Der Börsen-Tag
7. September 2026
imageHeute mit Thomas Badtke und Wolfram Neidhard
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12:53 Uhr

Euroraum-Anleiherenditen gehen hoch

Die Renditen von Staatsanleihen der Eurozone steigen im frühen Handel, da die Ölpreise zulegen und die Anleger sich auf die Zinsentscheidung der EZB am Donnerstag konzentrieren. Die Märkte preisen eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte vollständig ein, da die EZB angesichts hoher Energiepreise, die die Gesamtinflation in die Höhe getrieben haben, Zweitrundeneffekte bei der Inflation verhindern will.

"Obwohl eine Anhebung um 25 Basispunkte ausgemacht zu sein scheint, tendiert die Risikobilanz unserer Meinung nach zu einer "dovish" Marktreaktion", schreiben die leitenden europäischen Zinsstrategen von ING, Benjamin Schroeder und Michiel Tukker, in einer Research Note. "Die Märkte preisen bereits eine Landezone von rund drei Prozent ein, was wir als hawkish einschätzen." Die Rendite des zehnjährigen Bunds steigt laut Tradeweb um 1,2 Basispunkte auf 3,353 Prozent.

Euroraum-Anleiherenditen gehen hoch
12:30 Uhr

Immobilienaktien rot

Nach einem Kommentar von Goldman Sachs schwächeln die Immobilienwerte. Die Diskussionen auf der Immobilienkonferenz des Bankhauses deuteten vor dem Hintergrund steigender Zinsen auf eine leicht zurückhaltende Stimmung in der Branche hin, obwohl die Finanzierungsbedingungen und operativen Trends weiterhin solide blieben, schreiben die Analysten. Die Papiere von Vonovia, die die Analysten auf "Neutral" von "Buy" herunterstufen, verlieren im Dax 2,3 Prozent. Sie gehören damit zu den schwächsten Werten. Im MDax geben Aroundtown, LEG Immobilien, TAG Immobilien und Deutsche Wohnen zwischen 0,7 und 1,9 Prozent nach.

Immobilienaktien rot
12:08 Uhr

Dax rutscht wieder unter 26.000

Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat an diesem ereignisarmen Tag leicht nachgegeben, die Wahl in Sachsen-Anhalt spielte auf dem Parkett keine Rolle. Der Leitindex verlor am Mittag 0,3 Prozent auf 25.975 Punkte. Der EuroStoxx50 notierte 0,1 Prozent tiefer bei 6386 Stellen. Der Euro lag etwas fester bei 1,1624 US-Dollar.

Dax rutscht wieder unter 26.000
11:31 Uhr

Sentix-Konjunkturindex auf höchstem Niveau seit Juli 2025

Die Konjunkturerwartungen von Anlegern für Deutschland sind im September das vierte Mal in Folge gestiegen. Der von dem Beratungsunternehmen Sentix erhobene Konjunkturindex kletterte auf minus 2,8 (August: minus 11,9) Punkte, das höchste Niveau seit Juli 2025. Der Index der Lagebeurteilung erhöhte sich auf minus 16,8 (minus 28,3) und der Index der Erwartungen auf plus 12,3 (plus 6,0) Punkte. Der Konjunkturindex für den Euroraum erhöhte sich im September auf plus 5,1 (plus 0,9) Punkte, wobei die Lagebeurteilung auf minus 3,3 (minus 8,0) anzog und der Erwartungsindex auf plus 13,8 (plus 10,3) Punkte. Der Konjunkturindex ist damit das fünfte Mal in Folge gestiegen.

"Die Stimmung der Investoren ist so gut wie lange nicht", sagte Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Bethmann HAL: "Die vom Iran-Krieg ausgehenden hohen Energiepreise scheinen nicht zu stören. Trotz vieler Stolperfallen besteht offenbar Hoffnung auf die Rückkehr wirtschaftlicher Normalität. Die Zuversicht der Investoren spiegelt sich auch in gestiegenen Aktienkursen wider. Die deutliche Verbesserung von Deutschland fällt irgendwie vom Himmel."

 

Sentix-Konjunkturindex auf höchstem Niveau seit Juli 2025
11:18 Uhr

VW veräußert Osnabrücker Werk

Volkswagen will das Werk Osnabrück an den Finanzinvestor Aurelius und das Land Niedersachsen verkaufen. Der Standort soll schrittweise zu einem Kompetenzzentrum für Sicherheits- und Verteidigungslösungen weiterentwickelt werden, wie der Autobauer mitteilte.

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Gelände des Volkswagen-Werks (ehemals Karmann) im Osnabrücker Stadtteil Fledder. (Foto: picture alliance / osnapix)
VW veräußert Osnabrücker Werk
10:58 Uhr

Gaspreise steigen und steigen - Katar bereitet Sorgen

Die europäischen Erdgaspreise steigen um mehr als zwei Prozent und notieren bei knapp 74 Euro je Megawattstunde, da die Lieferungen aus Katar weiterhin stark beeinträchtigt sind. "Es fließt nicht so viel LNG ab wie Rohöl, was den Gasmarkt zunehmend anfällig macht, da die Heizperiode 2026/27 näher rückt", so die Analysten von ING. Katar, einer der weltgrößten LNG-Exporteure, hat kürzlich die Force Majeure (Einschränkungen wegen höherer Gewalt) für Lieferungen von Flüssigerdgas an Edison - einen seiner größten europäischen Kunden - bis Anfang November verlängert.

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(Foto: IMAGO/Wolfgang Maria Weber)

Unterdessen sind die Gasspeicher in der EU derzeit zu 66 Prozent gefüllt, was unter dem saisonalen Durchschnitt liegt. Im frühen europäischen Handel legt der niederländische Leitkontrakt TTF um 2,4 Prozent auf 73,73 Euro je Megawattstunde zu.

Gaspreise steigen und steigen - Katar bereitet Sorgen
10:35 Uhr

Nordex-Aktie schießt hoch

Die Aktie des Windkraftanlagenbauers Nordex steht mit einem Plus von bis zu 10,7 Prozent an der MDax-Spitze. Ein Händler verweist auf einen Kommentar der Bank of America. Demnach haben die Analysten die Papiere zum Kauf empfohlen.

Nordex-Aktie schießt hoch
10:14 Uhr

Bitcoin fällt

Mit Bitcoin ist es zu Wochenanfang nach unten gegangen. Der Kurs der wichtigsten Kryptowährung sackte um 1,1 Prozent auf 79.446 US-Dollar an. Die anstehenden US-Verbraucherpreise dürften der nächste entscheidende Makro-Katalysator für Bitcoin sein, meint der Experte Naeem Aslam von Zaye Capital Markets. Das Bitcoin-Ökosystem stütze sich nun auf wichtige Kräfte, darunter die ETF-Nachfrage und die geldpolitischen Erwartungen, schreibt er in einer Research Note. Ein schwächerer Inflationswert werde den Druck für eine straffere Geldpolitik verringern, die Realrenditen schwächen und die Chancen verbessern, dass Bitcoin den Widerstand durchbricht, meint er. Eine höhere Inflation würde hingegen die Argumente für eine restriktive Politik stärken und könnte den Markt trotz der fortgesetzten ETF-Akkumulation unter 80.000 US-Dollar ziehen, meint er.

Bitcoin fällt
09:52 Uhr

Naturkatastrophen-Schäden könnten 320 Milliarden erreichen

In einem Extremszenario könnten sich die versicherten Schäden aus Naturkatastrophen nach Einschätzung der Swiss Re im laufenden Jahr weltweit auf rund 320 Milliarden Dollar belaufen. Dies teilte der Schweizer Rückversicherer mit. "Der Bedarf nach Absicherung wächst, da sich die Risikolandschaft verändert und Risiken immer stärker miteinander vernetzt sind", sagte Urs Baertschi, Chef des Schaden- und Unfall-Rückversicherungsgeschäfts. Naturkatastrophen blieben demnach ein wichtiger Treiber für die Nachfrage. Die versicherten Schäden daraus nähmen jährlich um fünf bis sieben Prozent zu.

Zudem böten Investitionen in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) neue Geschäftsmöglichkeiten. Bis 2030 dürften die weltweiten Investitionen in Rechenzentren mehr als sechs Billionen Dollar betragen, was ein Prämienpotenzial von 91 Milliarden Dollar eröffne. Swiss Re zufolge liegen etwa 40 Prozent der US-Rechenzentrumskapazitäten in Gebieten mit hohem Tornadorisiko. Als weiteres großes Risiko nannte der Rückversicherer die US-Haftpflichtsparten, deren Schäden sich 2025 auf 174 Milliarden Dollar beliefen und damit die Naturkatastrophenschäden von 120 Milliarden Dollar übertrafen.

Naturkatastrophen-Schäden könnten 320 Milliarden erreichen
09:31 Uhr

Firmen drosseln Produktion - Einbruch im Autosektor

Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im Juli überraschend so stark gedrosselt wie seit knapp einem Jahr nicht mehr. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 1,1 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das ist das größte Minus seit August 2025, zu dem eine Delle in der Autoindustrie in den Sommerferien und Probleme mit der Rheinschifffahrt beitrugen. Ökonomen hatten mit einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent gerechnet, nachdem es im Juni revidierten Angaben zufolge eine Stagnation gegeben hatte (bisher: +0,2 Prozent).

Die schwache Entwicklung geht maßgeblich auf die Automobilindustrie zurück: Hier brach die Produktion um 9,2 Prozent ein. "Ausschlaggebend dürfte unter anderem eine mehrwöchige Produktionspause sein", erklärten die Statistiker dazu. In der Industrie insgesamt schrumpfte die Erzeugung um 2,2 Prozent. Die Bauproduktion wuchs dagegen um 0,9 Prozent. Die Energieerzeugung legte sogar um 4,7 Prozent zu. "Der Anstieg in diesem Bereich ist dabei insbesondere auf die Stromerzeugung aus Windkraft und Photovoltaik zurückzuführen", hieß es.

Firmen drosseln Produktion - Einbruch im Autosektor
09:15 Uhr

Wall Street geschlossen, keine Entspannung am Ölmarkt

So richtig will der Dax offenbar nicht in die neue Börsenwoche gehen. Der deutsche Börsenleitindex, der am Freitag noch 0,2 Prozent zugelegt hatte und mit 26.046 Punkten ins Wochenende gegangen war, notiert aktuell im Bereich von 26.035 Zählern. Ein bremsender Faktor ist die tatsache, dass die Wall Street heute feiertagsbedingt geschlossen bleibt. Gleichzeitig bleibt auch eine Entspannung am Ölmarkt aus, wo die Preise für Brent und WTI erneut klettern.

Wall Street geschlossen, keine Entspannung am Ölmarkt
09:00 Uhr

Isar Aerospace hat ehrgeiziges Ziel

Isar Aerospace hat nach dem ersten erfolgreichen Start einer Trägerrakete in den Orbit vom norwegischen Weltraumbahnhof Andoya das Ziel ausgegeben, jährlich 40 Trägerraketen zu bauen. Mit dem Bau der dafür nötigen Fabrik habe man bereits vor vier Jahren begonnen, sagte Isar-Aerospace-Gründer und -Chef Daniel Metzler. Die nächste Rakete sei bereits in der Fertigstellung. Es werde noch etwas dauern, bis man das Volumen von 40 Trägerraketen erreicht habe. Er schloss aber nicht aus, dass man angesichts der riesigen weltweiten Nachfrage nach Satelliten, Raketen und Startplätzen auch mehr als 40 pro Jahr produzieren werde. Nach der Bundesregierung gratulierte auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zu dem Start.

Bis Ende 2027 werde das Unternehmen Raketen aus Norwegen starten, in der Planung seien fünf weitere Starts von dem firmeneigenen Startplatz. Anfang 2028 solle auch eine weitere Launch-Site in Kanada dazukommen. Man spreche derzeit mit mehr als zwei Dutzend Ländern, die Interesse an der Entwicklung eigener Startmöglichkeiten hätten. Der Zugang zum Weltraum bleibe eine der größten Hürden für die Raumfahrtindustrie und die nationale Sicherheitsarchitektur, erklärte Metzler.

Isar Aerospace hat ehrgeiziges Ziel
08:40 Uhr

Ölpreisanstieg geht in die nächste Runde

Am Rohstoffmarkt legen die Ölpreise zu. So verteuert sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,7 Prozent auf 96,93 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 0,7 Prozent fester bei 92,14 Dollar. Die Preise werden von geopolitischen Spannungen im Nahen Osten angetrieben, nachdem sich die USA und der Iran gegenseitige Angriffe auf Schiffe im Golf geliefert hatten. Teheran kündigt zudem an, in den kommenden Tagen eine Sperrzone außerhalb der Straße von Hormus einzurichten. Diese inflationären Impulse schüren am Markt die Erwartung, dass die Zentralbanken die Zinsen weiter anheben könnten.

Ölpreisanstieg geht in die nächste Runde
08:21 Uhr

"Die gute Nachricht, die niemand wollte" 

Auf einen relativ ruhigen Handelstag stellen sich Händler an Europas Börsen ein. Mit dem US-Feiertag werde es am Nachmittag an Vorgaben fehlen. Diese seien angesichts der Diskussion um die US-Schuldenkrise und den Renditeanstieg derzeit extrem wichtig. Vor allem die weitere Entwicklung nach dem starken Arbeitsmarktbericht am Freitag stehe bei den US-Staatsanleihen im Fokus. Aktuell werden zehnjährige Papiere wieder über 4,78 Prozent gehandelt, eine Entspannung zeichnet sich hier nicht ab.

Der starke Arbeitsmarktbericht für August "ist die gute Nachricht, die niemand wollte", sagt Peter Graf, Chief Investment Officer bei Amova Asset Management Americas. "Er nimmt der Fed die glaubwürdigste Ausrede, die Zinsen im September nicht zu erhöhen". Volkswirte sehen Fed-Chef Kevin Warsh nun vor dem Dilemma stehen, die Zinsen erhöhen zu müssen, obwohl der US-Finanzminister gerade den Plan verkündet hatte, verstärkt über Kurzläufer finanzieren zu wollen. Eine Zinserhöhung würde damit direkt die Staatsverschuldung verteuern.

In Deutschland stehen mit dem Sentix-Index und der Industrieproduktion Konjunkturdaten im Blick. Diskutiert werde auch über den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt, Bedeutung für die Börse habe dieser jedoch nicht, heißt es.

"Die gute Nachricht, die niemand wollte" 
08:04 Uhr

Studien-Misserfolg belastet Novartis

 Etwas leichter werden Novartis-Akien erwartet, nachdem eine Studie zu einem Cholesterin-Wirkstoff seine Ziele verfehlt hat. "Novartis wird gerade sehr nach Studien gehandelt", kommentiert ein Händler. Für einen kräftigen Kursanstieg habe vor einer Woche der Erfolg bei einem MS-Medikament gesorgt, dem Analysten einen Blockbuster-Status zubilligen.

Studien-Misserfolg belastet Novartis
07:47 Uhr

E-Autos beim Fahren günstiger als Benziner

Batteriebetriebene Elektroautos in der EU sind im vergangenen Jahr beim Fahren 33 Prozent günstiger gewesen als Benziner. Das geht aus einem Bericht des International Council on Clean Transportation (ICCT) hervor. Als Grund für den Spareffekt nennt der Bericht fallende Batteriekosten und hohe Treibstoffpreise. Die leitende Forscherin und Hauptautorin des ICCT-Berichts, Marie Rajon Bernard, geht nach eigenen Angaben davon aus, "dass die Verbreitung von batterieelektrischen Fahrzeugen in ganz Europa in den kommenden Jahren zunehmen wird, sofern die derzeitige Politik beibehalten wird."

Die steigenden Ölpreise seit Ende Februar dieses Jahres haben die Verbrauchskosten für Verbrenner laut dem Bericht um 12 bis 36 Prozent in die Höhe getrieben und den Abstand noch vergrößert.

Zudem seien die Anschaffungskosten für batteriebetriebene Elektroautos in den drei größten Fahrzeugsegmenten im Jahr 2025 etwa gleich hoch gewesen wie bei Benzinern, wie eine Erhebung von Preisdaten von 100.000 Fahrzeugen auf dem größten europäischen Automobilmarkt Deutschland ergeben habe. Die Zahl der batteriebetriebenen Elektroautos habe sich hier von 2020 bis 2025 vervierfacht.

Zugleich verändere die wachsende Nachfrage nach batteriebetriebenen E-Autos auch die Fahrzeugproduktion innerhalb der EU, hieß es weiter. Der Anteil von Verbrennern an der Gesamtproduktion fiel demnach im Zeitraum von 2020 bis 2025 von 91 auf 72 Prozent. Der Anteil von batteriebetriebenen E-Autos erreichte im selben Zeitraum 19 Prozent.

E-Autos beim Fahren günstiger als Benziner
07:31 Uhr

DIW-Chef fordert wirtschaftlichen Kurswechsel

DIW-Präsident Marcel Fratzscher fordert nach dem Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt einen wirtschaftlichen Kurswechsel der Bundesregierung. "Dieses Wahlergebnis ist vor allem ein Misstrauensvotum gegenüber der Bundesregierung", sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. "Die einzig richtige Konsequenz für unsere Demokratie aus diesem Wahlergebnis kann nur bedeuten, dass die Bundesregierung einen Kurswechsel vollzieht und tiefgreifende, strukturelle Reformen bei Subventionen, Bürokratie, Steuern, Sozialsystem und Europa umsetzt."

Der Berliner Ökonom fordert eine Neuausrichtung. "Wir benötigen dringend einen Wandel in Deutschland mit Reformen, die um ein Vielfaches weitergehen als die Agenda-2010-Reformen vor 25 Jahren", sagte Fratzscher mit Blick auf die vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) durchgesetzten Reformen. "Ein Scheitern wird den Gewinn einer absoluten Mehrheit 2029 durch die AfD wahrscheinlicher machen", fügte er mit Blick auf die dann turnusmäßig anstehende Bundestagswahl hinzu.

DIW-Chef fordert wirtschaftlichen Kurswechsel
07:10 Uhr

Amazon-Frachtflieger abgestürzt

Bei dem Absturz eines Frachtflugzeugs von Amazon Prime Air auf dem internationalen Flughafen von Miami sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Die Maschine war bei der Landung über die Landebahn hinausgeschossen und hatte am Boden mehrere Fahrzeuge getroffen, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Zudem seien fünf Menschen verletzt worden, drei davon befänden sich in einem kritischen Zustand. Der Flughafen wurde nach dem Zwischenfall komplett gesperrt. US-Verkehrsminister Sean Duffy warnte vor erheblichen Verspätungen und möglichen Flugausfällen.

Amazon und die Luftfahrtbehörde von Miami-Dade bestätigten, dass sich bei dem Landeversuch der Maschine ein Zwischenfall ereignet habe. Amazon sammele derzeit noch Informationen über den Hergang des Vorfalls, sagte Unternehmenssprecherin Kelly Nantel. Bei dem Flugzeug handelt es sich um eine Boeing 767-300, die aus San Juan in Puerto Rico kam und von der Frachtfluggesellschaft 21 Air für Amazon betrieben wurde. Die US-Luftfahrtbehörde FAA kündigte eine Untersuchung an.

Amazon-Frachtflieger abgestürzt
06:54 Uhr

Das ist los im frühen Devisenhandel

Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 156,21 Yen und legt leicht auf 6,7123 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent höher bei 0,8108 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1608 Dollar und zieht leicht auf 0,9411 Franken an.

Der südkoreanische Won erreicht derweil den höchsten Stand seit fast zwei Jahren, angetrieben von Dollar-Verkäufen großer Exporteure. Der Yen bleibt nach den massiven Stützungskäufen der japanischen Regierung im August, die zu dem historischen Rückgang der Währungsreserven führten, vergleichsweise stabil.

Das ist los im frühen Devisenhandel
06:35 Uhr

"Anleger wechseln in Risk-on-Modus" – Rally bei Chipaktien

Die asiatischen Aktienmärkte legen dank starker Vorgaben aus dem US-Technologiesektor und robuster US-Arbeitsmarktdaten mehrheitlich zu. In Tokio legt der Nikkei-Index um 2,2 Prozent auf 66.460,11 Punkte zu, und der breiter gefasste Topix notiert 0,6 Prozent höher bei 4128,53 Zählern. Der Shanghai Composite bleibt dagegen fast unverändert bei 3928,30 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen steigt 0,3 Prozent auf 4562,33 Punkte.

Angetrieben werden die Kurse in Asien vor allem von Halbleiterwerten, die der starken Entwicklung an der Wall Street folgen. Zu den Gewinnern in Japan zählen die Chipausrüster Advantest und Tokyo Electron, die um jeweils mehr als vier Prozent nach oben springen. Der Speicherhersteller Kioxia gewinnt 6,8 Prozent. "Da US-Finanzminister Scott Bessent anscheinend die Anleiherenditen dämpft und den Fall des Yen stoppt, ist die Volatilität am Markt gesunken", sagt Mamoru Shimode, Chefstratege bei Resona Asset Management. "Das hat es Aktienanlegern erleichtert, in den Risk-on-Modus zu wechseln."

Für Erleichterung sorgt zudem der jüngste US-Arbeitsmarktbericht, der die Sorgen vor einer globalen Rezession lindert. In Südkorea profitieren Schwergewichte wie Samsung Electronics und SK Hynix mit Aufschlägen von 3,7 und 6,0 Prozent von der weltweiten Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz (KI).

"Anleger wechseln in Risk-on-Modus" – Rally bei Chipaktien
06:18 Uhr

Rekordrückgang bei Japans Währungsreserven

Japans Währungsreserven sind im August so stark gesunken wie noch nie. Grund dafür sind massive Stützungskäufe für den schwachen Yen. Die Reserven fielen um den Rekordwert von 79,6 Milliarden Dollar auf 1,208 Billionen Dollar. Das entspricht einem Rückgang von 6,18 Prozent, teilte das Finanzministerium in Tokio mit. Der Rückgang geht vor allem auf den Verkauf ausländischer Wertpapiere zurück. Dabei handelt es sich meist um US-Staatsanleihen, die vor etwa zwei Jahrzehnten bei Dollar-Käufen erworben wurden und rund 70 Prozent der japanischen Bestände ausmachen. Zwischen dem 30. Juli und dem 26. August gab Japan 15,4 Billionen Yen (98,66 Milliarden Dollar) für Interventionen aus. Dies war die größte derartige Maßnahme in einem einzelnen Monat, wie aus separaten Daten des Ministeriums aus dem Vormonat hervorgeht.

Rekordrückgang bei Japans Währungsreserven
06:00 Uhr

Mit Zinssorgen in den Herbst-Blues

Die trübe Stimmung der Dax-Anleger dürfte sich Strategen zufolge mit der Aussicht auf weiter steigende Zinsen kaum aufhellen. Zum Start in den Herbstmonat September verlor der Dax bei einem Stand von 26.046 Punkten am Freitag auf Wochensicht bereits rund 1,5 Prozent. Der Anstieg der Anleiherenditen rückte das Thema Staatsverschuldung in den Vordergrund und der andauernde Krieg im Nahen Osten treibt die Energiepreise. Eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank in der neuen Woche gilt unter den Marktteilnehmern deswegen als gesetzt, während der weitere Zinspfad in Europa und den USA ungewiss bleibt.

Das Klima an den Börsen dürfte den Herbst hindurch jedenfalls stürmisch bleiben. Einige Investoren gehen deswegen vorsichtiger vor. "Starke Fundamentaldaten sind an den Aktienmärkten weitgehend eingepreist, während Risiken an Gewicht gewinnen", sagt Peter Reichel, Chief Investment Officer bei ODDO BHF. Sein Haus reduziere deswegen die Aktienquote in den verwalteten Portfolios und gehe zu einer leichten Untergewichtung von Aktien über. Das robuste Gewinnwachstum der Unternehmen und die dynamischen Gewinnerwartungen hätten die Kurse gestützt, "doch auf immer neue positive Gewinnüberraschungen kann man nicht dauerhaft bauen", warnt Reichel.

Börsianer rechnen angesichts der Inflationsentwicklung fest damit, dass der EZB-Rat am Donnerstag den für die Geldpolitik maßgeblichen Einlagensatz um einen Viertelpunkt auf 2,50 Prozent anheben wird. Die Notenbank steht als Hüterin der Preisstabilität massiv unter Zugzwang. Infolge des vom Iran-Krieg ausgelösten Energiepreisschocks hat sich die Inflation mit 3,3 Prozent weit von ihrem Ziel von 2,0 Prozent entfernt. Nach der Zinserhöhung im Juni, der ersten seit fast drei Jahren, muss die EZB wohl nun nachlegen.

Noch ungewisser als die weitere Zinsentwicklung in der Euro-Zone ist die Frage, wie die Federal Reserve in der Woche darauf entscheiden wird. "Nach Kevin Warshs Rede in Jackson Hole wäre es aus meiner Sicht schädlich für das Vertrauen in die US-Notenbank, wenn sie dann – selbst gegen den Willen von Donald Trump – Amerikas Leitzinsen nicht anhebt", sagt Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. Ein überraschend stark ausgefallener Stellenaufbau in den USA im August schürte am Freitag Spekulationen auf steigende Zinsen. Unter dem Strich entstanden 162.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft, Experten hatten nur mit 56.000 Jobs gerechnet.

Bei den Wirtschaftsdaten werden die Anleger zu Beginn der neuen Woche vor allem auf die deutsche Industrieproduktion für Juli sowie das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone im zweiten Quartal blicken. In den USA startet die Woche mit einem Feiertag (Labor Day), an dem die Aktienmärkte geschlossen bleiben.

Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden Sie hier.

Mit Zinssorgen in den Herbst-Blues