Dax nimmt die 25.000er-Marke
Es bleibt ein scheinbar ewiges Hin und Her. Anleger schwanken hinsichtlich der Lage im Nahen Osten immer wieder zwischen Hoffen und Bangen. Heute setzte sich die Hoffnung durch. Die Nachricht über einen potenziellen Waffenstillstand im Nahen Osten sorgte bei den Investoren für Zuversicht. Nachdem sich der Dax zunächst mit der Richtungssuche schwer tat, legte er am Nachmittag klar zu und schloss mit einem Zuwachs von 0,66 Prozent auf 25.011,35 Punkten. Dies war zugleich das Tageshoch.
Damit bleibt das Rekordhoch des Börsenbarometers von rund 25.900 Punkten von Anfang Juli in Sichtweite. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Dienstag um 0,42 Prozent auf 31.812,87 Zähler nach oben.
Unterstützung kam von den Quartalszahlen von 3M. Die Ergebnisse von General Motors konnten hingegen nicht überzeugen. Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, kommentiert: "Die Börse ist hin- und hergerissen zwischen dem Nahost-Konflikt und der US-Berichtssaison." Beide Aspekte seien nicht berechenbar und besäßen "ein hohes Überraschungs- und gleichermaßen Enttäuschungspotenzial".
Positiv wurde der Sprung des ZEW-Index der deutschen Konjunkturerwartungen auf 26,3 aufgenommen. Er ist damit im Juli stärker gestiegen als im Konsens mit 18,0 erwartet. Er zeuge von einer gewissen, konjunkturellen Zuversicht, unabhängig davon, dass die Lage mit der Eskalation am Persischen Golf schwieriger werde, kommentierten die Marktstrategen der Helaba. Mit einem größeren Einfluss der Daten auf die EZB-Zinserwartungen sei nicht zu rechnen.
Das war der Börsen-Tag vom Dienstag. Wir wünschen Ihnen einen erholsamen Feierabend. Morgen früh geht es an dieser Stelle munter weiter. Wir würden uns freuen, wenn Sie wieder dabei sind!
TKMS will Kieler Werft nicht mehr
Die Thyssenkrupp-Marinetochter TKMS ist aus dem Bieterprozess für die Werft German Naval Yards Kiel (GNYK) ausgestiegen. Es habe keine Einigung über die wirtschaftlichen Konditionen einer Übernahme gegeben, erklärte TKMS-Chef Oliver Burkhard am Dienstag. Ins Visier genommen hat die Werft auch der Düsseldorfer Konkurrent Rheinmetall, der erklärtermaßen im Marine-Geschäft wachsen will.
Massiver Ausbau der Stromnetze birgt Chancen für Anleger
Ob Elektroautos, Wärmepumpen oder KI: Der Strombedarf steigt kontinuierlich. Die Folge ist, dass die Stromnetze und die Energieinfrastruktur dringend ausgebaut werden müssen. Das ist einerseits teuer, da Investitionen in Milliardenhöhe nötig sind. Andererseits bietet es aber auch Chancen für Anleger. Denn zahlreiche Unternehmen können genau das liefern, was für den Stromnetzausbau benötigt wird, und hoffen auf entsprechende Umsätze. Wie Anleger auf genau solche Firmen setzen können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Oliver Schmidt von Metzler Asset Management.
Insider: Moskau sichert Benzin-Versorgung mit Lieferungen aus Sibirien
Russland stabilisiert die Treibstoffversorgung in der Region Moskau durch umgeleitete Lieferungen aus Sibirien und verstärkte Importe aus Belarus. Damit reagieren die Behörden auf Engpässe bei Benzin und Diesel, die durch ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien im ganzen Land verursacht wurden. Dies teilten Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters mit. Während sich die Lage in der politisch und wirtschaftlich wichtigsten Region des Landes damit entspannt hat, sind andere Teile Russlands weiterhin von Kraftstoffknappheit betroffen. Die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim ist Händlern zufolge am stärksten betroffen.
Seit Mai hat die Ukraine ihre Angriffe auf die russische Öl-Infrastruktur verstärkt, um eine wichtige Geldquelle der Führung in Moskau zur Finanzierung des seit fast viereinhalb Jahren wütenden Krieges auszutrocknen. Die landesweite Benzinproduktion fiel daraufhin Anfang Juli auf rund 65 Prozent des durchschnittlichen saisonalen Verbrauchs. Ein Angriff auf die Moskauer Ölraffinerie Mitte Juni führte zu langen Schlangen an den Tankstellen in der Hauptstadt. Um die Produktionsausfälle auszugleichen, wurden Benzinlieferungen aus dem Ural und Sibirien sowie Importe aus Belarus in die Moskauer Region umgeleitet, so die Händler. Einer von ihnen erklärte, die Raffinerie Atschinsk in der sibirischen Region Krasnojarsk beliefert nun Moskau.
Marktmanipulation? Trumps Abo-Modell befeuert Debatte um Insiderhandel
Donald Trump macht seine Truth-Social-Posts zum Geschäftsmodell: Über die neue "Truth API" verkauft sein Medienkonzern Börsenhändlern einen Vorsprung von Millisekunden. Bei Botschaften, die Kurse bewegen können, könnte dieser Vorsprung ausschlaggebend sein. Kritiker sehen darin Anzeichen für organisierten Insiderhandel.
Tech-Werte an der Wall Street gehen steil nach oben
Die Wall Street startet amit Aufschlägen in den Handel. Vor allem bei Technologiewerten geht es kräftiger nach oben. Laut einem Bericht plant Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC), die Preise bei sowohl fortschrittlichen als auch älteren Chips ab 2027 um bis zu zehn Prozent zu erhöhen. Dies sorgt bei Chip-Aktien wie Nvidia, Intel und Advanced Micro Devices (AMD) für Aufschläge von bis zu 6,2 Prozent. Der Dow-Jones-Index steigt im frühen Handel um 0,3 Prozent auf 52.004 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite ziehen um 0,5 bzw. 0,9 Prozent an.
Leicht gestützt wird die Stimmung von neuen diplomatischen Vorstößen im Iran-Krieg. Katar hat die Idee eines 10-tägigen Waffenstillstands sowie einer Aussetzung der Schifffahrtsbeschränkungen in der Straße von Hormus ins Spiel gebracht. Doch ob sich die USA und der Iran hierzu bereit erklären, bleibt bislang ungewiss. "Wir sehen wenig Anzeichen dafür, dass die jüngste Eskalation das Wirtschaftswachstum so stark schwächen wird, dass wir unsere Pro-Risiko-Einstellung ändern müssten", sagt Chefmarktstratege Jean Boivin von Blackrock Investment Institute.
Unter den Einzelaktien gewinnt die Bilanzsaison an Einfluss: Die Aktien von General Motors ziehen um 0,4 Prozent an - der Konzern hat die Prognose für den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) für das Gesamtjahr erneut angehoben. Auch 3M hat nach einer starken Geschäftsdynamik im ersten Halbjahr ihre Jahresziele angehoben, nachdem im zweiten Quartal Gewinn und Umsatz gestiegen sind. Die Aktie klettert um 8,7 Prozent. Die dänische Novo Nordisk verklagt den US-Rivalen Eli Lilly wegen irreführender Werbung - die Aktie schlägt sich mit plus 0,3 Prozent wacker.
Die 81 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount ist auf eine juristische Hürde gestoßen. Ein Bundesgericht in Kalifornien hat eine einstweilige Verfügung erlassen, die es den Unternehmen temporär untersagt, die Transaktion abzuschließen. Unterdessen prüft das Gericht, ob die Fusion bis zur Klärung einer von einem Dutzend Bundesstaaten angestrengten Kartellklage blockiert bleiben soll. Die Aktien von Warner Bros Discovery sinken um 0,1 Prozent, Paramount Skydance legen um 0,6 Prozent zu.
Umbau von E-Auto-Geschäft kostet GM 2,3 Milliarden Dollar
General Motors hat im letzten Quartal zusätzliche Belastungen in Höhe von 2,3 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit der Restrukturierung seines Elektrofahrzeuggeschäfts verbucht. Davon seien 900 Millionen US-Dollar liquiditätswirksame Belastungen im Zusammenhang mit Zulieferern, 700 Millionen US-Dollar liquiditätswirksame Belastungen zur Anpassung der Batterie-Lieferkette mit Joint-Venture-Partnern und 700 Millionen US-Dollar nicht-liquiditätswirksame Abschreibungen auf Wertminderungen von Compliance-bezogenen und anderen Vermögenswerten, sagte Finanzvorstand Paul Jacobson in einer Telefonkonferenz mit Analysten.
Jacobson erklärt, GM habe mit seinen Partnern und Zulieferern zusammengearbeitet, um die Restrukturierung des Elektrofahrzeuggeschäfts so schnell wie möglich abzuschließen. "Ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass wir davon ausgehen, dass mit diesen Maßnahmen die wesentlichen liquiditätswirksamen Belastungen, die uns im Zuge der Anpassung unserer EV-Kapazitäten und unserer Produktionspräsenz an die geänderte Regulierungspolitik entstehen werden, weitgehend abgeschlossen sind", sagt er.
Öl-Futures steigen
Die Rohöl-Futures notieren höher. Hintergrund ist die Fortsetzung der Angriffe auf iranische Ziele durch die USA. Umgekehrt greift der Iran US-Stützpunkte und andere Standorte in der Golfregion an. Zu den Sorgen um das Angebot tragen auch die Drohungen der Huthis gegen die saudische Schifffahrt im Roten Meer und die Angriffe der Ukraine auf die russische Energieinfrastruktur bei.
Die Preisanstiege im Zuge der jüngsten Eskalation wurden durch die Erwartung gebremst, dass jederzeit wieder Gespräche aufgenommen werden könnten. "Wie jeder andere auch bin ich zurückhaltend, übermäßig bullish zu sein, angesichts der Schlagzeilenrisiken, die jeden Moment entstehen und den Ölpreis um 5 US-Dollar drücken können, wenn der Markt eindeutig long positioniert ist", schreibt Scott Shelton von TP ICAP in einer Research Note. WTI zur Lieferung im August steigt vor dem heutigen Verfall um 1,9 Prozent auf 84,79 US-Dollar und Brent legt um 1,7 Prozent auf 90,76 US-Dollar zu.
Anleger fliegen auf 3M
Eine angehobene Prognose gibt den Aktien des US-Mischkonzerns 3M Auftrieb. Die Titel des Herstellers von Produkten wie Post-it-Haftnotizen und Schleifpapier legen vorbörslich um fast sechs Prozent zu. Nach einem starken zweiten Quartal rechnet 3M nun mit einem bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 8,80 und 8,95 Dollar für das Gesamtjahr. Bisher hatte die Prognose bei 8,50 bis 8,70 Dollar gelegen. Der Konzern erwartet, die Mehrkosten durch höhere Ölpreise mit Preiserhöhungen vollständig ausgleichen zu können. Zudem sei das Geschäft in der größten Sparte Sicherheit und Industrie im zweiten Quartal besonders gut gelaufen.
Londoner Börse folgt dem Trend
Der Börsenbetreiber London Stock Exchange (LSE) will einem Zeitungsbericht zufolge den Handel mit Wertpapieren nahezu rund um die Uhr ermöglichen. Dafür solle eine eigenständige Plattform eingerichtet werden, schreibt die "Financial Times". Die LSE reagiere damit auf eine gestiegene Nachfrage vor allem von Privatanlegern, zitierte das Blatt Unternehmenschefin Julia Hoggett.
Ab dem kommenden Jahr könnten auf der neuen Plattform zunächst börsennotierte Fonds (ETFs) auf britische und US-Werte gehandelt werden, hieß es weiter. Sie werde zwischen 17.00 Uhr und 7.50 Uhr britischer Zeit geöffnet sein. Um 6.30 Uhr gebe es eine 30-minütige Unterbrechung für die Feststellung und Abrechnung der Schlusskurse. Der bisherige Wertpapierhandel bleibe davon unberührt und laufe wie bisher zwischen 8.00 und 16.30 Uhr.
Mit diesen Plänen folgt die LSE einem internationalen Trend: Spätestens mit dem Aufstieg der Kryptowährungen, die auf spezialisierten Online-Plattformen rund um die Uhr gehandelt werden können, steigt der Druck auf die traditionellen Börsenbetreiber, ihre Geschäftszeiten auszuweiten.
An der US-Technologiebörse Nasdaq können Wertpapiere ab Dezember werktags 23 Stunden lang gehandelt werden. An der US-Börse Cboe ist dies für ausgewählte Aktien seit vergangener Woche möglich. Im Mai startete die CME einen durchgehenden Handel für Terminkontrakte auf Kryptowährungen. Die New York Stock Exchange (Nyse) hat die Genehmigung für eine Ausweitung der Handelszeiten auf 22 Stunden erhalten.
Börsenprofis sehen diesen Trend jedoch kritisch. Sie warnen unter anderem vor größeren Kursausschlägen durch die geringeren Umsätze in den Nachtstunden.
Einnahmen aus Tabaksteuer brechen ein – Verband: "finanzpolitischer Wahnsinn"
Nach den heute veröffentlichten Daten des Monatsberichts des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) sind die Tabaksteuereinnahmen erneut deutlich eingebrochen. Demnach beliefen sich die Einnahmen aus der Tabaksteuer im ersten Halbjahr 2026 auf 6,792 Milliarden Euro. Das entspricht einem deutlichen Rückgang von 15 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025.
Bereits zum 1. Januar 2026 war die Tabaksteuer um 15 Cent je 20er-Packung Zigaretten erhöht worden. Die Entwicklung der Einnahmen zeigt nach Auffassung des Bundesverbands der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE), dass die Belastungsgrenze des legalen Marktes erreicht ist. Der Verband warnt deshalb eindringlich vor weiteren Steuererhöhungen.
BVTE-Hauptgeschäftsführer Jan Mücke erklärt: "Sowohl der Gesetzentwurf der Bundesregierung als auch die Pläne der Regierungskoalition für eine weitere drastische Erhöhung der Tabaksteuer sind finanzpolitischer Wahnsinn. Die derzeit diskutierte Steuererhöhung von 80 Cent je Packung würde den Preis einer Zigarettenschachtel bereits im kommenden Jahr auf rund 9,10 Euro und bis 2030 auf fast 12 Euro steigen lassen."
Warum Trump über die Vier-Dollar-Marke beim Spritpreis stolpern könnte
Im Vergleich zu den Benzinpreisen in Deutschland ist Tanken in den USA immer noch billig: Ein Liter Benzin kostet umgerechnet nicht mal einen Euro. Amerikaner belastet das trotzdem. Warum die 4-Dollar-Marke pro Gallone (ca. 3,785 Liter) auch ein politisches Problem für Donald Trumps Republikaner werden könnte, erklärt Nancy Lanzendörfer.
Insider: TSMC will Chip-Preise ab 2027 um bis zu zehn Prozent erhöhen
Taiwan Semiconductor Manufacturing Co (TSMC) plant einem Bericht zufolge, die Preise für Bestellungen von sowohl fortschrittlichen als auch älteren Chips 2027 um bis zu zehn Prozent zu erhöhen. Wie Nikkei unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen weiter berichtet, sind steigende Kosten für Materialien, Produktionsanlagen und der Bau neuer Chipfabriken in Übersee Gründe für die geplante Preiserhöhung.
Auf Nachfrage von Nikkei teilte TSMC mit, sich nicht zur Preisgestaltung zu äußern. Das Unternehmen fügte jedoch hinzu, dass seine Preisstrategie strategisch und nicht opportunistisch sei, und man weiterhin eng mit den Kunden zusammenarbeite.
VW sortiert Indien-Geschäft neu - Skoda soll gestärkt werden
Volkswagen steht einem Medienbericht zufolge vor dem Verkauf einer Beteiligung an seinem Indien-Geschäft an den dortigen Mischkonzern JSW. Beide Seiten arbeiteten an einer Vereinbarung in den kommenden Wochen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider.
Mit dem Geschäft solle die Sparte Skoda Auto Volkswagen India mit frischem Kapital gestärkt werden. Eine Sprecherin der VW-Tochter Skoda, die das Indien-Geschäft des Wolfsburger Autobauers leitet, wollte den Bericht nicht kommentieren. JSW reagierte bislang nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Indien ist einer der größten Automärkte der Welt. Skoda sucht nach dem Rückzug aus Russland und China dort nach neuen Wachstumschancen.
ZEW-Index steigt stärker als erwartet
Finanzexperten blicken optimistischer auf die deutsche Wirtschaft als zuletzt. Das Barometer der Konjunkturerwartungen für die kommenden sechs Monate stieg im Juli spürbar um 15,8 Zähler auf 26,3 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner monatlichen Umfrage unter 185 Investoren und Analysten mitteilte. Ökonomen hatten nur mit einem Anstieg auf 17,5 Punkte gerechnet.
"Das Reformpaket scheint Wirkung zu zeigen - insbesondere die exportorientierten Sektoren sowie die Binnennachfrage verzeichnen stabile Zuwächse", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach das Umfrageergebnis. "Die Entwicklung des Iran-Konflikts und des Ölpreises bleibt dennoch ein zentraler Unsicherheitsfaktor für die Erholung Deutschlands", fügte er hinzu.
Die aktuelle Lage schätzten die Börsianer im Juli wie bisher sehr nüchtern ein: Dieses Barometer lag mit minus 77,6 Punkten zwar um 3,4 Zähler über dem Vormonatswert, verharrte aber tief im negativen Bereich.
Rüstungsrally in London: Healey-Effekt treibt Babcock und BAE
Die Ernennung von John Healey zum britischen Finanzminister sorgt für Euphorie bei britischen Rüstungswerten. Healey war als Verteidigungsminister wegen mangelnder Investitionen zurückgetreten und hatte drei Prozent des BIP für Verteidigung bis 2030 gefordert.
J.P. Morgan hält es für "sehr wahrscheinlich", dass er nun die Militärausgaben nach oben treiben wird. Die Anleger reagierten prompt: Babcock sprang um 7,7 Prozent, BAE Systems um 3,5 Prozent und QinetiQ um 4,1 Prozent nach oben.
SK Hynix und Samsung Electronics räumen in Asien ab
Die asiatischen Aktienmärkte haben die gefallenen Kurse zum Wiedereinstieg genutzt. Der japanische Leitindex Nikkei kletterte nach dem Feiertag um 3,3 Prozent auf 66.232 Punkte und machte damit rund die Hälfte der Kursverluste aus der Vorwoche wett. Auch der südkoreanische Kospi zog um 3,6 Prozent an. Treiber waren einmal mehr Halbleiterwerte. Die Aktien von SK Hynix legten bis zu sieben Prozent zu, Rivalen Samsung Electronics sprangen zeitweise sogar um acht Prozent nach oben.
Die Erholung wurde zudem von einem leichten Rückgang der Ölpreise gestützt. Analysten sehen den Technologiesektor und KI-Aktien weiter als wichtigstes Anlagethema für die zweite Jahreshälfte 2026. Nun richten die Anleger ihren Blick auf die für Ende Juli erwartete Sitzung des Politbüros der Kommunistischen Partei Chinas. Sie erhoffen sich von dem Spitzengremium Signale für eine stärkere Konjunkturunterstützung nach den jüngsten Kursverlusten.
Daimler-Truck-Chefin erwartet chinesische E-Lkw-Offensive
Während man mittlerweile gelegentlich auch mal chinesische Elektro-Pkw auf deutschen und europäischen Straßen sieht, sind E-Lkw aus China eine absolute Seltenheit. Doch das könnte sich ändern. "Ich erwarte auch eine Offensive bei den Lkw", sagte Daimler-Truck-Chefin Karin Rådström im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Und: "Es liegt an uns, vorbereitet zu sein." In China seien die chinesischen Lkw-Bauer sehr stark.
Bei den elektrischen Bussen seien chinesische Hersteller schon seit über zehn Jahren in Europa aktiv, sagte Rådström, die derzeit auch Vorsitzende des Nutzfahrzeug-Ausschusses des Verbands europäischer Automobilhersteller (Acea) ist. "Sie haben Marktanteile gewonnen, aber sie haben den Markt nicht übernommen. Und wir haben gezeigt, dass wir in der Lage sind, sehr profitabel und wettbewerbsfähig zu sein."
Natürlich nehme man die chinesische Konkurrenz ernst, aber man sei auch selbstbewusst in dem, was man tue. "Wir können mit ihnen genauso konkurrieren wie mit amerikanischen, europäischen, koreanischen oder japanischen Wettbewerbern", sagte Rådström.
Der Nutzfahrzeughersteller aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart steht unter Druck, weil es zuletzt nicht rund lief. Der Gewinn war 2025 um 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf zwei Milliarden Euro eingebrochen. US-Zölle und eine schwache Nachfrage in Nordamerika hatten das Geschäft stark belastet. Auch der Umsatz und Absatz waren zurückgegangen. Im ersten Quartal dieses Jahres brach der Gewinn sogar um 80 Prozent ein.
Das könnte den Kursrutsch beim Bitcoin stoppen
Nach einem deutlichen Rückgang in den letzten Monaten hat sich die Lage bei der Kryptowährung Bitcoin zuletzt etwas beruhigt. Noch ist aber offen, ob sich der Preisrückgang weiter fortsetzt oder ob bereits ein Boden für eine Erholung gefunden worden ist. Viele Anleger setzen jetzt ihre Hoffnungen in den sogenannten Halving-Zyklus. Demzufolge könnte der Bitcoin-Kurs ab Oktober oder November wieder ansteigen. Was hinter dieser Theorie steckt, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Dirk Heß von NxtAssets.
Gute Nachrichten für neuen britischen Premier
Die Neuverschuldung der britischen Regierung war im Juni um ein Drittel niedriger als ein Jahr zuvor - lag aber für das bisherige Haushaltsjahr dennoch leicht über dem Ziel.
Das nationale Statistikamt (Office for National Statistics) teilte mit, dass die Regierung im dritten Monat des neuen Haushaltsjahres 16 Milliarden Pfund an neuen Schulden aufgenommen hat. Das sind 7,9 Milliarden Pfund weniger als im gleichen Monat des Jahres 2025.
Im bisherigen Haushaltsjahr belief sich die Neuverschuldung auf insgesamt 57,6 Milliarden Pfund. Dies entspricht einem Rückgang von 3,7 Milliarden Pfund im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, liegt aber 2,7 Milliarden Pfund über den Prognosen des Office for Budget Responsibility.
Die britischen Staatsfinanzen für Juni sind eine gute Nachricht für den neuen Premierminister Andy Burnham und seinen Finanzminister John Healey. Allerdings gebe es bei einer weiter steigenden Schuldenlast nur begrenzten Spielraum für eine zusätzliche Kreditaufnahme, schreibt Ruth Gregory von Capital Economics in einer Research Note.
Der Dax hält sich wacker
Der Frankfurter Aktienmarkt geht nun doch mit leichten Gewinnen in den Tag. Der Dax legt 0,1 auf 24.894 Punkte zu.
Finanzaufsicht untersucht Jungheinrich-Halbjahresbilanz
Die Finanzaufsicht BaFin schaut sich die Halbjahres-Bilanz des Gabelstaplerherstellers Jungheinrich aus dem vergangenen Jahr genauer an. Es lägen konkrete Anhaltspunkte dafür vor, dass das Hamburger Unternehmen dabei gegen Bilanzierungsvorschriften verstoßen habe, teilte die Behörde mit. Es geht um die Bewertung von Vermögenswerten - vor allem von Mietgeräten und Vorräten - im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des Russland-Geschäfts, die möglicherweise fehlerhaft sei. Die Ankündigung drückte die Jungheinrich-Aktie auf der Handelsplattform Tradegate um knapp fünf Prozent.
Jungheinrich teilte mit, der Konzern stehe mit der BaFin im Austausch. Der Gabelstaplerhersteller hatte seine Russland-Tochter Jungheinrich Lift Truck im Juli 2025 mit Verlust an einen russischen Finanzinvestor verkauft und deshalb seine Gewinnerwartungen deutlich gesenkt.
Der Dax dürfte schwächeln
Für die europäischen Aktienmärkte kündigt sich eine kaum veränderte Handelseröffnung an. Der Dax wird der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge mit leichten Verlusten in den Handel starten.
Zum Wochenanfang hatte der deutsche Leitindex 0,1 Prozent fester bei 24.847 Punkten geschlossen. Zurückhaltung vor wichtigen Firmenbilanzen und Sorgen über die Lage im Nahen Osten hatten die Wall Street gestern dagegen ins Minus gedrückt.
Die sommerliche Hängepartie dürfte zunächst anhalten. Die Risikobereitschaft leidet unter der angeschlagenen Stimmung im KI-Sektor und den anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten.
Hamburger Hafen kann Prognose nicht halten
Der Hamburger Hafenkonzern HHLA senkt seine Umsatz- und Gewinnprognosen für das laufende Jahr. Umbaumaßnahmen zur Automatisierung der Hamburger Containerterminals hätten zu stärkeren operativen Beeinträchtigungen geführt als erwartet, teilte das von der Stadt Hamburg und der weltgrößten Reederei MSC kontrollierte Unternehmen mit. Auch die Auswirkungen des Wintereinbruchs zu Jahresbeginn könne die HHLA wohl nicht mehr vollständig kompensieren.
Für den Teilkonzern Hafenlogistik wird nunmehr ein weniger starker Umsatzanstieg erwartet, auch das operative Betriebsergebnis (Ebit) soll mit 135 bis 155 (zuvor: 160 bis 180) Millionen Euro geringer ausfallen als bisher erwartet.
Bank Bär erzielt Rekordgewinn
Die Bank Julius Bär hat im ersten Halbjahr einen Gewinnsprung verbucht. Dank Rückenwind von sprudelnden Handelserträgen kletterte der Gewinn um 128 Prozent auf den Rekordwert von 673 Millionen Franken, wie das Schweizer Institut mitteilte. Damit übertraf der Vermögensverwalter für Millionäre und Milliardäre die von Analysten geschätzten 640 Millionen Franken.
Auch bei den Wall-Street-Häusern hatten die regen Handelsaktivitäten der Kunden als Folge der geopolitisch bedingten Ausschläge an den Finanzmärkten zuletzt die Gewinne angekurbelt. Im Vorjahr hatten Belastungen aus dem Verkauf des lokalen Geschäfts in Brasilien sowie Wertberichtigungen auf Hypotheken und andere Kredite Bär das Ergebnis verhagelt.
Die verwalteten Vermögen kletterten im Vergleich zu Ende 2025 um fünf Prozent auf 547 Milliarden Franken.
Generika-Konkurrenz belastet Novartis
Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat im zweiten Quartal dank eines starken Geschäfts mit Krebsmedikamenten den Umsatz gesteigert und das Ergebnis trotz der Generika-Konkurrenz für sein Herzmittel Entresto stabil gehalten. Das bereinigte operative Kernergebnis stagnierte von April bis Juni bei 5,94 Milliarden Dollar, wie Novartis mitteilte. Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 14,4 Milliarden Dollar.
Seine Prognose für das Gesamtjahr behielt Novartis bei und erwartet weiterhin ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Der bereinigte operative Gewinn soll in ähnlicher Größenordnung sinken.
Novartis steht derzeit vor einer Reihe auslaufender Patente. Besonders betroffen ist der Kassenschlager Entresto, der im vergangenen Jahr 14 Prozent des Nettoumsatzes ausmachte. Wegen der Konkurrenz durch günstigere Nachahmerprodukte auf dem US-Hauptmarkt sanken die Erlöse mit dem Herzmedikament im abgelaufenen Quartal um 50 Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar. Schon zum Jahresauftakt war der Umsatz um 42 Prozent eingebrochen.
Öl wird etwas billiger
Die Ölpreise geben nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligt sich um 0,5 Prozent auf 88,81 Dollar. Das US-Öl WTI notierte 0,3 Prozent schwächer bei 82,98 Dollar.
Die Aussicht auf einen möglichen Waffenstillstand im Iran-Krieg verringert Sorgen vor einer kompletten Blockade der Straße von Hormus. Gleichzeitig entlasten eine robuste physische Versorgung aus den USA und Saudi-Arabien sowie eine schwächere Nachfrage aus China den Markt.
In Japan steigen die Kurse
An den asiatischen Aktienmärkten geht es unter dem Strich aufwärts: Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans steigt um 0,25 Prozent.
Der japanische Nikkei-Index legt um mehr als ein Prozent zu, nachdem es zuletzt zu Ausverkäufen bei Technologiewerten gekommen war. Energieunternehmen und Handelshäuser führen die Gewinner an, was teilweise auf die Erwartungen höherer Ölpreise inmitten des Iran-Konflikts zurückzuführen ist. Inpex legen um 2,8 Prozent zu und Mitsubishi Corp steigen um 1,7 Prozent.
Der Ölpreis entfernte sich jedoch von seinem Einmonatshoch, nachdem bekannt wurde, dass Vermittler dem Iran einen zehntägigen Waffenstillstand vorgeschlagen haben. Gleichzeitig drohten aber die vom Iran unterstützten Huthi im Jemen mit einer Seeblockade gegen Saudi-Arabien.
Anleger warten zudem gespannt auf die anstehenden Quartalszahlen von US-Technologiekonzernen wie Alphabet und Intel, die als Test für den KI-Boom gelten.
Was für den Dax heute wichtig wird
Die Börsenprofis schauen heute wieder mal auf die Stimmung der ... Börsenprofis und zwar anhand der Befragungsergebnisse des Mannheimers Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) für den Juli. Experten erwarten, dass das Stimmungsbarometer im Juli weiter gestiegen ist - und zwar auf 18,0 Punkte, nach 10,5 Zählern im Juni. Friedenssignale aus dem Nahen Osten hatten damals eine kräftige Aufhellung der Stimmung bewirkt. Mittlerweile ist der Konflikt allerdings wieder aufgeflammt. Der Iran-Krieg und seine Auswirkungen vor allem auf die globalen Energiemärkte und damit auch Inflation und Zinsen bleibt ohnehin eines der bestimmenden Themen, auch und gerade vor der am Donnerstag anstehenden Zinsentscheidung der EZB.
Der Dax hatte gestern 0,06 Prozent höher bei 24.846,69 Punkten geschlossen.
Spannend aus Finanzmarktsicht geht es auch in London in der Downing Street weiter: Der neue britische Premierminister Andy Burnham hält seine erste Kabinettssitzung ab und will erste Maßnahmen gegen die steigenden Lebenshaltungskosten vorstellen. In diesem Zusammenhang könnten auch Steuererhöhungen bekannt werden, die zur Finanzierung der Maßnahmen nötig werden. Auch die Details zum künftigen Kabinett dürften in den nächsten Tagen klar werden.
Auch die Berichtssaison geht weiter. Frische Zahlen gibt es unter anderem vom Schweizer Pharmagiganten Novartis. Hier blicken Anleger bereits über das abgelaufene Jahresviertel hinaus. Weil billige Nachahmerprodukte für das Herzmittel Entresto die Bilanz belasten, peilt das Management für das Gesamtjahr bislang nur ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich an, während das operative Kernergebnis in ähnlicher Größenordnung sinken dürfte. Im Fokus stehen daher drei entscheidende Studien zu neuen Hoffnungsträgern im zweiten Halbjahr. Enttäuschen die anstehenden Studiendaten, dürfte die hohe Bewertung der Aktie Analysten zufolge massiv unter Druck geraten.