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Berlin & Brandenburg"Die beste Integration ist Sport": Band für Mut verliehen

11.09.2026, 13:54 Uhr
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Der AfD-Sieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist ein großes Thema bei der Verleihung des Bandes für Mut und Verständigung von Berlin und Brandenburg. Was sagen die Preisträger?

Potsdam/Berlin (dpa/bb) - Mahmood Alizadeh ist mal Profi-Fußballer im Iran gewesen. Bis zu einem Unfall. Nach seiner Flucht nach Deutschland 2019 findet er ein Zuhause in Brandenburg und ist Trainer beim Kreissportbund Märkisch-Oderland. Er ist einer von zwei Hauptpreisträgern des Bandes für Mut und Verständigung, den ein breites Bündnis vergibt, darunter die Länder Berlin und Brandenburg. Brandenburgs Minister für gesellschaftlichen Zusammenhalt, René Wilke (SPD), und Berlins Staatssekretär für Integration, Max Landero (ebenfalls SPD), überreichten am Freitag die Auszeichnungen.

Mahmood Alizadeh hat eine klare Philosophie: "Erster und bester Weg zur Integration ist Sport", sagt er. "Sport ist gemeinsame Sprache von uns allen." Er betont: "Egal welches Land, welche Nationalität, welches Geschlecht, welche Herkunft oder welche Altersklasse." Erlebt er selbst Rassismus? "100 Prozent", sagt Alizadeh. Es werde langsam besser. Seine Erfahrung mit Busfahrern sei jedoch die: "Ich habe zweimal, dreimal hallo, guten Tag gesagt, keine Antwort. Aber das ist mir egal, kein Problem."

Appell an die Parteien außer der AfD

Ceren Türkmen, Hauptpreisträgerin des Bandes für Mut und Verständigung aus Berlin, ist Vizevorsitzende des Landesbeirats für Partizipation, der den Berliner Senat berät. Die gebürtige Duisburgerin ist Brückenbauerin zwischen Wissenschaft, Politik und Migrantenorganisationen.

Vor allem nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit einem haushohen AfD-Sieg sieht sie die übrigen Parteien in der Pflicht: "Ich appelliere an die demokratischen Parteien, einen neuen gesellschaftlichen, einen neuen solidarischen Gesellschaftsvertrag in Zusammenarbeit, im Austausch mit der Stadtgesellschaft, mit der Zivilgesellschaft auszuarbeiten", sagt sie. Das Ziel sei, "wieder Menschen zurückzugewinnen".

Minister Wilke: "Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen"

Brandenburgs Minister für gesellschaftlichen Zusammenhalt hält die Welt für eine andere nach der Wahl in Sachsen-Anhalt. "So ganz dreht sie sich nicht weiter, jedenfalls nicht so wie vorher", sagt er. Der SPD-Politiker nennt die Auszeichnung mit dem Band für Mut und Verständigung in Potsdam ein Lagerfeuer, an dem sich alle versammeln.

Er ruft zu Engagement gegen Rassismus und Gewalt auf. "Es gehört heutzutage, und das ist ein trauriger Satz, Mut dazu für dieses Engagement", sagt Wilke. "Es gibt Widerstände, es gibt Anfeindungen." Aber er sagt auch: "Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen." Das Lagerfeuer werde aber erst warm, wenn jeder ein Stöckchen halte.

Die Preisträger der Sonderpreise sind für Brandenburg die Deutsch-Afghanin Fereshta Hussain, Vorsitzende des Migrantenbeirats der Landeshauptstadt Potsdam, und die Gruppe "Women in Exile", die geflüchtete Frauen unterstützt. Aus Berlin werden ausgezeichnet: Zahra Gholamhosseini, die sich für die Hazara-Community einsetzt, eine persischsprachige ethnische Gruppe in Afghanistan, die Initiative Kwitne Queer, ein Netzwerk für queere ukrainische Flüchtlinge aus Berlin, sowie Franz-Josef Esser, der sich für die Mahnwache für Toleranz in Berlin-Spandau engagiert.

Die gewalttätigen Übergriffe auf Migrantinnen und Migranten in Hoyerswerda in Sachsen 1991 waren Anlass, in Berlin und Brandenburg auf Initiative des DGB das Bündnis für Mut und Verständigung zu gründen. Seit 1993 werden die Preise vergeben. Mahmood Alizadeh bringt das Ziel auf den Punkt: "Man muss für Frieden, Freiheit und Zusammenarbeit kämpfen."

Quelle: dpa

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