BayernMainfranken Theater wird noch teurer als geplant

Die Sanierung des Mainfranken Theaters in Würzburg kostet inzwischen weit mehr als geplant. Auch dauert alles viel länger als angenommen - ein Desaster.
Würzburg (dpa/lby) - Das Mainfranken Theater in Würzburg - seit Jahren eine Dauerbaustelle in der Mainstadt - wird noch teurer als zuletzt angenommen. Waren 2018 noch 72 Millionen Euro veranschlagt worden, standen zuletzt 146 Millionen Euro im Raum. Mittlerweile wird vor allem wegen erwarteter Baupreissteigerungen mit 242 Millionen Euro kalkuliert, wie der Werkausschuss in seiner Beschlussvorlage für den Stadtrat angibt.
Zuvor hatte die "Main-Post" über die Kostensteigerung berichtet. Der Stadtrat wird sich voraussichtlich am 22. Oktober mit den gestiegenen Kosten befassen, wie ein Stadtsprecher sagte. Seit Jahren gibt es viel Kritik an dem Bauprojekt, vor allem wegen der lange fehlenden verlässlichen Kostenprognose.
Baupreise steigen unentwegt
"Allein bis zum aktuellen Bezugszeitraum (2. Quartal 2026) beläuft sich die allgemeine Baupreisentwicklung seit der Erstellung der ursprünglichen Kostenberechnung im Juni 2018 auf plus 67 Prozent", heißt es in der Begründung des Werkausschusses. "Ergänzt man diesen Wert um die bis zur Fertigstellung der Baumaßnahme noch zu erwartenden Entwicklungen, so zeigt sich deutlich, dass die entstandenen und noch zu erwartenden Bauverzögerungen mit eine Hauptursache für die eingetretenen Kostenentwicklungen darstellen."
Jahr der Fertigstellung ungewiss
Das Theater, das in ein Staatstheater umgewandelt werden soll, wird seit rund acht Jahren saniert. Es wurde 1966 gebaut. Die neue kleine Spielstätte im Neubau mit 330 Sitzplätzen nahm im Dezember 2023 den Spielbetrieb wieder auf. Dagegen ist das Große Haus im Stammgebäude weiter wegen der Bauarbeiten geschlossen. Die Arbeiten waren jahrelang ausgesetzt, unter anderem weil das Planungsbüro ausgetauscht wurde.
Eigentlich wollte die Stadt als Bauherrin 2022 fertig sein. Nun steht Ende 2030 im Raum, sicher ist das nicht. Ein Großteil der Kosten trägt nach ursprünglicher Planung der Freistaat. Den Rest schultern die Stadt, der Landkreis und der Bezirk sowie Stiftungen und Spender. Wie sich die Kosten mit der neuen Schätzung verteilen werden, ist offen.