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Rheinland-Pfalz & SaarlandWie Großbaustellen den Verkehr weiträumig verschieben

27.09.2026, 12:01 Uhr
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Brückensperrungen, Autobahnbaustellen & Co. sorgen in vielen Regionen in Rheinland-Pfalz für Verkehrschaos. Ein Experte erklärt, wie Infrastruktur, Landschaft und Staumeldungen zusammenhängen.

Koblenz/Mainz (dpa/lrs) - Stockt oder staut sich der Verkehr an einer Stelle, weichen Autofahrer auf alternative Strecken aus, die dafür nicht ausgelegt sind: Großbaustellen in Rheinland-Pfalz können so ganze Regionen fast lahmlegen - besonders rund um die Hauptverkehrsadern wie Autobahnen und Brücken. Diese seien Schwachstellen des gesamten Straßennetzes, wie Verkehrsexperte Christian Schmidt vom ADAC Mittelrhein erklärt.

Als Extrembeispiel nennt er die Situation rund um die zwischenzeitliche Sperrung am Schiersteiner Kreuz zwischen Mainz und Wiesbaden. Als die A643 auf einem Abschnitt kurzfristig für den Verkehr gesperrt werden musste, habe sich der Verkehr bis zur nächsten Abfahrt und von dort durch die Innenstadt verlagert.

Flusslandschaften als Herausforderung

Auch Teilsperrungen nur für schwere Lkws, wie etwa an der Winninger Brücke auf der A61, sorgten für weiträumige Behinderungen. Lkws müssten auf Landstraßen und andere Brücken ausweichen und belasteten die dortige Verkehrssituation, so der Experte. Das verfehle den Sinn von Autobahnen, die eigentlich Natur, Städte und Bevölkerung entlasten sollen.

Schmidt weist auf eine verkehrstechnische Herausforderung in Rheinland-Pfalz hin. Kaum ein anderes Bundesland sei von so vielen Flüssen und Brücken geprägt. Wenn wie zurzeit viele von ihnen gleichzeitig baufällig werden, seien die Ausweichmöglichkeiten gering.

Experte: Nicht jeden Stau umfahren

Selbst wenn Alternativen vorhanden seien, führten diese nicht immer schneller ans Ziel, sagte der Experte: "Ich rate dazu, nicht immer aufs Navi zu hören." Oft bedeuteten die Alternativrouten bei Staus nur wenige Minuten Zeitersparnis. Dadurch aber würden oft Ortschaften und kleinere Straßen zusätzlich belastet.

Das gesamte Straßennetz sei dabei immer als Verbund zu sehen. Grundsätzlich sei es zwar so geplant, dass Alternativrouten zur Verfügung stehen. "Aber jede Umleitung vom Stau verlagert letztendlich nur das Problem", sagte Schmidt.

Quelle: dpa

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