AfD statt CDU gewinnt in SpandauBerliner Wahlergebnis korrigiert - Vier Parteien verlieren Sitze

Eine Nachzählung in Spandau verhilft der AfD zu einem weiteren Direktmandat bei der Wahl in Berlin. Und das hat Folgen bis hin zur Größe des Parlaments. Alle anderen Parteien verlieren mindestens einen Sitz.
Im Berliner Landesparlament gibt es nach der Neuauszählung eines Wahlergebnisses in Berlin-Spandau voraussichtlich fünf Abgeordnete weniger als bisher erwartet. Das teilte Landeswahlleiter Stephan Bröchler mit. "Nach dem jetzigen Stand wird das Parlament 153 Sitze haben. In der Wahlnacht sind wir noch von 158 ausgegangen." Jeweils einen Sitz weniger gebe es für CDU, SPD und Grüne. Bei der Linke seien es zwei Sitze.
Hintergrund ist die Nachzählung im Wahlkreis Spandau 1. Dabei stellte sich heraus, dass der AfD-Kandidat Tommy Tabor dort die meisten Stimmen und damit das Direktmandat erreicht hat, nicht die CDU-Kandidatin Bettina Meißner. "Da die CDU die meisten Überhangmandate errungen hat und somit für die Berechnung der Ausgleichsmandate maßgeblich ist, hat sich durch die Verringerung eines Überhangmandats der CDU auch die Anzahl der Ausgleichsmandate verringert", sagte Bröchler.
Anlass für die Neuauszählung war Bröchler zufolge, dass die per Telefon übermittelte Schnellmeldung des Ergebnisses nicht mit dem in der Niederschrift des Wahlvorstands übereinstimmte. Abweichungen zwischen Schnellmeldung und Niederschrift seien "bei der Menge der Wahllokale generell üblich", betonte Bröchler. Der Grund für die jeweilige Abweichung sei im Nachhinein zumeist nicht mehr lückenlos aufklärbar.
Noch seien die Daten aber nicht in Stein gemeißelt, betonte Bröchler. "Es gilt immer unter dem Vorbehalt, dass das der Landeswahlausschuss noch beschließen wird, also auch die Aussagen zur Sitzverteilung." Dessen Sitzung ist für den 12. Oktober vorgesehen.