Opferritual bei Bestattung?Spektakulärer Fund in Peru - fast 600 Jahre alte Grabstätte

An Perus Pazifikküste blühte einst das Reich der Chimú. Nun stoßen Archäologen auf eine fast intakte Bestattungsanlage mit 38 hochrangigen Toten. Ein ausgestreckt liegendes Skelett gibt den Forschern jedoch Rätsel auf.
Im Norden von Peru haben Archäologen eine nahezu intakte und fast 600 Jahre alte Grabstätte der vorkolumbischen Chimú-Kultur entdeckt. Bei dem Fund auf der Ruinenstätte Chan Chan, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, handelt es sich um eine Bestattungsanlage, in der sich die Überreste von mindestens 38 Personen hohen gesellschaftlichen Ranges mit ihren Grabbeigaben befanden, wie das peruanische Kulturministerium mitteilte.
Die Behörde des südamerikanischen Landes sprach von einem "außergewöhnlichen archäologischen Fund", der neue Erkenntnisse zur Chimú-Gesellschaft und zu ihren Bestattungsbräuche liefere. Das Reich der Chimú erstreckte sich ab etwa dem Jahr 900 bis Mitte des 15. Jahrhunderts entlang der Pazifikküste des heutigen Peru bis nach Ecuador, bis es von den Inka erobert wurde.
Die Zitadelle von Chan Chan war auf einer Fläche von etwa 20 Quadratkilometern errichtet worden, verfügte über zehn Paläste und beherbergte zu ihrer Blütezeit etwa 30.000 Einwohner. Sie gehört zu den bedeutendsten archäologischen Stätten in Amerika und zählt seit 1986 zum Unesco-Weltkulturerbe. Chan Can steht allerdings aufgrund der durch Klimaveränderungen wachsenden Zerstörungen auch auf der Rote Liste des gefährdeten Welterbes.
Gräber von Menschen mit gehobener Stellung?
Die Grabstätte besteht aus einer zentralen Kammer und zwei Seitenkammern. Um die Skelette herum und auf ihnen wurden Schmuckstücke und zeremonielle Gegenstände gefunden, darunter Ohrringe, Halsketten und Kopfschmuck aus Metall. Dies deutet laut den Forschern auf die gehobene gesellschaftliche Stellung der hier begrabenen Menschen hin.
Unter den beigesetzten Personen sticht eine hervor, deren Bestattungsweise vom bekannten Muster abweicht. Der Körper wurde vollständig ausgestreckt beigesetzt. Sonst sind Chimú-Bestattungen durch gebeugte Sitzhaltungen gekennzeichnet. Dies könnte auf ein Opferritual oder einen großen hierarchischen Unterschied hinweisen.
