Dax schließt deutlich unter Tageshoch
Mit einem am Ende nur kleinen Plus hat sich der deutsche Aktienmarkt aus dem Handel verabschiedet. Zwischenzeitlich hatte es nach einem erfolgreicheren Tag ausgesehen: Im Hoch erreichte der Leitindex über 26.450 Punkte, ehe die Gewinne am Nachmittag immer weiter abbröckelten. Am Ende des Tages stand ein Plus von 0,1 Prozent auf 26.286 Punkte.
Für etwas Gegenwind sorgte der Ölpreis. Zunächst war der Brent-Ölpreis mit Berichten über eine temporäre Wiederöffnung der Straße von Hormus durch den Iran und Oman um rund 3 Prozent noch weiter abgerutscht, am Nachmittag wurde der Rückgang dann aber fast komplett wieder aufgeholt.
Mit Spannung erwartete neue US-Inflationsdaten verpufften weitgehend, weil der Anstieg der Kernrate mit 3,3 Prozent im erwarteten Rahmen ausfiel. Sie liegt damit aber weiter klar über dem Inflationsziel der US-Notenbank von 2 Prozent, spricht also tendenziell für steigende Leitzinsen. Im Blick haben Börsianer nun den Freitag, wenn die Rede des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole auf dem Programm steht. Von ihr erhofft man sich neue Erkenntnisse zur Inflationsbekämpfung.
Unternehmensnachrichten waren weiter rar. SAP führten mit einem Minus von 2,9 Prozent die Verliererliste im Dax an. Die UBS hatte die Aktie auf "Neutral" nach "Kaufen" abgestuft, unter anderem mit dem Verweis auf fehlende kurzfristige KI-Kurstreiber. Im Sektor standen aber auch andere Werte unter Druck: Nemetschek fielen um 1,4 und Atoss Software um 1,6 Prozent.
Aufwärts ging es mit den Kursen der Stahlaktien nach zuletzt wieder besseren Konjunkturdaten, wie dem deutschen Ifo-Index. Thyssenkrupp legten um 5,5 Prozent zu, Salzgitter sogar um 9,1 Prozent. Ein Händler sprach von "Konjunkturoptimismus auf fast ganzer Breite". Auch Werte rund um Bau und Dienstleistungen zogen kräftig an. Heidelberg Materials stiegen um 5,2 Prozent oder Bilfinger um 4,2 Prozent.
Siemens Energy schlossen 1,1 Prozent schwächer nach der Mitteilung, das industrienahe Geschäfte rund um Dampfturbinen und Kompressoren ausgliedern zu wollen. "Wenn wir unsere Struktur nicht verändern, begrenzen wir die Möglichkeiten von Transformation of Industry", sagte Konzernchef Christian Bruch. Für die Analysten von RBC kam dies nicht überraschend. "Wir gehen davon aus, dass eine Dekonsolidierung dazu beitragen würde, die Siemens-Energy-Story zu vereinfachen und den Fokus auf das Kerngeschäft mit Gas und Netzen zu richten", hieß es. Am Dienstag war die Aktie mit entsprechenden Pressemeldungen noch etwas deutlicher gestiegen.
Geschäftszahlen und bestätigter Ausblick von Aroundtown fielen laut JP Morgan weitgehend den Erwartungen entsprechend aus. Das Immobilienunternehmen fuhr im ersten Halbjahr gleichbleibende Mieteinnahmen und ein stabiles operatives Ergebnis ein und bestätigte den Ausblick. Die Aktie schloss knapp 1 Prozent fester.
"Für Anleger bietet Europa interessante Alternativen"
Die Wall Street ist auf Rekordniveau und US-Tech-Werte hoch bewertet - lohnt sich jetzt der Blick nach Europa? Warum europäische Aktien Anlegern derzeit mehr Sicherheit und weniger Fallhöhe bieten könnten, erklärt ntv-Börsenreporterin Corinna Wohlfeil.
Aktie von Boston Scientific fällt nach Cyberangriff
Ein Cyberangriff beim US-Medizintechnik-Hersteller Boston Scientific hat die Anleger verunsichert. Die Papiere verlieren rund 4,5 Prozent. Boston Scientific teilte mit, der am Dienstag entdeckte Vorfall habe zu einer weltweiten Betriebsstörung geführt. Diese schränke unter anderem die Abwicklung von Bestellungen ein. Es sei noch nicht bekannt, wann die Störung behoben sein wird.
Analyst Vijay Kumar von der Investmentbank Evercore verwies auf einen ähnlichen Vorfall beim Konkurrenten Stryker Anfang des Jahres. Sollte es bei Boston Scientific ebenfalls rund drei Wochen dauern, den Normalbetrieb wiederherzustellen, könnte dies den Umsatz im dritten Quartal laut Kumar um 600 bis 700 Basispunkte schmälern. Der Vorfall ist der jüngste in einer Reihe von Cyberangriffen auf den Gesundheitssektor. Zuletzt waren davon unter anderem die Medizintechnik-Hersteller Stryker, Abbott und Medtronic sowie der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk betroffen.
Anleger warten auf Quartalszahlen von Nvidia
Gefragt waren auch die Titel von Meta, die um rund vier Prozent zulegten. In dem wegweisenden Prozess um die Gefahren sozialer Medien für Kinder hat sich der Facebook-Mutterkonzern mit den klagenden US-Bundesstaaten auf einen Vergleich geeinigt.
Nach unten ging es hingegen für Intuit. Die Aktien des Anbieters von Steuersoftware gaben nach einer pessimistischen Prognose um rund vier Prozent nach. Spekulationen der Anleger auf eine Wiedereröffnung der für Öltransporte wichtigen Straße von Hormus belasteten zugleich Aktien aus dem Energiesektor. Die Titel von Unternehmen wie Halliburton, ExxonMobil und Occidental Petroleum verloren zwischen rund einem und 1,5 Prozent.
Die Anleger warten nun auf die nach Börsenschluss geplanten Quartalszahlen des Chipkonzerns Nvidia. Sie gelten als entscheidender Test für den durch KI befeuerten Aufschwung an den Märkten. Die Nvidia-Aktie notierte vor der Veröffentlichung leicht im Minus.
Abercrombie & Fitch zünden Kursfeuerwerk
Eine angehobene Jahresprognose hat den Aktien des US-Modehändlers Abercrombie & Fitch ein Kursfeuerwerk beschert. Die Papiere stiegen an der Wall Street um 22 Prozent. Nach einem starken zweiten Quartal rechnet Abercrombie für das Gesamtjahr nun mit einem Umsatzwachstum von fünf Prozent, nachdem der Konzern zuvor drei bis fünf Prozent in Aussicht gestellt hatte. Der Gewinn je Aktie soll zwischen 13,10 und 13,60 Dollar liegen, statt der bisher prognostizierten 10,20 bis 11,00 Dollar. Das Unternehmen verwies auf eine starke Nachfrage. Die Marke Abercrombie komme bei der Millennial-Generation weiterhin gut an, während Hollister jüngere Käufer anziehe, die sich zum Schulstart neu einkleiden.
Dow-Jones-Index nah am Vortagesschlussstand
Nach nah an den Prognosen liegenden neuen Inflationsdaten tendieren die US-Aktienindizes kurz nach dem Start behauptet. Der Dow-Jones-Index, der S&P-500 und die Nasdaq-Indizes liegen durchweg sehr nah an ihren Vortagesschlussständen.
Der Kernpreisindex der persönlichen Konsumausgaben (Kern-PCE-Deflator) für Juli - ein von der US-Notenbank präferiertes Preismaß - ist exakt wie erwartet zum Vormonat um 0,2 und zum Vorjahr um 3,3 Prozent gestiegen. Bei den Gesamtraten fiel der jeweilige Anstieg minimal höher aus als geschätzt. Die Daten sorgen somit kaum für stärkere Impulse, auch wenn der Preisanstieg weiter deutlich über dem Zielwert der US-Notenbank von 2 Prozent liegt und für Zinserhöhungen spricht.
US-Anleiherenditen ziehen erneut an
Nach den jüngsten Daten zur Entwicklung der US-Inflation haben die Anleiherenditen erneut angezogen. Die zehnjährigen US-Staatsanleihen rentieren mit 4,653 nach zuvor 4,625 Prozent. Der PCE-Index der Verbraucherausgaben in den USA stieg im Juli binnen Jahresfrist um 3,7 Prozent. Befragte Ökonomen hatten mit 3,6 Prozent gerechnet. Der Wert, der im Vergleich zum Juni unverändert blieb, ist das von der US-Notenbank Fed bevorzugte Inflationsmaß.
Die an den Finanzmärkten eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed im September stieg nach der Veröffentlichung der Daten auf rund 42 Prozent von zuvor etwa 36 Prozent. Die Erwartung steigender Zinsen treibt in der Regel die Renditen von US-Staatsanleihen in die Höhe. Der Grund dafür ist, dass neu ausgegebene Anleihen dann eine höhere Verzinsung bieten würden. Bestehende Anleihen mit einer niedrigeren Verzinsung werden dadurch unattraktiver. Fallende Anleihekurse bedeuten im Umkehrschluss steigende Renditen.
Ölaktien unter Druck
Hauptverlierer sind mit dem weiter nachgebenden Ölpreis Ölaktien. Hier fällt der Stoxx-Sektorindex um 1,6 Prozent. Größter Verlierer bei den Einzelwerten sind BP mit 2,7 Prozent Abschlag. Auf der Gewinnerseite finden sich Stahlwerte, wozu Marktteilnehmer auf zuletzt besseren Konjunkturdaten verweisen, wie den deutschen Ifo-Index oder das nach oben revidierte deutsche BIP-Wachstum. Arcelor und Thyssen steigen um je 3,5 Prozent, Salzgitter sogar um 6,8 Prozent.
SAP führen Verliererliste an
Mit einem Minus von 3,7 Prozent führen SAP die Verliererliste im Dax mit weitem Abstand an. Die UBS hat die Aktie auf "Neutral" nach "Kaufen" abgestuft, unter anderem mit dem Verweis auf fehlende kurzfristige KI-Kurstreiber. Im Sektor geben Nemetschek und Teamviewer etwa . Im Sektor stehen eine Reihe weiterer Werte unter Druck.
Hellofresh könnte zum Übernahmekandidaten werden
Hellosfresh spreche mit dem Produktsortiment mehrere Bedürfnisse der Verbraucher an, kommentiert die LBBW. Zu nennen seien hier der Online-Vertrieb, Convenience, gesunde Ernährung mit lokalem Bezug oder Themen wie Diätkost oder vegane Ernährung.
Der Online-Lebensmitteleinzelhandel sei sehr wettbewerbsintensiv, weise aber im Vergleich zu anderen Branchen eine geringe Online-Durchdringung auf, die dem Segment trotz eines nur moderat wachsenden Gesamtmarktes ein hohes Wachstumspotenzial ermögliche. Neben anderen "PurePlays" konkurriere Hellofresh mit etablierten stationären Anbietern und mit Neueinsteigern, die ihr Produktsortiment auf Lebensmittel ausdehnten.
Die geopolitische und konjunkturelle Lage sorge aktuell für eine starke Konsumzurückhaltung. Zudem belasteten negative Währungseinflüsse. Angesichts dieses herausfordernden Umfeldes stelle das Management nunmehr Profitabilität vor Wachstum.
VW-Chef Blume: Kämpfen um industrielle Perspektiven für Standorte
Volkswagen-Chef Oliver Blume kündigt vor Beschäftigten im Werk im ostfriesischen Emden einen anhaltenden Sparkurs an. "Der Weg ist noch nicht zu Ende", sagte Blume bei einer außerordentlichen Betriebsversammlung laut Auszügen aus seinem Redetext. VW messe sich mit den besten Standorten Europas. Ziel sei es, die dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu sichern. Zugleich sicherte er dem Werk seine Unterstützung zu. "Sollte sich trotz aller Anstrengungen am Ende zeigen: Eine Nachbelegung ist nicht möglich, dann endet unsere Verantwortung nicht", sagte Blume. "Wir kämpfen um industrielle Perspektiven und um Beschäftigung für unsere Standorte."
Der VW-Chef hatte angekündigt, die Kapazitäten in den Konzernwerken in Europa um 500.000 Fahrzeuge pro Jahr zu senken. Für Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm könne derzeit keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er Jahre gesichert werden, sagte er. Zudem sollen die Kosten deutlich gesenkt werden. Dadurch sind zehntausende Arbeitsplätze in dem Unternehmen bedroht.
Intuit enttäuscht mit Umsatzzielen
Eine schwache Umsatzprognose schickt die Aktien von Intuit auf Talfahrt. Die Papiere des Anbieters von Steuersoftware wie TurboTax brechen im vorbörslichen US-Handel um fast zehn Prozent ein. Für das erste Quartal geht der Konzern von Einnahmen zwischen 4,29 und 4,31 Milliarden Dollar aus. Analysten hatten mit 4,36 Milliarden Dollar gerechnet. Auch die Jahresprognose fiel schwächer aus als erwartet. Als Grund nannte Intuit den Kampf um Kundenwachstum und Marktanteilsgewinne, der die Erlöse kurzfristig belasten dürfte.
Goldpreis nahe seinem Dreimonatshoch
Der Goldpreis gibt leicht nach. Eine Feinunze kostet etwa 4646,77 Dollar und damit 0,2 Prozent weniger. Er bleibt damit aber in der Nähe seines Dreimonatshochs.
Die Märkte warten offenbar auf die Rede von Fed-Chairman Kevin Warsh am Freitag beim jährlichen Treffen in Jackson Hole, wie die Analysten von ANZ Research vorausblicken. Sie erhoffen sich Klarheit darüber, wann die US-Notenbank voraussichtlich auf die Inflation reagieren wird. Ein Umfeld höherer Zinsen belastet typischerweise zinslose Anlagen wie Gold.
Bitcoin zieht Richtung Mehrmonatshoch
Der Bitcoin steigt und hält sich auf Mehrmonatshochs, obwohl er die wichtige Marke von 80.000 Dollar verloren hat. Er legte aktuell 0,8 Prozent auf 78.835 Dollar zu. Sorgen um die US-Staatsfinanzen haben den Dollar belastet und Kapitalflüsse in Vermögenswerte wie Kryptowährungen begünstigt, während die Anleihemärkte schwanken. Die darauffolgende Rally des Bitcoin hat eine beträchtliche Welle von Short-Liquidationen ausgelöst.
Marktstratege Konstantinos Chrysikos von Kudo.com sagt, die Märkte würden auch große Inhaber wie Strategy beobachten - eines der weltweit größten Unternehmen, das Bitcoin als Treasury-Anlage hält. Strategy habe die Käufe ausgesetzt und eine Rückkehr zur Akkumulation könne die Kryptowährung auf neue Höchststände treiben, erklärt er.
VW-Rivale startet Produktoffensive
Der VW-Rivale Hyundai will mit einer umfassenden Produktoffensive und höheren Gewinnzielen seine Position auf dem Weltmarkt ausbauen. Bis 2030 solle die Produktionskapazität um 1,27 Millionen Einheiten erweitert werden, kündigte der Konzern an. Zudem sollen weltweit mehr als 100 Modelle neu auf den Markt kommen oder überarbeitet werden, mehr als die Hälfte davon in Nordamerika. Das Unternehmen strebe eine operative Gewinnmarge von über neun Prozent an. An der Börse kamen die Pläne jedoch nicht gut an: Die Aktie des Konzerns fiel um 2,8 Prozent, während der Leitindex Kospi um 1,3 Prozent zulegte.
Meyer: Mit Nvidia steht und fällt der KI-Boom
Am späten Abend unserer Zeit legt der Chipkonzern Nvidia Quartalszahlen vor. Die Erwartungen sind hoch - und diese "nur zu übertreffen, wird nicht ausreichen", sagt ntv-Börsenreporter Frank Meyer.
Anleger setzen auf Hormus-Lösung
erDie Hoffnung auf eine Wiederöffnung der wichtigen Schifffahrtsroute Straße von Hormus drückt die Ölpreise weiter nach unten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligt sich um bis zu 2,9 Prozent auf 86,05 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl WTI sinkt um 2,8 Prozent auf 80,08 Dollar. Gestern hatten beide Kontrakte je rund drei Prozent nachgegeben.
Der Iran hatte mitgeteilt, die Gespräche mit dem Oman über die Meerenge wieder aufgenommen zu haben. "Der Markt reagiert weiterhin auf die Entwicklungen rund um den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, und die Aussicht auf Fortschritte in den Gesprächen zwischen Iran und Oman hat zu Verkäufen geführt", sagte Mitsuru Muraishi, Analyst bei Fujitomi Securities.
Blendende Stimmung bei deutschen Exporteuren
Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft ist angesichts der steigenden Nachfrage aus Europa so gut wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr. Das entsprechende Barometer stieg im August deutlich auf plus 9,6 Punkte, von minus 2,8 Zählern im Juli. Dies ist der höchste Wert seit Februar 2022, wie das IFO-Institut mitteilte. Damals begann der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Es ist zugleich der kräftigste Anstieg seit Juni 2020.
"Die Exportwirtschaft nimmt Fahrt auf", sagte IFO-Umfragechef Klaus Wohlrabe. Digitalisierung und KI-Boom helfen demnach der heimischen Industrie, da für den Bau von Rechenzentren in vielen Bereichen deutsche Technik gefragt ist. "Insbesondere die Ausfuhr in die EU boomt, während die Exporte nach China weiter schwächeln", ergänzte Wohlrabe.
Dax-Anleger halten Pulver trocken
Der Dax startet verhalten in das Wochenmittegeschäft. Der deutsche Börsenleitindex, der gestern 0,6 Prozent auf 26.266 Punkte zugelegt hatte, notiert aktuell im Bereich von 26.250 Zählern. Positiv wirken sich die weiter fallenden Ölpreise aus. Allerdings halten sich die Anleger auch vor dem Hintergrund der nach US-Börsenschluss anstehenden Quartalszahlen des Chip-Riesen Nvidia zurück.
Abgabedruck bei Ölwerten
Aktien der Ölbranche werden im Zuge des Ölpreisrückgangs in Asien verkauft. Der Kurs der südkoreanischen S-Oil fällt um 3,3 Prozent. Japan Petroleum Exploration und Inpex verbilligen sich in Tokio um 2,7 und 1 Prozent. In Sydney büßen Woodside Energy 3,9 Prozent ein und CNOOC in Hongkong 1,4 Prozent. Die Ölpreise geben seit mehreren Tagen nach: Brent nähert sich der 85-Dollar-Marke an.
Siemens Energy macht Dampf
Siemens Energy will sein Dampfturbinengeschäft neu aufstellen und möglicherweise später veräußern. "Siemens Energy beginnt mit den Vorbereitungen für die rechtliche und operative Verselbstständigung seines Geschäftsbereichs Transformation of Industry", teilte der Energietechnikkonzern mit. Ziel sei die Schaffung eines starken und unabhängigen Unternehmens für industrielle Energielösungen. Die künftige Aufstellung solle Transformation of Industry mehr unternehmerische Flexibilität und zusätzliche Möglichkeiten für weiteres Wachstum eröffnen – von der Hereinnahme externer Investoren bis hin zu einer möglichen Kapitalmarkttransaktion.
Bei KNDS rollt Panzer-Produktion an
KNDS will bereits Ende des Jahres erste Patria-Transportpanzer an die Bundeswehr ausliefern. Diese Panzer kommen im Herbst noch aus finnischer Produktion, werden aber in Freisen mit speziellen Rüstsätzen der Bundeswehr ausgestattet und endmontiert, wie der Geschäftsführer der KNDS Deutschland Maintenance GmbH, Christoph Cords, sagte. "Parallel bauen wir die komplette Serienfertigung auf, und Ende 2027 werden dann die ersten Fahrzeuge, die vollständig in Freisen gebaut worden sind, ausgeliefert." Insgesamt geht es um zunächst fast 900 Panzer im Gesamtwert von rund zwei Milliarden Euro: Rund 350 habe die Bundeswehr laut Cords fest bestellt, weitere knapp 550 sollten folgen. Bis 2040 stehe eine Stückzahl von 2.500 bis 3.000 im Raum.
Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte Ende 2025 das finnische Rüstungsunternehmen Patria beauftragt, den Transportpanzer zu bauen. Vor kurzem unterzeichneten dann Patria und KNDS Deutschland Maintenance einen Rahmenvertrag für den Bau der Radpanzer für die Bundeswehr im saarländischen Freisen.
Dax-Umfeld ist günstig
Europas Börsen dürften wenig verändert in den Handel starten. Das Umfeld ist dabei recht günstig. Der Ölpreis gibt am Morgen weiter nach; Brent notiert in der Zwischenzeit nur noch bei knapp 86 Dollar das Fass. Zugleich hat sich der Anleihemarkt beruhigt. Stützend wirken Medienberichte, laut denen der Iran und der Oman über ein Rahmenabkommen zur Eröffnung der Straße von Hormus verhandeln.
Anleger dürften sich allerdings zurückhalten im Vorfeld der nachbörslich zur Veröffentlichung anstehenden Quartalszahlen von Nvidia. Vom KI-Dickschiff wird erneut ein gigantischer Umsatzbericht erwartet. Die Geschäftszahlen werden zudem Aufschluss darüber geben, wie stark die Nachfrage nach KI-Infrastruktur bleibt, wie Nvidia mit der chinesischen Konkurrenz umgeht und was die Zukunft bringt. "Anleger versuchen händeringend zu prognostizieren, wann der Höhepunkt des KI-Hypes erreicht ist", heißt es bei XTB.
Drohnenhersteller mit Kursexplosion
An den Börsen in Ostasien überwiegen positive Vorzeichen, nachdem die Ölpreise deutlich gesunken sind. Marktteilnehmer verweisen auf die jüngsten Verhandlungen zwischen dem Iran und dem Oman über die Einrichtung eines sicheren Schifffahrtswegs durch die Straße von Hormus. Eine temporäre Route könnte nach Aussage des omanischen Außenministeriums schon bald festgelegt werden. Im asiatisch dominierten Handel fällt der Preis für 1 Barrel Brent-Öl um 2,6 Prozent auf 86,30 US-Dollar, nachdem er gestern schon um rund 4 Prozent nachgegeben hatte.
Die japanische Börse erholt sich von anfänglichen Verlusten und dreht ins Plus. Der Nikkei-Index gewinnt 0,6 Prozent, der breiter gefasste Topix rückt um 0,5 Prozent vor. In Shanghai steigt der Composite-Index um 0,7 Prozent, der Hang-Seng-Index in Hongkong legt um ebenfalls 0,7 Prozent zu. Mit dem Kospi geht es in Seoul um 1,9 Prozent aufwärts. Dagegen verliert der rohstofflastige S&P/ASX-200 in Sydney 0,2 Prozent.
Unter den Einzelwerten verteuern sich in Tokio Terra Drone um gut 21 Prozent. Der japanische Drohnenhersteller hat gute Aussichten auf einen Großauftrag aus dem japanischen Verteidigungsministerium.
Gamescom startet mit Rekord
Die weltgrößte Computerspiele-Messe Gamescom beginnt mit einem Aussteller-Rekord. Wie die Veranstalter mitteilten, präsentieren sich deutlich mehr als 1.600 Firmen, Verbände und andere Organisationen den Besucherinnen und Besuchern. 2025 waren es 1.568 gewesen.
Zunächst dürfen nur Fachbesucher hinein, von Donnerstag an ist dann auch das breite Publikum zugelassen. Erwartet werden mehr als 350.000 Besucher, die an den Ständen Computer- und Videospiele zur Probe spielen können.
Gut zwei Drittel davon kommen in diesem Jahr aus dem Ausland, viele davon aus Asien. Die Messe endet am Sonntag.
Firmen wie die Konsolen-Hersteller Nintendo ("Super Mario") und Microsoft Xbox ("Age of Empires") sowie die Publisher Tencent Games ("Dune: Awakening") und Ubisoft ("Anno 1800", "Anno 117") präsentieren sich den Fans und Fachleuten. Das Leitthema der Gamescom lautet dieses Jahr "Games machen Lust auf Zukunft".
SpaceX baut neuen Weltraumbahnhof
SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk will im US-Bundesstaat Louisiana einen riesigen neuen Weltraumbahnhof bauen. Das Unternehmen werde rund 100 Milliarden US-Dollar in den Standort im Vermilion Parish an der Golfküste investieren, teilten SpaceX und die Wirtschaftsförderung des US-Bundesstaates mit. Es soll die größte Startanlage des Unternehmens und "der Welt" werden, hieß es.
Der Standort soll demnach fünf Startkomplexe umfassen, von denen jeder über zwei Startrampen verfügt. SpaceX schrieb, der Weltraumbahnhof werde das Ziel von "Tausenden Flügen" pro Jahr unterstützen und die kommerzielle Raumfahrt vorantreiben. Der Bau soll demnach 2027 beginnen, erste Starship-Raketen könnten 2029 von dort starten. Die Riesen-Rakete Starship absolviert aktuell noch Testflüge. SpaceX betreibt bereits seinen zentralen Starship-Standort im US-Bundesstaat Texas.
Hoffnung auf Entspannung im Iran stützt Asien-Börsen
Die Hoffnung auf eine Entspannung im Konflikt mit dem Iran und die Zurückhaltung vor den Zahlen des Chip-Riesen Nvidia prägen die asiatischen Börsen zur Wochenmitte. Der Iran kündigte an, die Gespräche mit Oman über die Straße von Hormus wieder aufzunehmen. Die Aussicht auf eine mögliche Wiedereröffnung der für den Ölhandel entscheidenden Meerenge lässt den Preis für die Rohölsorte Brent den dritten Tag in Folge fallen.
Gleichzeitig halten sich Anleger vor den nach US-Börsenschluss erwarteten Quartalszahlen von Nvidia zurück. Investoren warten darauf, ob der KI-Boom nachhaltig ist und die Gewinne die hohen Markterwartungen erfüllen können. Die japanische Börse tendiert fester: Der Nikkei-Index legt 0,6 Prozent auf 66.227,55 Punkte zu. Der Shanghai Composite gewinnt 0,9 Prozent.
Ist der KI-Hype Geschichte?
Von den heutigen Quartalsergebnissen des weltgrößten Halbleiterherstellers Nvidia erhoffen sich Börsianer Hinweise auf eine Fortsetzung des KI-Booms. In den vergangenen Wochen hatten Technologiekonzerne wie Google die Ausweitung ihrer Investitionen angekündigt. Zudem wächst das Geschäft der großen Cloud-Anbieter weiterhin rasant. Nvidia will daher gemeinsam mit Finanzinvestoren mehr als 500 Milliarden Dollar für den Bau weiterer Rechenzentren mobilisieren. Der Chipkonzern hat für das abgelaufene Quartal einen Umsatz zwischen 89,18 und 92,82 Milliarden Dollar vorhergesagt. Die Zahlen werden voraussichtlich nach US-Börsenschluss vorgelegt.
Das ist los im frühen Devisenhandel
Am asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,1 Prozent auf 158,97 Yen und legt zum chinesischen Yuan leicht auf 6,7205 zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent höher bei 0,8024 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1669 Dollar und zieht um 0,1 Prozent auf 0,9364 Franken an.
Die "SaaSpocalypse" geht um
Der Dax meldet sich zurück: Im gestrigen Geschäft legte der deutsche Börsenleitindex 0,6 Prozent auf 26.266 Punkte zu, nachdem er zum Wochenstart noch auf der Stelle getreten war. Sinkende Ölpreise, die wieder unter der 90-Dollar-Marke liegen, stützten.
Rückenwind kam auch von ermutigenden Wirtschaftsdaten. Das IFO-Geschäftsklima hat sich im August trotz der wieder gestiegenen Energiepreise deutlich aufgehellt. "Dabei ist der Anstieg um mehr als zwei Punkte von 86,7 auf 88,8 sowohl auf positivere Erwartungen als auch auf eine bessere Beurteilung der aktuellen Lage zurückzuführen. Dies spricht dafür, dass sich die Konjunktur trotz einiger Belastungsfaktoren in den kommenden Monaten weiter beleben wird", kommentierte die Commerzbank. Daneben wurde das Wachstum des deutschen BIP im zweiten Quartal auf 0,3 von 0,2 Prozent nach oben revidiert. Dies unterstreicht laut Marktteilnehmern die Einschätzung vieler Volkswirte, dass die Stimmung schlechter ist als die Lage.
Nach der Betriebsversammlung im Stammwerk Wolfsburg stellt sich VW-Chef Oliver Blume in Emden und Zwickau heute den Fragen der Belegschaft. Dabei dürfte es vor allem um die Frage gehen, wie es an den beiden Elektrowerken weitergeht. Bislang könne er "keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er Jahre darstellen", sagte Blume. "Unser Ziel ist es, in den nächsten sechs bis zwölf Monaten belastbare Perspektiven für alle Standorte zu schaffen."
Und wie ist es um die US-Wirtschaft bestellt? Sie dürfte im Zuge des Iran-Krieges an Schwung verloren haben. Klarheit bringen die revidierten Daten des Handelsministeriums. Eine erste Schätzung hatte für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal ein aufs Jahr hochgerechnetes Plus von 1,5 Prozent ergeben. Zu Jahresbeginn war die Wirtschaft noch um 2,1 Prozent gewachsen.
Wie es zu Beginn des zweiten Halbjahres wiederum um den privaten Konsum in den USA bestellt ist, zeigen Daten des Handelsministeriums für Juli: Experten rechnen mit einem minimalen Plus von 0,1 Prozent, nach einem Zuwachs von 0,3 Prozent im Juni. Als Konsumbremse wirkt die hohe Inflation, die von den im Zuge des Iran-Krieges stark gestiegenen Ölpreisen angefacht wird. Die für Preisstabilität zuständige US-Notenbank Federal Reserve achtet besonders auf ein Inflationsmaß, das auf Verbraucherausgaben zugeschnitten ist. Dieser sogenannte PCE-Index dürfte im Juli gegenüber dem Vorjahr um 3,6 Prozent zugelegt haben, nach einem Wert von 3,7 Prozent im Juni. Damit wäre der Preisauftrieb weiterhin stärker als von der Fed angestrebt, die einen Wert von 2,0 Prozent anpeilt.
Und dann stehen noch Quartalsberichte auf der Agenda, etwa von Salesforce. Anleger werden die Quartalsergebnisse des SAP-Rivalen auf Anzeichen für eine mögliche "SaaSpocalypse" abklopfen. Darunter verstehen Experten die Verdrängung traditioneller Firmensoftware (Software-as-a-Service, SaaS), wenn sich Unternehmen künftig Anwendungen zu einem Bruchteil der bisherigen Kosten von einer KI programmieren lassen. Salesforce hat für das abgelaufene Quartal einen Umsatz zwischen 11,27 und 11,35 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.
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