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27.000 Männer untersuchtStudie: Schlechtere Spermaqualität bei Trägern enger Unterhosen

06.11.2026, 15:32 Uhr
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Träger von engen Unterhosen zeigten schlechtere Werte bei der Spermienqualität, findet ein Forschungsteam aus China heraus. (Foto: IMAGO/Dreamstime)

Eine Studie mit 27.000 Männern zeigt, dass Träger enger Unterwäsche mehr Schäden am Erbgut der Samenzellen aufweisen als Träger lockerer Boxershorts. Die Forscher haben einen Verdacht, was die Ursache sein könnte - mahnen aber auch zur Vorsicht bei der Deutung.

Männer, die eng anliegende Unterhosen tragen, haben einer großen Studie aus China zufolge im Schnitt eine etwas schlechtere Spermienqualität als Träger lockerer Boxershorts. Das berichtet das Forschungsteam im Fachjournal "Asian Journal of Andrology". Mehrere Werte zur Spermienqualität fielen bei Trägern enger Unterwäsche etwas schlechter aus.

Die Forscher hatten Daten von fast 27.000 Männern ausgewertet, die sich in der Reproduktionsklinik eines Universitätskrankenhauses auf ihre Fruchtbarkeit untersuchen ließen. Rund 5600 von ihnen gaben an, in den vorangegangenen drei Monaten überwiegend enge Unterwäsche getragen zu haben: Slips, Strings oder eng anliegende Boxershorts. Die übrigen mehr als 21.000 Männer trugen eigenen Angaben zufolge lockere Boxershorts. Bei beiden Gruppen lag das Durchschnittsalter bei 30 Jahren.

Das Ergebnis: Enge Unterwäsche war mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für ein geringeres Ejakulatvolumen, eine schlechtere Beweglichkeit und einen geringeren Anteil normal geformter Spermien verbunden. Am deutlichsten war der Unterschied bei Schäden am Erbgut der Spermien, bei Männern mit engen Unterhosen war das Risiko für hohe Werte etwa doppelt so hoch. Bei der Spermienkonzentration fanden die Forscher hingegen keinen signifikanten Unterschied.

Hohe Temperatur vermutete Ursache

Doch was könnte den Unterschied erklären? Die Autoren vermuten die Temperatur als Ursache: Der Hodensack muss etwa zwei bis drei Grad kühler sein als das Körperinnere, damit Spermien heranreifen können. Enge Slips drücken die Hoden an den Körper und erhöhen die Temperatur um bis zu ein Grad, wie frühere Studien gezeigt haben. "Die Wahl lockerer Unterwäsche könnte ein einfacher Ansatz sein, um Spermienqualität und sexuelle Funktion zu schützen", vermuten die Forscher.

Die Teilnehmer der Studie hatten zudem Fragebögen unter anderem zu Erektionsstörungen und vorzeitigem Samenerguss ausgefüllt. Auch hier zeigten sich bei den Trägern enger Unterhosen leicht erhöhte Werte. Die Autoren betonen jedoch, dass die Ergebnisse "mit Vorsicht zu interpretieren" seien, weil die Befragung keine ärztliche Diagnose ersetzen könne.

Träger enger Unterhosen rauchten häufiger

Die Autoren räumen weitere Schwächen der Studie ein, wie etwa die Tatsache, dass die Träger enger Unterwäsche häufiger rauchten und Alkohol tranken. Zudem hatten sie öfter Krampfadern am Hodensack und Prostataentzündungen. Zudem beruht die Einteilung nach Unterhosen-Typen auf einer einzigen Selbstauskunft über die Art der getragenen Unterwäsche, ohne Angaben zu Stoff oder Passform.

Frühere Studien zu dem Thema waren bisher zu uneinheitlichen Ergebnissen gekommen. Eine Untersuchung der Harvard-Universität mit 656 Männern hatte 2018 bei Boxershorts-Trägern eine um 25 Prozent höhere Spermienkonzentration festgestellt. Eine US-Studie mit 501 Paaren fand 2016 dagegen nur wenige Unterschiede und keinen Einfluss auf die Zeit bis zum Eintritt einer Schwangerschaft.

Quelle: ntv.de

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