Berlin & BrandenburgWebseiten wegen Sicherheitslücke abgeschaltet

Webseiten mehrerer Einrichtungen in Brandenburg sind nicht erreichbar. Behörden reagierten auf eine schwerwiegende Sicherheitslücke, die Online-Angebote weltweit betrifft.
Potsdam/Cottbus (dpa/bb) - Online-Dienste mehrerer Einrichtungen in Brandenburg sind wegen einer Sicherheitslücke vorsorglich vom Netz genommen worden. Internetseiten unter anderem von der Universität Potsdam und dem Ernst von Bergmann Klinikum sind nicht mehr abrufbar. Das gilt auch für die Internetwache der Brandenburger Polizei.
Die Stadt Cottbus und der Landkreis Dahme-Spreewald teilten ebenfalls mit, dass sie auf die Schwachstellen reagiert hätten und Internetdienste als vorsorgliche Schutzmaßnahme offline seien. Das betrifft nach offiziellen Angaben auch die Medizinische Universität Lausitz Carl Thiem sowie Ver- und Entsorgungsunternehmen. Auch in anderen Bundesländern wurden Online-Angebote abgeschaltet, darunter die Webseiten der Berliner Charité.
Was ist passiert?
Eine neu entdeckte, schwerwiegende Sicherheitslücke bringt weltweit das Fundament zahlreicher Webseiten und Online-Dienste ins Wanken. Kriminelle könnten die Schwachstellen ausnutzen, lautet die Warnung.
Betroffen ist die weit verbreitete Programmiersprache PHP, auf der ein Großteil des gesamten Internets basiert - von einfachen Blogs über große Nachrichtenportale bis hin zu komplexen Onlineshops und Content-Management-Systemen wie WordPress.
Sicherheits-Updates nötig
Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gab eine offizielle Cybersicherheitswarnung heraus. Es müssten rasch Sicherheitsupdates installiert werden, hieß es. Von den Schwachstellen gehe ein großes Bedrohungspotenzial aus.
"Kein Hackerangriff"
Eine Sprecherin der Uni Potsdam sagte, es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, nicht um einen Hackerangriff. Der Landkreis Dahme-Spreewald teilte mit, zum absoluten Schutz der Systeme folge die Behörde den dringenden Sicherheitsempfehlungen und nehme betroffene Internetdienste ab sofort präventiv vom Netz, bis das offizielle Update eingespielt sei. Bei der Terminvergabe für Bürger und dem Abrufen von Formularen komme es zu Einschränkungen.