Sachsen-Anhalt83 Millionen Euro für mehr Trinkwasser in Sachsen-Anhalt

Mehr Versorgungskapazität, neue Wasserwerke und zusätzliche Leitungen: Sachsen-Anhalt reagiert auf wachsenden Wasserbedarf und Herausforderungen durch Trockenheit und Klimawandel.
Halle (dpa/sa) - Sachsen-Anhalt hat fünf Vorhaben zur Stärkung der Trinkwasserversorgung mit rund 83 Millionen Euro Förderung auf den Weg gebracht. Wie das Landesverwaltungsamt mitteilte, sollen die Projekte zusätzliche Versorgungskapazitäten von rund 58.000 Kubikmetern Trinkwasser pro Tag schaffen. Hintergrund sind steigender Wasserbedarf sowie wachsende Anforderungen durch Trockenheit und Klimawandel. Das Geld stammt den Angaben nach aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.
Konkret gefördert werden die Erweiterung des Wasserwerks Wienrode im Harz mit einer zusätzlichen Kapazität von 30.000 Kubikmetern Trinkwasser pro Tag. Das 2007 in Reserve gestellte Spitzenlastwasserwerk Beesen bei Halle soll ertüchtigt und reaktiviert werden mit einer zusätzlichen Kapazität von 20.000 Kubikmetern pro Tag. Zudem laufen die Planungen für ein neues Elbe-Wasserwerk im Raum Magdeburg sowie weitere Vorhaben zur Schaffung redundanter Leitungen und Verbundstrukturen.
Aktuelle Kapazitäten bereits heute hoch ausgelastet
Bereits heute sind die Kapazitäten der für Sachsen-Anhalts Wasserversorgung hauptsächlich verantwortlichen Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz (FEO) und der Technischen Werke Magdeburg (TWM) hoch ausgelastet, heißt es weiter. Es fehlten zusätzliche Reserven in Spitzenzeiten.
Die nun geförderten Maßnahmen sind Teil eines Katalogs an Vorschlägen des Kompetenzzentrums Wasserwirtschaft in Halle. Die Einrichtung mit Experten aus Behörden, Forschung und Wasserversorgung hatte eine Machbarkeitsstudie für eine auch in Zukunft jederzeit gesicherte Trinkwasserversorgung in Sachsen-Anhalt erstellt.
Experten rechnen tageweise mit 20 Prozent Mehrbedarf
Die Experten rechnen mit einem Anstieg des Jahreswasserbedarfs von rund zehn Prozent. In Spitzenzeiten könne der Bedarf tageweise um bis zu 20 Prozent steigen. Hinzu kommt der Wasserbedarf für den Brand- und Katastrophenschutz. Dies verändere die Anforderungen an eine sichere Wasserversorgung grundlegend, teilt das Landesverwaltungsamt weiter mit.