Regionalnachrichten

HessenPoseck: "Gewalt darf in Hessen kein Geschäftsmodell sein"

18.09.2026, 09:58 Uhr
image

Kriminelle Netzwerke setzen gezielt Explosionen ein. Wie der Innenminister das Phänomen "Violence as a Service" bekämpfen will.

Wiesbaden (dpa/lhe) - Nach einer Reihe von Explosionen in Frankfurt und Offenbach hat Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) ein konsequentes Vorgehen der Behörden angekündigt. "Wir nehmen die aktuellen Entwicklungen sehr ernst", erklärte Poseck in Wiesbaden. "Organisierte Kriminalität hat eine neue Dimension erreicht, wenn gezielt Explosionen eingesetzt werden, um andere, die nicht selten selbst in kriminelle Machenschaften verstrickt sind, einzuschüchtern und zu bedrohen."

Die Taten richteten sich zwar nicht gegen Unbeteiligte und in der Regel auch nicht gegen Leib und Leben, "sie sind aber hochgefährlich", so der Minister. "Ich verstehe die Sorgen der Menschen, die durch Explosionen in der Nachbarschaft verängstigt sind."

Ermittler arbeiten mit Hochdruck

Man werde alles dafür tun, dem Anstieg dieser Fälle wirksam zu begegnen, und er sei zuversichtlich, dass dies auch gelingen werde. Die Verhaftungen nach den Taten der vergangenen Tage zeigten, dass die Strafverfolgungsbehörden den Tätern auf den Fersen seien. "Die Ermittler werden die aktuellen Fälle sehr sorgfältig und mit Hochdruck bearbeiten, so dass hoffentlich auch Strukturen aufgedeckt und Hintermänner zur Rechenschaft gezogen werden können."

Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass es sich um das in Deutschland noch relativ neue Phänomen von Gewalttaten gegen Bezahlung ("Violence as a Service") handelt. Dabei werben kriminelle Netzwerke meist junge Menschen an, die dann solche Taten gegen Geld begehen. Im Zusammenhang mit den Explosionen waren ein 15- und ein 17-Jähriger festgenommen worden.

Poseck will Thema in Innenministerkonferenz einbringen

"Gewalt darf in Hessen kein Geschäftsmodell sein", erklärte Poseck. Mit spezialisierten Einheiten beim Landeskriminalamt sage man den Verbrechern den Kampf an. Da Spuren immer wieder in die Niederlande führten, werde man die Zusammenarbeit mit den dortigen Sicherheitsbehörden intensivieren. Poseck will das Thema zudem in die nächste Innenministerkonferenz einbringen. "Es handelt sich um ein deutschlandweites Phänomen. Deshalb ist es richtig, Bekämpfungsstrategien aufeinander abzustimmen", so der Minister.

Quelle: dpa

Regionales