Firmenpleiten auf 13-Jahres-Hoch12.812 Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr registriert

Trotz der Konjunkturerholung ist die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland im ersten Halbjahr auf den höchsten Stand seit 13 Jahren gestiegen.
Die Amtsgerichte meldeten 12.812 beantragte Unternehmensinsolvenzen und damit 6,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Eine höhere Zahl gab es in einem ersten Halbjahr zuletzt 2013 mit 13.253 Fällen. Betroffen waren diesmal vor allem Firmen aus den Branchen Verkehr und Lagerei, gefolgt vom Gastgewerbe und dem Bau.
"Die schon lange schleppende Binnenkonjunktur, hohe und weiter steigende Kosten für Energie und Arbeit sowie überbordende Bürokratie nehmen vielen Unternehmen die Luft", sagte der Mittelstandsexperte der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Marc Evers. Im Juni allein hätten so viele Betriebe ihre Pforten schließen müssen wie seit 14 Jahren nicht mehr. Um von solchen Negativrekorden wegzukommen, müsse die Bundesregierung die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen wieder in den Fokus rücken und Reformen rasch umsetzen.
Zugleich gibt es aber auch einen Gründungsboom: Zwischen Januar und Juni wurden 3053 Startups neu gegründet - so viele wie noch nie und 52 Prozent mehr als im vorangegangenen Halbjahr, wie der Startup-Verband mitteilte.