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Weniger Angst, weniger einsamTeenager fühlen sich nach kurzem Tierkontakt stabiler

18.09.2026, 11:13 Uhr
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Interaktion mit Tieren
Das Kraulen eines Mini-Pferdes machte auch die Wissenschaftlerin Rebecca Calisi Rodriguez glücklich. (Foto: Gregory Urquiaga / UC Davis)

Teenager kämpfen oftmals mit Emotionen wie Angst und Einsamkeit. Doch schon das kurze Kraulen eines Pferdes oder eines Esels kann solche miesen Gefühle verschwinden lassen, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Schon wenige Minuten mit einem Pferd oder einem Esel können einen Effekt haben: Einer Studie zufolge profitieren Menschen emotional selbst von kurzen Interaktionen mit Tieren. In einem Experiment mit Teenagern gaben diese an, sich danach ruhiger sowie weniger einsam oder ängstlich zu fühlen, wie ein Team der University of California im Fachjournal "Scientific Reports" berichtet.

Beteiligt an den Versuchen waren 61 Teenager und einige gerettete Tiere: zwei Minipferde - namens Olivia und Randy - und zwei Miniaturesel - Mary und Memphis. Alle Jugendlichen verbrachten drei Minuten mit der kleinen Herde und bekamen verschiedene Instruktionen: Die Hälfte sollte den Rücken der Tiere vorsichtig streicheln, die andere Hälfte sollte die Tiere am Hals kratzen, ähnlich wie es Pferde und Esel auch gegenseitig tun.

Wie die Tiere reagierten

Zudem lernten die Probanden und Probandinnen zwei typische Reaktionen der Tiere darauf kennen: entweder Zucken mit den Lippen, den Autoren zufolge ein Zeichen für Genuss oder Freude, oder Weglaufen, ein Zeichen dafür, dass das Tier eher für sich sein will.

Nach Angaben der Teenager reagierten die Tiere beim Halskratzen in drei Viertel der Fälle mit genüsslichem Lippenzucken, beim Streicheln in knapp der Hälfte der Fälle. Auch das Weglaufen wurde häufig beobachtet - beim Streicheln in 89 Prozent der Fälle und beim Halskratzen in 42 Prozent der Fälle. Die Reaktionen schlossen sich also nicht aus: Bei etlichen Tieren waren beide Verhaltensweisen zu beobachten.

Positive Emotionen ausgelöst

Alle Teenager berichteten nach den Interaktionen mit den Tieren, sich ruhiger, weniger nervös und weniger einsam zu fühlen - unabhängig davon, ob sie die Tiere streicheln oder am Hals kratzen sollten. Auch die Reaktion der Tiere fiel weniger ins Gewicht als zuvor angenommen: Zeigten die Pferde und Esel die positive Reaktion des Lippenzuckens, fiel der Effekt mit Blick auf ein verringertes Einsamkeitsgefühl zwar größer aus. Überraschenderweise verringerte sich jedoch die gefühlte Traurigkeit bei den Teenagern sogar stärker, wenn die Tiere mit Weglaufen reagierten.

"Ich finde es toll, dass dieses unerwartete Ergebnis die Annahme infrage stellt, dass mehr Interaktion mit Tieren immer besser ist", betonte die federführende Autorin und Neurobiologin Rebecca Calisi Rodríguez. "Eine bereichernde Interaktion erfordert möglicherweise nicht, dass ein Tier ständig mit uns interagiert. Zu sehen, wie ein Tier eine Entscheidung trifft - ob es sich frei entscheiden kann, auf einen zuzukommen, bei einem zu bleiben oder wegzugehen -, kann dazu führen, dass sich die Interaktion authentischer anfühlt."

Die Forschenden sehen in ihren Erkenntnissen einen Beitrag dazu, wie Interaktionen zwischen Mensch und Tier sinnvoll gestaltet werden können. Die Tiere sollten dabei ihrer Ansicht nach nicht als passive Teilnehmer betrachtet werden, sondern als aktiver Teil der Interaktion.

Tiere können verschiedene Funktionen erfüllen

Auch andere Studien haben sich bereits mit den Interaktionen von Mensch und Tier und ihren positiven Wirkungen auseinandergesetzt: So kam im vergangenen Jahr etwa ein Team der Universität Budapest ebenfalls in "Scientific Reports" zu dem Schluss, dass Hunde für Menschen verschiedene emotionale Rollen erfüllen: etwa als Spiel-Begleiter, Kind-Ersatz oder Mittel gegen Einsamkeit.

Hunde seien von allen domestizierten Tieren die frühsten Begleiter des Menschen. Neben praktischen Funktionen als Hüte- oder Wachhunde sei schon früh ein sehr emotionales Verhältnis entstanden. Beispielhaft spiegelt dies etwa der Ausdruck wider, der Hund sei der beste Freund des Menschen, der bereits im 19. Jahrhundert verwendet wurde.

Quelle: ntv.de, Larissa Schwedes, dpa

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