Nordrhein-WestfalenPlakate werben für anonyme Spurensicherung

Nach einer Gewalttat müssen Betroffene in Mönchengladbach nicht sofort Anzeige erstatten, um Spuren sichern zu lassen. Eine Plakataktion soll das Angebot nun bekannter machen.
Mönchengladbach (dpa/lnw) - Opfer von Gewalttaten können in Mönchengladbach Spuren anonym und kostenlos sichern lassen - jetzt soll eine Plakataktion das Angebot bekannter machen. Ziel ist es, dass Betroffene nicht sofort Anzeige erstatten müssen und so Zeit gewinnen, wie die Stadt mitteilte. Ihre Identität bleibt demnach geschützt. Die gesicherten Spuren können später als Grundlage für ein Strafverfahren dienen und sollen fünf Jahre aufbewahrt werden.
Zwei Krankenhäuser in der Stadt bieten die Untersuchung an: das Elisabeth-Krankenhaus Rheydt der Städtischen Kliniken und das Johanniter-Krankenhaus Bethesda. Verletzungen werden den Angaben zufolge einheitlich und gerichtsfest dokumentiert. Gesichert werden können den Angaben zufolge Verletzungen, Kleidung, Gegenstände, DNA-Spuren und Hinweise auf K.O.- Tropfen.
Wenn die Polizei Kenntnis etwa von einer Vergewaltigung hat, muss sie von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren einleiten - auch wenn eine zunächst erstattete Anzeige im Nachhinein zurückgezogen wird. Für Betroffene kann das Wissen, ein einmal angestoßenes Verfahren nicht mehr vollständig stoppen zu können, Hemmungen erzeugen, überhaupt Anzeige zu erstatten.
Die Plakate hat ein Arbeitskreis auf den Weg gebracht, den die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt ins Leben gerufen hat. Gestaltet wurden sie von einer Masterstudentin der Hochschule Niederrhein Design. An den Plakaten hängen Abrisszettel mit den Kontaktdaten der beiden Kliniken.
In den kommenden Wochen sollen die Plakate im Stadtgebiet aufgehängt werden, unter anderem in der Altstadt, in Kinos und in Bibliotheken. Arztpraxen, Schulen, Vereine, Unternehmen und Gaststätten können bei der Gleichstellungsstelle kostenlos Exemplare bestellen.