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ThüringenGroßübung im Tunnel: Retter trainieren den Ernstfall

27.09.2026, 14:27 Uhr
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Was passiert, wenn plötzlich 80 Verletzte versorgt werden müssen? Dieses Szenario wurde auf der A71 und in Suhl durchgespielt. Was Beteiligte zum Ablauf sagen.

Suhl (dpa/th) - In Südthüringen haben Retter am Samstag den Ernstfall geprobt. Bei der Übung wurde ein Unfall mit vielen Verletzten simuliert. Das angenommene Szenario sah rund 80 Menschen mit unterschiedlichen Verletzungen im Autobahntunnel Berg Bock vor, erklärte Chris Hermann von der Berufsfeuerwehr Suhl. Dafür wurde der Tunnel auf der A71 bei Zella-Mehlis von 12 Uhr bis 19 Uhr für den Verkehr gesperrt.

21 der Verletzten wurden demnach von echten Darstellern gespielt - die weiteren wurden durch Verkehrskegel dargestellt. Im Mittelpunkt der Übung stand demnach die Rettung vor Ort inklusive Priorisierung nach Grad der Verletzungen sowie der Transport der verletzten Personen und deren medizinische Versorgung im SRH Zentralklinikum Suhl.

Verbesserungspotenzial bei Kommunikation

"Der Übungsablauf an sich hat super geklappt", so Hermann. Jedoch könnte die Kommunikation zwischen der Einsatzleitung und der Einsatzstelle der Klinik besser laufen, sagte er. Bei gewissen Meldewegen sei es dadurch zu Verzögerungen gekommen. Im Nachgang soll nun ausgewertet, woran genau die Probleme lagen und wie diese künftig verbessert werden könnten.

Die Alarmierung begann Hermann zufolge gegen 13.30 Uhr. Gegen 16.00 Uhr sei die Meldung eingegangen, dass die ersten Patienten ins Klinikum gebracht wurden. Bei der Übung sei nur ein Teilbereich des Transportes geübt worden, da auch der normale Tagesablauf der Einsatzkräfte gewährleistetet werden müsse, erklärte der Sprecher.

Deswegen wurden ihm zufolge auch nicht alle Einheiten wie etwa der Regelrettungsdienst oder Hilfsorganisationen aus der Umgebung alarmiert, die bei einem richtigen Einsatz da gewesen wären und den Transport beschleunigt hätten. Rund 280 Einsatzkräfte waren demnach bei der Übung vor Ort, hinzu käme noch etliches Personal im Krankenhaus.

Abläufe "Hand in Hand"

Auch im Klinikum wurden die entsprechenden Abläufe trainiert. Dort wurden die Patienten anhand der Schwere ihrer Verletzungen priorisiert und behandelt. Die Abläufe seien "Hand in Hand" gelaufen, sagte Klinikumssprecher Christian Jacob. Auch er sagte, dass die Absprachewege eine Stellschraube sei, an der zusammen mit den Beteiligten gearbeitet werden müsse. "Deshalb übt man ja, um das auch zu identifizieren, wo man noch nachbessern muss", so Jacob.

Während der Übung lief der Betrieb in der Notaufnahme jedoch normal weiter, betonte er. Dabei hatten die richtigen Patienten Vorrang. Es sei jedoch möglich, dass es aufgrund der Übung zu teils etwas längeren Wartezeiten kam.

Pannen bei Rettungsübung in Eisenbahntunnel im August

Die Übung ist nicht die Erste in diesem Jahr in Thüringen. Zu Diskussionen hatte eine Rettungsübung im August im Ilm-Kreis geführt. Bei dem Übungseinsatz an einem brennenden ICE in einem Tunnel waren erhebliche Schwachstellen in der Melde- und Alarmierungskette offengelegt worden. Daraufhin war zwischen den Verantwortlichen ein Streit über die Verantwortung ausgebrochen.

Diese Übungen seien jedoch völlig unterschiedlicher Natur und nicht vergleichbar, betonte Hermann. So gebe es bei einem Eisenbahntunnel, "ganz andere Prozessabläufe" als bei einem Straßentunnel, etwa mit Blick auf die Meldewege oder Rettungsketten.

Quelle: dpa

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