Nordrhein-WestfalenCyberangriffe auch auf Kühlanlagen von NRW-Supermärkten

Cyberkriminelle haben sich wohl auch in NRW in Kühltruhen gehackt und die Temperaturen hochgestellt. Für betroffene Läden ist der Schaden groß.
Wetter/Wuppertal (dpa/lnw) - Nach der Serie von Cyberangriffen auf Kühlanlagen in Supermärkten untersucht die Polizei auch mehrere Fälle in Nordrhein-Westfalen. In Wuppertal, Wetter bei Hagen und im Münsterland seien Kühlanlagen vermutlich durch einen Hackerangriff lahmgelegt worden. Die Temperatur sei so hoch eingestellt worden, dass Lebensmittel verdorben seien und entsorgt werden mussten, sagten Polizeisprecher.
Supermarkt muss große Mengen Lebensmittel entsorgen
Opfer der Hacker wurde unter anderem ein von der Arbeiterwohlfahrt betriebener Supermarkt in Wetter-Volmarstein im Ennepe-Ruhr-Kreis. Betroffen seien Kühlregale in dem Markt ebenso wie Lagerbereiche, sagte Bereichsleiterin Sandra Salten. Der eigentliche Angriff sei auf die Firma erfolgt, die die Kühlanlagen aus der Ferne warte.
Große Mengen an Lebensmitteln hätten wegen der hohen Temperaturen weggeworfen werden müssen, berichtete Salten. Eine Schadenssumme sei noch nicht zu beziffern.
Temperatur der Kühlanlagen aus der Ferne hochgestellt
Auch in einem Markt in Wuppertal seien große Mengen an Waren verdorben - offensichtlich, weil Hacker aus der Ferne die Temperatur der Kühlanlagen hochgedreht hätten, sagte ein Polizeisprecher. Der Angriff sei am Wochenende erfolgt und am Montagmorgen bemerkt worden. Das Kriminalkommissariat ermittele nun in dem Fall.
Auch bei einem Markt in Raesfeld im Münsterland fiel die Kühlung aus. Dort wird nun geprüft, ob ein Hackerangriff der Grund sein könnte.
Angriffe in zahlreichen europäischen Ländern
Cyberkriminelle hatten in den vergangenen Tagen unter anderem in Belgien, Schweden, Irland, Luxemburg, Estland, Finnland und den Niederlanden dafür gesorgt, dass Kühlschränke und Tiefkühltruhen wärmer wurden. Nach Angaben eines belgischen Kühltechnik-Dienstleisters wurden die Anlagen aus der Ferne in den Abtaumodus versetzt. Mitte Oktober hatte es bereits einen groß angelegten Angriff gegeben, der rund 150 Geschäfte in Frankreich betroffen hatte.