Weitere Verhandlungen am MontagIG Metall droht mit 24-Stunden-Warnstreiks

In der Metall- und Elektroindustrie haben sich seit Sonntag nach Gewerkschaftsangaben mehr als 400.000 Beschäftige an ersten Warnstreiks, Aktionen, Demonstrationen und Kundgebungen der IG Metall beteiligt.
Die mehr als 413.000 Beschäftigten hätten bis Freitag bei mehr als 2800 Warnstreik-Aktionen der Forderung nach fünf Prozent mehr Lohn in den laufenden Tarifverhandlungen Nachdruck verliehen, teilte die IG Metall in Frankfurt am Main mit. Die Verhandlungen brachten bislang kein Ergebnis. Für die dritte Runde am Montag im Bezirk Nordrhein-Westfalen legte die Gewerkschaft ein "Angebot für faire und flexible tarifliche Regelungen" vor, wie Tarifvorständin Nadine Boguslawski am Freitag mitteilte. "Jetzt sind die Arbeitgeber am Zug." Der weitere Verlauf des Arbeitskampfes liege an einem ernsthaften Lösungswillen der Arbeitgeber, ergänzte IG-Metall-Chefin Christiane Benner.
Das Angebot hatte am Donnerstag die IG Metall in Baden-Württemberg angekündigt. Demnach könnten Betriebe in "klar begrenzten Fällen" vom Tarifvertrag abweichen, wenn sie im Gegenzug "Investitionen in Zukunftsprodukte mit verbindlichen Zusagen für Standorte, Arbeitsplätze und Ausbildung" zusagen. Weiter verhandelt wird am Montag in Düsseldorf; am Tisch sitzt auch die Verhandlungsführerin aus Baden-Württemberg, Barbara Resch. "Bleibt eine tragfähige Antwort aus, werden wir die Warnstreiks ausweiten", erklärte Resch am Donnerstag. Dann sind 24-Stunden-Warnstreiks möglich.
Die Tarifrunde betrifft bundesweit rund 3,7 Millionen Beschäftigte. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, eine soziale Komponente für niedrigere Entgeltgruppen sowie eine Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen. Zudem will die Gewerkschaft über die Sicherung von Arbeitsplätzen sprechen.
Die Arbeitgeber bieten bislang eine Einmalzahlung von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoeinkommens im Juli 2027 sowie eine dauerhafte Lohnerhöhung um 1,3 Prozent ab Juli 2028 an. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll bis Ende 2028 reichen. Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen ist sehr unterschiedlich. Die Auto- und Zulieferindustrie schwächelt, betroffen ist vor allem der Süden und der Südwesten Deutschlands. Andere Branchen wie die Luft- und Raumfahrt, die Medizintechnik, die Elektrotechnik und die Wehrtechnik boomen.