"Nicht ganz zufrieden"Wadephul richtet Rüstungsforderung an Selenskyj

Ende August reist Außenminister Wadephul nach Kiew. Dort überbringt er der ukrainischen Regierung eine Bitte: Kiew solle doch mehr Waffen bei der deutschen Rüstungsindustrie kaufen. Das erzählt der CDU-Politiker in einem Podcast.
Außenminister Johann Wadephul fordert von der Ukraine mehr Bestellungen bei deutschen Rüstungsunternehmen. "Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir nicht ganz zufrieden mit dem, was es an (...) Bestellungen in Deutschland gibt", sagte der CDU-Politiker im Podcast "Ronzheimer". "Und deswegen haben wir jetzt die ukrainische Regierung gebeten, das zu überprüfen und dafür zu sorgen, dass es besser wird."
Wadephul sagte in dem Gespräch mit "Bild"-Vize Paul Ronzheimer, Deutschland sei mittlerweile stärkster Unterstützer der Ukraine insgesamt. "Und es muss naturgemäß so sein, dass die deutsche Verteidigungsindustrie davon profitiert."
Das habe er auch bei seinem letzten Besuch dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gesagt: "Wir stehen zu euch, wir unterstützen euch, aber ich muss den deutschen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern das auch erklären. Und das Mindeste ist, dass ihr bei allen Beschaffungsmaßnahmen auch die deutsche Verteidigungsindustrie beteiligt."
Das beginne jetzt, fügte Wadephul hinzu. "Wir haben interessante Startups, zum Beispiel im Drohnenbereich. Wir lernen ja auch als Deutsche sehr von der Kriegsführung dort." Das sei für uns auch gut, weil es uns sicherer mache. "Aber ich glaube, es ist auch ganz legitim, dass wir unsere Interessen formulieren und sagen, wir müssen auch etwas davon haben."
Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als viereinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg und erhält dafür Geld und Waffen von ihren westlichen Verbündeten. Nachdem die USA ihre Unterstützung unter US-Präsident Donald Trump zurückgefahren haben, hat die Rolle Europas und insbesondere Deutschlands dabei an Gewicht gewonnen.