Politik

Solidarität mit US-Medien Deutsche Welle zieht nach Trumps Presse-Ausschluss Konsequenzen

22.09.2026, 20:29 Uhr
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Die Deutsche Welle mit Hauptsitz in Bonn bietet Berichterstattung in mehr als 30 Sprachen an. (Foto: picture alliance /)

US-Präsident Trump hat dem renommierten Sender CNN und weiteren Medien aufgrund von kritischer Berichterstattung ein Hausverbot erteilt. Inzwischen hat Washington zudem den eigenen Online-Kanal "Trump TV" gestartet. Die Deutsche Welle sieht die Pressefreiheit gefährdet und reagiert.

Der Auslandssender Deutsche Welle (DW) zeigt sich solidarisch mit den von US-Präsident Donald Trump aus dem Weißem Haus ausgeschlossenen Medien und zieht Konsequenzen. Die DW werde "bis auf Weiteres auf ihren deutschen und englischsprachigen Kanälen kein Bild- oder Videomaterial verwenden, das vom Weißen Haus selbst produziert und über dessen offizielle Kommunikationskanäle veröffentlicht wird." Das teilte das Medienunternehmen mit, das Nachrichten in mehr als 30 Sprachen ausstrahlt.

Trump hatte den Sendern CNN und MS NOW sowie dem Nachrichtenportal "Politico" den Zugang zum Weißen Haus untersagt. Diese gehen dagegen gerichtlich vor, sehen eine Bedrohung für die Pressefreiheit und das Recht der Öffentlichkeit auf unabhängigen Journalismus. Am Montagabend (Ortszeit) ging das Weiße Haus mit einem eigenen Online-Kanal auf Sendung: Der Stream namens "Trump TV" zeigte zunächst Reden des Präsidenten sowie Übungen der US-Streitkräfte und soll den Angaben zufolge täglich nonstop laufen.

Die Deutsche Welle betonte: "Der Ausschluss von Medien aufgrund ihrer Berichterstattung ist ein beunruhigendes Signal für die Pressefreiheit." Medienvertretern müsse freier und gleichberechtigter Zugang zu staatlichen Institutionen gewährt werden. Das sei wesentliche Voraussetzung für eine unabhängige Berichterstattung und das Recht der Öffentlichkeit auf vielfältige Informationen.

US-Sender stellten Pool-Berichterstattung vorerst ein

Die Trump-Regierung geht seit längerem systematisch gegen Medien vor, die kritisch über die Politik des Präsidenten berichten. Aktuell steht von einigen Terminen des US-Präsidenten weniger unabhängiges Bild- und Videomaterial zur Verfügung, weil führende US-Fernsehsender aus Solidarität ihre gemeinsame Pool-Berichterstattung vorübergehend eingestellt haben.

Von einer für die Presse zugänglichen Veranstaltung mit Trump am Weißen Haus am Montag und seiner folgenden Abreise in Richtung UN-Generalversammlung in New York liefen beim RTL/ntv-Außenstudio New York keine Fernsehbilder über die üblichen Kanäle ein. Die Vereinten Nationen stellten während Trumps heutiger Rede in New York ihr eigenes Bildsignal bereit.

Die DW will sich nun ausschließlich auf Material stützen, das von eigenen Reportern und weiter zugelassenen Medienvertretern erstellt wurde. "Mit dieser Entscheidung bekräftigt die DW ihr Engagement für Pressefreiheit, Medienpluralismus und unabhängigen Journalismus weltweit", hieß es in Bonn. Mit den TV-, Online- und Radioangeboten erreicht der Auslandsrundfunk nach eigenen Angaben jede Woche 337 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. 

Quelle: ntv.de, lar/dpa

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