AfD rechnet mit NeuwahlenWeidel beschimpft die CDU und will mit ihr reden

AfD-Chef Chrupalla freut sich, dass die CDU in Mecklenburg-Vorpommern "pulverisiert" wurde. Seine Co-Chefin Weidel prophezeit den Niedergang der CDU in ganz Deutschland - und bietet dann Gespräche an, "um das Land gemeinsam aus der Krise zu führen".
Die AfD sieht ihren Wahlerfolg in Mecklenburg-Vorpommern vor allem als Sieg über die CDU. Die AfD habe die CDU "pulverisiert", sagte der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla in einer Pressekonferenz zum Ausgang der Wahlen vom Sonntag. Er nannte das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern "fulminant", das in Berlin "super".
Chrupallas Co-Chefin Alice Weidel wertete beide Ergebnisse als "hervorragend". Vor allem in Berlin sei es "in Anbetracht dessen, dass die Linkspartei eigentlich das gesamte Lager mit eingesogen hat, ein hervorragendes Ergebnis". Ironisch gratulierte Weidel der CDU, "die nämlich genau das möglich gemacht hat, dass die Linkspartei hier durch die Decke gegangen ist durch ihre nicht besonders intelligente Brandmauer-Politik". Die CDU würde "alles Mögliche" versprechen und dann "linke Politik" machen, so Weidel.
"CDU wird zur Splitterpartei"
Weidel sagte, sie gehe fest davon aus, dass die nächsten Bundestagswahlen vor 2029 stattfinden und die schwarz-rote Regierung zerbrechen werde. Die Ausgänge der Wahlen seien das Ergebnis einer rein linken Politik und einer "sehr unintelligenten Brandmauer-Politik", so Weidel.
"Die CDU wird Richtung fünf Prozent gehen. Und die CDU wird nie mehr wieder in ihrer Parteigeschichte eine Bundestagswahl gewinnen", wiederholte Weidel eine frühere Aussage. Die CDU sei eine "ehemalige Volkspartei, die zu einer "Splitterpartei wird". Insbesondere das Scheitern der CDU an der Fünfprozenthürde in Mecklenburg-Vorpommern zeige "ganz klar, dass wir die CDU als Volkspartei abgelöst haben". Chrupalla schränkte ein, die CDU sei in Ostdeutschland keine Volkspartei mehr.
"Wir sollten dringend Gespräche führen"
Zugleich bot Weidel der CDU im Bund Gespräche an. Sie verwies auf die starke Stellung der AfD auch in bundesweiten Umfragen und leitete daraus einen Anspruch auf politische Mitsprache ab: "Wir sollten dringend Gespräche führen, um dieses Land gemeinsam aus der Krise zu führen."
Der AfD-Landeschef von Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, sagte, es sei sicherlich so, "dass der Kanzler das Jahresende nicht erreichen wird. Ich denke, die Kanzlerdämmerung, sie hat begonnen".
Mit Blick auf die Zukunft von Bundeskanzler Friedrich Merz sagte Chrupalla, die Bürger würden sich einen Politikwechsel wünschen und keinen Personalwechsel. Zwar sei ein Rücktritt von Merz "überfällig", aber ein "Austausch" mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst wäre kein Neuanfang, so Chrupalla. Erneut warf er der Bundesregierung "extreme Kriegstreiberei" vor - er meinte damit die Unterstützung der von Russland überfallenen Ukraine. Weidel sagte, sowohl die russische Regierung als auch die US-Regierung hätten festgestellt, dass als verlässlicher Partner in Deutschland nur die AfD infrage komme.
"Ganz normaler Wettbewerb"
Die Freude in der AfD über das Ausscheiden der CDU aus dem Schweriner Landtag stellte Chrupalla als normale Reaktion im Parteienwettbewerb dar. Er bestritt, dass es das Ziel seiner Partei sei, die CDU zu vernichten. "Wenn die CDU nicht mehr existiert und die Wähler uns wählen, umso besser", sagte er. Das sei "der ganz normale Wettbewerb".
Die AfD hatte die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am Sonntag vor der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gewonnen und ihr Ergebnis mehr als verdoppelt. Bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin gewann die Linke deutlich vor der bislang regierenden CDU. Die AfD wurde in der Hauptstadt drittstärkste Kraft.
