Niedersachsen & BremenFührungsjobs: Warum Frauen seltener Chefin sind

Frauen sind in Chefetagen in Niedersachsen nach wie vor in einer Minderheit, wie eine neue Erhebung zeigt. Eine mögliche Ursache sehen Statistiker in den Arbeitszeitmodellen von Frauen und Männern.
Hannover (dpa/lni) - Führungs- und Aufsichtspositionen werden in Niedersachsen überwiegend von Männern und in Vollzeit ausgeübt – Frauen sind in solchen Jobs weiterhin unterrepräsentiert. Das geht aus Ergebnissen des Mikrozensus 2025 hervor, wie das Landesamt für Statistik mitteilte.
Unter den Aufsichtskräften waren demnach rund 63 Prozent Männer und rund 37 Prozent Frauen. Führungskräfte waren zu fast 70 Prozent Männer und lediglich rund 30 Prozent Frauen.
Führungs- und Aufsichtskräfte unterscheiden die Statistiker anhand ihrer Verantwortungsebene. Eine Aufsichtskraft leitet und beaufsichtigt Personal und verteilt Arbeit. Eine Führungskraft hat demnach etwa Entscheidungsbefugnis über Personal, Budget und Strategie.
Mit zunehmendem Alter steige bis in die mittleren Altersgruppen bei beiden Geschlechtern der Anteil der Erwerbstätigen mit Führungsverantwortung, die Zuwächse fallen den Statistikern zufolge bei Männern jedoch stärker aus. Mit 93.000 Personen machten Männer im Alter von 55 bis unter 65 Jahren die größte Gruppe bei den Führungskräften aus.
Teilzeit könnte Grund für Unterschiede sein
Geschlechterspezifische Unterschiede beim Zugang zu Führungspositionen können laut den Statistikern auch mit gewählten Arbeitszeitmodellen zusammenhängen. Das sei insbesondere bei Erwerbstätigen mit Kindern relevant, hieß es. Führungspositionen waren 2025 laut dem Landesamt häufig mit einer Vollzeittätigkeit verbunden - und in Vollzeit arbeiteten wiederum häufiger Männer. "Dies könnte ein Grund dafür sein, dass Frauen, die häufiger in Teilzeit arbeiteten, seltener Führungspositionen ausübten als Männer."
Den Daten des Mikrozensus zufolge waren 2025 in Niedersachsen 4,1 Millionen Menschen erwerbstätig - 53 Prozent davon waren Männer, 47 Prozent Frauen. Etwa jede fünfte Person (19,8 Prozent) übernahm eine Führungsverantwortung.