Bei einer Sorte führt DeutschlandItalien ist größter Nudel-Hersteller in der EU

Ob Spaghetti, Fusilli oder Penne: Nudeln landen hierzulande bei vielen Menschen auf dem Teller. In der gesamten EU stammt die beliebte Teigware zum Großteil aus Italien. Nur in einer Kategorie unterscheiden sich die Vorlieben der Deutschen vom Rest der Europäer.
Italien ist der mit Abstand größte Nudelproduzent der EU. Im Jahr 2025 wurden dort rund 4,2 Millionen Tonnen Teigwaren hergestellt. Das waren 69 Prozent der gesamten europäischen Produktion von 6,1 Tonnen, wie das Statistische Bundesamt unter Berufung auf Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat mitteilte.
Besonders treue Kunden sind die Menschen in Deutschland, deren Pro-Kopf-Konsum von Nudeln sich seit 1990 auf 10,1 Kilogramm mehr als verdoppelt hat. Laut einer Meinungsumfrage des Instituts Yougov essen knapp zwei Drittel aller Deutschen (63 Prozent) mindestens einmal in der Woche ein Nudelgericht.
Im Dreier-Vergleich Nudeln-Kartoffeln-Reis nennen 46 Prozent der Befragten Nudeln als ihr liebstes Lebensmittel, 39 Prozent entscheiden sich für Kartoffeln und 12 Prozent für Reis. Jüngere Menschen entscheiden sich dabei noch eindeutiger für die Teigware, während Boomer mehrheitlich (50 Prozent) die Kartoffel bevorzugen. Häufig verbinden die Konsumentinnen und Konsumenten mit Nudeln schnelle und praktische Mahlzeiten, berichtet Yougov. Schnelle Sättigung und gemeinsames Essen mit der Familie sind weitere genannte Assoziationen.
Deutsche Besonderheit: Eiernudeln
Auf der Eurostat-Liste der Herstellerländer folgt Spanien mit 379.000 Tonnen oder 6 Prozent auf Platz zwei, Deutschland kommt mit einem Anstieg auf gut 304.000 Tonnen auf Platz drei. Das entspricht 5 Prozent der in Europa hergestellten Nudeln. Berichtet wurde die verkaufte Produktionsmenge von ungekochten Teigwaren.
Hierzulande wurden immer noch überdurchschnittlich viele Nudeln mit Ei hergestellt, nämlich 46 Prozent der Gesamtmenge. Im klassischen Nudelland Italien enthielten nur 17 Prozent der Pasta Ei, ein ähnliches Niveau wie im gesamten EU-Schnitt (18 Prozent). In Spanien waren es nur 2 Prozent der Menge.
Aber auch in Deutschland ist die Eiernudel auf dem Rückzug. Laut früheren Angaben des Bundesamts werden seit 2023 hierzulande mehr Nudeln ohne Eier produziert als solche, die Eier enthalten. Trotz des allgemein zunehmenden Nudelkonsums ist die Produktion der deutschen Eiernudel innerhalb von zehn Jahren um mehr als ein Viertel zurückgegangen.
"Gute Pasta muss nicht aus Italien kommen"
Der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS) will mit dem Vorurteil aufräumen, dass gute Nudeln nur aus Italien kämen. "Italien hat völlig zu Recht eine großartige Pasta-Tradition. Aber daraus ist bei uns offenbar das Bild entstanden, gute Pasta müsse zwangsläufig aus Italien kommen, während aus Deutschland vor allem Eiernudeln und Spätzle stammen", sagte VGMS-Geschäftsführer Peter Haarbeck. Das werde dem Angebot deutscher Hersteller längst nicht mehr gerecht.
Dem Verband zufolge produzieren deutsche Hersteller eine breite Vielfalt von klassischer Hartweizenpasta bis hin zu regionalen Spezialitäten. Der dafür benötigte Hartweizen wachse längst auch in Deutschland. Gleichzeitig stammten mittlerweile rund drei Viertel der in Deutschland verzehrten Nudeln aus dem Ausland. "Der Pass der Nudel ist kein Qualitätsparameter", sagte Haarbeck. Qualität sei eine Frage des Rohstoffs und des Know-hows. Er rät Verbrauchern, beim Einkauf auf das Herkunftsland zu achten.