Kehrtwende bei JobsDeutsche Elektroindustrie verbucht deutliches Auftragsplus – 32,6 Prozent mehr im Jahresvergleich

Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie verzeichnet weiter ein kräftiges Auftragsplus. Im Juli lagen die Auftragseingänge um 32,6 Prozent über dem Vorjahr, teilte der Branchenverband ZVEI in Frankfurt am Main mit.
Getrieben wurde die Entwicklung demach von Großaufträgen aus dem Inland, die um 67,3 Prozent zulegten. Aber auch die Bestellungen ausländischer Kunden hätten sich um 8,6 Prozent erhöht, erklärte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann
In den ersten sieben Monaten des Jahres lagen die Auftragseingänge den Angaben zufolge um 12,6 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Im Inlandsgeschäft gab es demnach ein Plus um 17,3 Prozent, aus dem Ausland gingen 9,3 Prozent mehr Aufträge ein. Die Erlöse der Branche wuchsen von Januar bis Juli im Vorjahresvergleich um 5,5 Prozent auf 135,2 Milliarden Euro.
Dem Verband zufolge erhöhten die Unternehmen der Branche angesichts der florierenden Geschäfte sowohl ihre Produktions- als auch ihre Stellenpläne. Im kommenden Quartal wolle mehr als ein Viertel der Unternehmen den Output erhöhen. "Zudem drehten die Einstellungsabsichten nach mehr als drei Jahren erstmals wieder ins Plus", erklärte Gontermann. Ende des ersten Halbjahres 2026 waren 864.600 Beschäftigte in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie tätig, 1,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Wie das Münchner Ifo-Institut erklärte, stieg das Geschäftsklima in der Elektroindustrie im August auf 16,0 Punkte und damit den höchsten Wert seit Mai 2023. Vor allem die Erwartungen an die kommenden Geschäfte seien deutlich optimistischer ausgefallen. "Die Elektroindustrie gehört derzeit zu den wenigen Bereichen der Industrie, in denen die Geschäfte gut laufen", erklärte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Hinter der Entwicklung stehe vor allem die Digitalisierung. "Der Ausbau von Rechenzentren, die Investitionen in Künstliche Intelligenz und die Automatisierung in den Kundenbranchen schlagen direkt auf die Auftragsbücher durch." Das sei kein kurzfristiges Strohfeuer.