Politik

Keine menschliche Kontrolle?Bericht: USA und Russland verwässern Regulierung tödlicher KI-Waffen

26.09.2026, 15:58 Uhr
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Ein KI‑gestütztes F‑16‑Kampfflugzeug der US‑Luftwaffe, das X‑62A VISTA. (Foto: AP)

In der Schweiz kommen Hunderte Diplomaten zusammen, um über einen möglichen Vertrag zur Nutzung von tödlichen autonomen Waffen zu verhandeln. Laut einem US-Medium gibt es greifbare Fortschritte - bis am letzten Tag Moskau und Washington gemeinsame Sache machen.

Laut einem Bericht der "Washington Post" haben Russland und die USA gemeinsam eine Reihe geplanter Schutzvorkehrungen für den Einsatz tödlicher autonomer Waffen abgeschwächt. Demnach fanden Verhandlungen über die Regulierung von mit KI gesteuerten Waffen Anfang September in der Schweiz im Rahmen der Vereinten Nationen statt. Dem Bericht zufolge markierten sie den bislang größten Fortschritt auf dem Weg zu einem ersten Abkommen.

Wie die Zeitung unter Berufung auf drei mit den Verhandlungen vertraute Personen berichtet, überarbeiteten Diplomaten Russlands und der Vereinigten Staaten am letzten Verhandlungstag das Dokument und strichen eine Reihe von wichtigen Passagen zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Waffen. So soll etwa eine Bestimmung beseitigt worden sein, die vorsah, dass Menschen militärische Ziele, die von der KI ermittelt wurden, vor einem Angriff überprüfen müssen.

Außerdem sei auf Betreiben der beiden Großmächte gestrichen worden, dass die Systeme auf eine "vorhersehbare" und "zuverlässige" Weise arbeiten und dass ethische Erwägungen bei der Verwendung von KI-Waffen berücksichtigt werden müssen.

Dem Bericht zufolge fand die Sitzung, an der Hunderte Diplomaten teilnahmen, hinter verschlossenen Türen statt. Nachdem die Kameras der UN abgeschaltet und zivilgesellschaftliche Beobachter entfernt worden seien, hätten Washington und Moskau jeweils rund zehn Anwälte eingesetzt, um die Änderungen vorzunehmen. Die kleineren Delegationen der anderen Länder wurden demnach von der Geschwindigkeit der Änderungen überwältigt.

Laut "Washington Post" reagierten die Außenministerien Russlands und der USA sowie die Vereinten Nationen nicht auf Anfragen zur Stellungnahme. Das Pentagon treibt den Einsatz von Künstlicher Intelligenz für autonome Waffen schon seit einiger Zeit voran. Insidern zufolge wurde die Technologie für militärische Operationen im Iran eingesetzt.

Auch im Krieg in der Ukraine werden Berichten zufolge von Russland vermehrt tödliche autonome Drohnen eingesetzt. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk sagte Anfang September, er schließe sich Aufrufen an, "Waffen zu verbieten, die ohne menschliches Zutun töten können". Er fügte hinzu, dass auch die Ukraine offenbar solche Waffen getestet habe.

Quelle: ntv.de, dsc/rts

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