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Berlin & BrandenburgJüdischer Verein stellt Chanukka-Feier in Neukölln infrage

30.09.2026, 15:43 Uhr
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Der jüdische Verein Hillel prüft, ob das traditionelle Chanukka-Kerzenzünden in Neukölln stattfinden kann. Die Entscheidung hängt demnach von der aktuellen Lage ab.

Berlin (dpa/bb) - Inmitten der hitzigen Debatte über Antisemitismus in der Neuköllner Linken stellt der jüdische Verein Hillel seine traditionelle gemeinsame Chanukka-Feier in dem Berliner Stadtteil infrage. "Ob das Kerzenzünden dieses Jahr in Neukölln stattfinden kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab und ist noch nicht entschieden", erklärte Vereinssprecher Dan Rattan.

Ausdrücklich widersprach er Medienberichten, wonach Hillel das Kerzenzünden wegen des Wahlsiegs der Linken abgesagt habe. "Das ist so nicht korrekt. Wir beobachten derzeit die Lage in Neukölln und ganz Berlin mit Sorge und Aufmerksamkeit", erklärte er.

Zum aktuellen Fokus der Debatte auf Neukölln erklärte Rattan: "Antisemitismus begegnet uns in ganz Deutschland. Pauschale Zuschreibungen an einzelne Bezirke oder Bevölkerungsgruppen werden der Vielfalt vor Ort nicht gerecht." Jüdisches Leben gehöre zu Neukölln und ganz Berlin.

Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) erklärte, das Bezirksamt habe in den vergangenen fünf Jahren eng mit Hillel zusammengearbeitet. "Ich hoffe sehr, dass das auch in Zukunft der Fall sein wird – und dass es eine öffentlich sichtbare Chanukkiah in Neukölln geben kann." Die Chanukkiah ist der Leuchter, der während des Fests entzündet wird. Zur Frage, ob das Rathaus weiter als Ort in Frage kommt, erklärte er: "Ich hätte mir sehr gewünscht, dass die Chanukkiah auch in Zukunft auf dem Balkon des Neuköllner Rathauses steht und das jüdische Lichterfest hier gefeiert wird."

Das achttägige Lichterfest Chanukka erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem und ein damit verbundenes Wunder.

Linke in Neukölln besonders im Fokus

Die Berliner Linke wehrt sich zurzeit auch mit rechtlichen Mitteln gegen andere Politiker, die der Partei über Social Media Antisemitismus und Nähe zu kriminellen Clans vorgeworfen haben. Die Linke war bei der Berlin-Wahl und auch im Bezirk Neukölln am 20. September mit Abstand stärkste Kraft geworden.

Die Linke in Neukölln steht im Zusammenhang mit Antisemitismusvorwürfen besonders in der Kritik. Der Co-Fraktionsvorsitzende der Linken, Ahmed Abed, machte im Oktober vergangenen Jahres beim Besuch des Bürgermeisters aus Neuköllns israelischer Partnerstadt Bat Yam, Tzvika Brot, von sich reden. Bei einer Veranstaltung im Rathaus nannte er ihn einen "Völkermörder".

Abed ist seit 2016 Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung Neukölln. Mitte Januar machte ihn seine Partei zum Kandidaten für das Amt des Bezirksbürgermeisters.

Quelle: dpa

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