Endspurt von Manuela Schwesig?SPD robbt sich in MV-Umfrage an AfD heran - CDU stürzt ab
Gelingt der Schlussspurt von Manuela Schwesig? Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern darf anderthalb Wochen vor der Landtagswahl von einem Sieg ihrer SPD träumen: In einer Umfrage schließt sie zur AfD auf. In einer anderen ergibt sich ein weniger guter Trend.
In Mecklenburg-Vorpommern verringert die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig einer Umfrage zufolge den Abstand auf die AfD. Zugleich drückt sie die CDU im stark polarisierten Wahlkampf weit unter die Zehn-Prozent-Marke. Die repräsentative Befragung stammt vom Meinungsforschungsinstitut Insa und wurde im Auftrag des Neubrandenburger "Nordkurier" durchgeführt. Demzufolge käme die SPD auf 33 Prozent der Stimmen, wenn am kommenden Sonntag Landtagswahl wäre. Das sind vier Prozentpunkte mehr als in der letzten Insa-Umfrage, die vor vier Wochen veröffentlicht wurde. Die AfD verharrt bei 36 Prozent.
Der große Verlierer der Umfrage ist die CDU. Die Christdemokraten verlieren im Vergleich zur vorherigen Umfrage drei Prozentpunkte und kommen nur noch auf 7 Prozent. Das wäre das bundesweit schlechteste Wahlergebnis seit dem Zweiten Weltkrieg. Nicht mehr ausgeschlossen ist, dass die CDU in Mecklenburg-Vorpommern sogar an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert.
Die Linke verharrt demzufolge bei 11 Prozent. Die Grünen müssten mit unverändert 5 Prozent um den Einzug in den Landtag bangen. Das BSW bleibt ebenfalls bei 4 Prozent und wäre bei einem solchen Ergebnis nicht im Parlament vertreten.
Der neue Landtag in Mecklenburg-Vorpommern wird am 20. September gewählt. Schwesig regiert bisher zusammen mit den Linken. Der Umfrage zufolge würde es für eine Neuauflage der Koalition nicht reichen. Bei einem Einzug der Grünen in den Landtag könnte Schwesig aber an der Spitze eines Dreierbündnisses mit ihnen im Amt bleiben.
Insa gibt die Fehlertoleranz der Umfrage mit plus/minus 3,1 Prozentpunkten an. Die Daten beruhen auf einer repräsentativen Onlinebefragung von 1000 Menschen vom 1. bis 8. September. Bei der Landtagswahl 2021 waren die Sozialdemokraten mit 39,6 Prozent noch stärkste Kraft geworden. Die AfD kam damals auf 16,7 Prozent, die CDU auf 13,3, die Linke auf 9,9, die Grünen auf 6,3 und die FDP auf 5,8 Prozent der Stimmen.
AfD baut Vorsprung in anderer Umfrage aus
Eine andere Umfrage verzeichnete dagegen Zugewinne sowohl für die AfD als auch für die SPD. In der Erhebung des Instituts Infratest dimap im Auftrag der ARD kommt die AfD aktuell auf 38 Prozent, was im Vergleich zur Vorwoche ein Zugewinn von drei Punkten ist. Die SPD erreicht 33 Prozent und damit einen Punkt mehr als vor einer Woche.
Die CDU verliert hingegen einen Punkt und liegt aktuell bei sieben Prozent. Die Linke erreicht neun Prozent und büßt damit zwei Punkte ein, die Grünen bleiben mit fünf Prozent stabil. Das BSW, das erstmals bei einer Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern antritt, käme unverändert zur Vorwoche auf vier Prozent und würde damit den Einzug in das Landesparlament nicht schaffen. Auch die FDP, die in der Erhebung nicht separat aufgeführt wird, würde den Wiedereinzug verpassen. Infratest dimap befragte von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1556 Wahlberechtigte in Mecklenburg-Vorpommern.
Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschern die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.
