Wirtschaft

Anleger sind besorgtVonovia-Aktien sacken nach Sieg der Berliner Linken deutlich ab

21.09.2026, 13:19 Uhr
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Die Aktien des Immobilienkonzerns Vonovia fielen auf das Niveau von Juni 2023. (Foto: picture alliance/Wolfram Steinberg)

Die Berliner Linke gewinnt die Abgeordnetenhauswahl. Laut Wahlsiegerin Eralp soll nun die Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen folgen. Die Papiere des Immobilienkonzerns Vonovia reagieren prompt.

Die Aktien des Immobilienkonzerns Vonovia haben mit deutlichen Verlusten auf den Ausgang der Abgeordnetenhauswahl in Berlin reagiert. Anleger sind besorgt, da Wahlsiegerin Elif Eralp von den Linken große Wohnungsunternehmen enteignen und einen Mietendeckel für landeseigene Wohnungen einführen will. "Wenn die Linke regiert, wird vergesellschaftet. Das habe ich so gesagt, und dabei bleibe ich auch", sagte Eralp in der ARD.

Die Papiere von Vonovia fielen bis zum späten Vormittag am Dax-Ende um 2,2 Prozent auf 17,31 Euro. Sie erreichten damit das Niveau von Juni 2023. Der deutsche Leitindex gewann parallel dazu ein Prozent.

In Berlin gewann die Linke die Wahl mit 25,7 Prozent der Stimmen. Bei den im Wahlkampf versprochenen Entlastungen für Mieter bezieht sich die Linke auf einen erfolgreichen Volksentscheid aus dem Jahr 2021 zur Enteignung großer Wohnungskonzerne gegen Entschädigung. Die Hoffnung: Durch so erlangte 220.000 zusätzliche kommunale Wohnungen könnte die Stadt mehr Einfluss auf den Wohnungsmarkt bekommen, auf dem die Mieten seit Jahren stark steigen. Experten sehen bei der geplanten Enteignung aber hohe rechtliche, politische und finanzielle Hürden.

Bei der Bekämpfung der Wohnungsnot in Berlin sieht sich derweil Vonovia selbst in einer wichtigen Rolle. "Ich glaube, dass unser Unternehmen Teil der Lösung sein muss und auch ist", hatte Vorstandschef Luka Mucic gesagt. So habe Vonovia etwa den Neubau hochgefahren.

Angesichts steigender Zinsen an den Kapitalmärkten ist das Umfeld für börsennotierte Immobilienkonzerne aktuell schwierig, denn ihr Geschäftsmodell basiert stark auf Fremdfinanzierung. Das kann zum Problem werden, wenn sich die Unternehmen neu refinanzieren müssen und das Zinsniveau in der Zwischenzeit deutlich angestiegen ist.

Hinzu kommt noch ein weiterer Aspekt: Mit einer Rendite von aktuell 3,47 Prozent sind zehnjährige Bundesanleihen aus Anlageperspektive mittlerweile eine attraktive Alternative zu Aktien im Allgemeinen und Immobilienwerten im Speziellen geworden.

Quelle: ntv.de, nbr/dpa

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