/ntv-Trendbarometers schmiert Bundeskanzler Merz abermals ab. Neuer Star in West und Ost ist Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig. Sie kommt auf Anhieb auf denselben Wert wie ihr NRW-Kollege Wüst. Von der Spitze winkt dagegen seit Jahren derselbe.

Platz 8, Platz 15, Platz 18: Im dritten Politiker-Ranking des RTL/ntv-Trendbarometers in diesem Jahr geht es für Bundeskanzler Friedrich Merz abermals abwärts. Der CDU-Vorsitzende erhält auf einer Skala von 0 bis 100 im Schnitt 21 Punkte bei Frage, ob das Land bei ihm in guten Händen ist. Merz ist der einzige unter den 20 abgefragten Politikern, dessen Wert im Vergleich zur Mai-Befragung gesunken ist - und das gleich um 4 Punkte. Spitzenreiter bleibt der SPD-Politiker und Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius mit unverändert 55 Punkten, gefolgt von Hendrik Wüst. Der als Ersatzkanzler gehandelte Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens legt um 3 Punkte auf 50 zu. Die sechs bestplatzierten Politiker rangieren zwischen 39 und 55 Punkten. Auf Merz' Niveau bewegen sich nur die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla sowie Wirtschaftsministerin Katherina Reiche - alle zwischen 20 und 22 Punkten.

Neuer Star des Rankings ist Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Die Sozialdemokratin gehörte in den vorherigen Rankings nicht zu den 20 abgefragten Politikern und Politikerinnen. Nun, nach ihrer erfolgreichen Aufholjagd im Landtagswahlkampf und guten Chancen auf eine dritte Amtszeit, kommt sie auf Anhieb auf 50 Punkte. Sie teilt sich damit den zweiten Platz mit Wüst. Und: Als einzige der top-platzierten Politiker und als einzige Vertreterin einer der großen Regierungsparteien kommt Schwesig im Osten und im Westen auf gleich gute Werte. Mit 51 statt 50 Punkten ist die 52-Jährige im Osten sogar noch ein wenig beliebter. Unter den SPD-Anhängern ist Schwesig zudem zweitbeliebteste SPD-Politikerin - mit 74 Punkten nur drei Punkte hinter Pistorius.

Pistorius führt das Ranking seit kurz nach seinem Amtsantritt Anfang 2023 an. Im Osten kommt er mit immerhin 41 Punkten noch auf Platz zwei, selbst unter AfD-Anhängern ist Pistorius mit 27 Punkten nach Markus Söder bestplatzierter Nicht-AfD-Politiker. Und das, obwohl gerade die militärische Unterstützung der Ukraine im Osten und unter AfD-Anhängern unpopulär ist. Unter den SPD-Anhängern kommt Pistorius mit 77 Punkten auf Fabelwerte - vor allem im Vergleich zu den umstrittenen Parteivorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas, die nur auf 55 und 52 Punkte kommen. Mit 30 beziehungsweise 27 Punkten liegen Klingbeil und Bas im Gesamtranking auf Platz 11 und 16. Minimal besser rangiert der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Miersch mit 31 Punkten und Platz neun - zusammen mit Grünen-Chef Felix Banaszak.

Mit drei CDU-Vertretern und zwei CSU-Politikern nimmt die Union die Hälfte der Top-Ten-Plätze ein, ihr Kanzler ist aber nicht darunter. Auf den zweitplatzierten NRW-Regierungschef Wüst folgen Bundesaußenminister Johann Wadephul sowie CSU-Chef und Bayern-Ministerpräsident Markus Söder. Beide liegen mit je 39 Punkten auf Platz fünf. Mit 34 und 33 Punkten folgen Unionsfraktionschef Thorsten Frei und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt von der CSU. In der unteren Hälfte finden sich Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann mit 30 Punkten sowie Merz und Reiche. Die bisher wenig beliebte Bundeswirtschaftsministerin legt gegenüber dem Mai-Ranking sogar einen Punkt auf 20 Punkte zu.

Im Ranking der Unionspolitiker unter den CDU/CSU-Anhängern verschiebt sich die Reihenfolge: Söder liegt mit 79 Punkten vier Punkte vor Wüst. Frei und Wadephul folgen mit 64 Punkten gleichauf, Dobrindt mit 63 Punkten knapp dahinter. Der vormalige CDU-Generalsekretär und erst seit Sommer amtierende Gesundheitsminister Linnemann liegt mit 59 Punkten noch einen Punkt vor dem siebtplatzierten Merz. Reiche kommt mit 39 Punkten auf den mit Abstand schlechtesten Zustimmungswert, den einer der 20 abgefragten Politiker bei den eigenen Parteianhängern hat.

Die AfD, seit April stärkste Kraft im Trendbarometer, überzeugt mit ihrem Spitzenpersonal offenbar nur die eigenen Anhänger: AfD-Chefin Weidel legt seit Mai einen Punkt zu und liegt mit 22 Punkten einen Rang vor Kanzler Merz. Ihr Co-Chef Tino Chrupalla kommt ebenfalls auf einen Punkt mehr und teilt sich den letzten Platz mit Reiche. Unter den eigenen Parteianhängern kommen Weidel und Chrupalla auf 76 und 67 Punkte, aber schon unter den Anhängern der Union sind es nur noch 7 und 6 Punkte. An der Umfrage zeigt sich einmal mehr, wie unterschiedlich die politische Stimmung in West- und Ostdeutschland ist: In den neuen Bundesländern liegen Weidel und Chrupalla zusammen mit Söder auf Platz vier - hinter Schwesig, Pistorius und Wüst.

Aus Grünen-Sicht bleibt Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir der Star: Er rangiert mit 46 Punkten auf Platz vier und käme ohne die AfD-Anhänger, die ihm nur 13 Punkte geben, sogar auf 62 Punkte und Platz drei. Im Osten ist Özdemir mit 30 Punkten insgesamt deutlich weniger angesehen, dafür liegt er unter den Grünen-Anhängern mit 76 Prozent vorne. Die Grünen-Vorsitzenden Felix Banaszak und Franziska Brantner wollen im Dezember für zwei weitere Jahre kandidieren. Im Politiker-Ranking liegen sie mit 31 und 27 Punkten auf den Plätzen 9 und 15, unter den Grünen-Anhängern kommen sie auf 69 und 64 Prozent.

Beliebteste Linke-Politikerin mit unverändert 30 Prozent bleibt die Co-Vorsitzende der Linksfraktion, Heidi Reichinnek. Das reicht für Platz 11, zusammen mit SPD-Chef Klingbeil und Gesundheitsminister Linnemann. Mit 28 Punkten folgt Parteichefin Iris Schwerdtner direkt hinter dem Trio. Im Osten reichen 33 und 29 Punkte sogar für die Top Ten. Unter den Anhängern der eigenen Partei kommen die beiden Linksfrauen auf 78 und 71 Punkte.

Repräsentative Umfrage | Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 23. und 25. September erhoben. Datenbasis: 1504 Befragte.

Weitere Informationen zu Forsa gibt es hier.

Quelle: ntv.de

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