"Plan hat nicht funktioniert"Juso-Chef hält Frau als alleinige SPD-Vorsitzende für möglich

Eine Frau als alleinige Vorsitzende bei der SPD: Für Juso-Chef Türmer ist das eine vorstellbare Alternative zur derzeitigen Doppelspitze. Diese will die SPD im Januar neu wählen. Dabei hat Türmer auch für die Zukunft des aktuellen SPD-Chefs Klingbeil klare Vorstellungen.
Juso-Chef Philipp Türmer hat sich offen für die Abschaffung der Doppelspitze bei der SPD gezeigt und eine Frau als mögliche alleinige Vorsitzende ins Spiel gebracht. "Die Doppelspitze ist nicht für alle Ewigkeit festgeschrieben", sagte Türmer der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Eine Frau kann ich mir als alleinige Vorsitzende vorstellen, einen Mann nicht."
Der ursprüngliche Plan, mit der Doppelspitze Frauen in der SPD zu stärken, habe "nicht gut funktioniert", sagte Türmer weiter. In der Vergangenheit hätten Frauen an der Spitze den Hauptteil der Kritik auf sich gezogen und wie eine Art Schutzschild für den Mann gewirkt. "Daraus abzuleiten, dass es jetzt ein Mann allein machen soll, wäre absurd", sagte der Juso-Chef. "Zumal wir sehr starke Frauen haben, denen ich den Vorsitz auch alleine zutraue." Ob die SPD künftig auch eine Einzelspitze ermöglichen will, könne die Partei vor Wahlen immer wieder neu entscheiden.
Türmer sprach sich zudem gegen eine erneute Kandidatur von Lars Klingbeil für den Parteivorsitz aus - sofern dieser Finanzminister und Vizekanzler bleiben wolle. "In den vergangenen knapp zehn Jahren, in denen er als Generalsekretär und Vorsitzender Verantwortung für die SPD getragen hat, habe ich keine klare Strategie erkannt, wie es mit der Partei wieder aufwärts gehen soll", kritisierte der Juso-Chef.
Der Finanzminister und SPD-Chef Klingbeil hatte nach dem Rücktritt von SPD-Chefin und Arbeitsministerin Bärbel Bas vor knapp zwei Wochen angekündigt, dass auf einem Parteitag "die gesamte Führungsriege der SPD" zur Wahl stehen soll. Die Neuwahl des Parteivorstandes soll auf einem ordentlichen Bundesparteitag am 16. und 17. Januar in Bremen stattfinden. Nach Klingbeils Willen soll es erneut eine Doppelspitze aus einer Frau und einem Mann geben. Ob er selbst nochmal für den Vorsitz kandidiert, gab Klingbeil bislang nicht bekannt.
