Dax fällt zunächst stark, landet dann aber relativ weich
Die Verkaufswelle bei den Technologieaktien hat weiter an Fahrt gewonnen. Der unter Druck standen auch an der Frankfurter Börse Werte aus dem Chipsektor wie Infineon, Aixtron und Siltronic, die zwischen 1,5 und 3,5 Prozent verloren. Die Anleger machen sich laut Experten zunehmend Sorgen, dass der starke Aufschwung bei Unternehmen rund um Künstliche Intelligenz (KI) übertrieben war.
Zusätzlich verschärfe der Abbau gehebelter Positionen die Korrektur, sagte Jürgen Molnar, Stratege beim Broker Robo Markets. "Viele Investoren haben den KI-Boom auf Pump gespielt. Jetzt werden diese Wetten aufgelöst", erläuterte der Experte. "Gewinnmitnahmen treffen auf Zwangsverkäufe - ein Cocktail, der den Verkaufsdruck weiter erhöht und den Korrekturprozess verlängern könnte."
Der Dax ging mit einem Abschlag von 0,3 Prozent auf 24.831 Punkte ins Wochenende. Damit grenzte der deutsche Leitindex seine Verluste noch deutlich ein, denn er war im Tagesverlauf bis auf 24.651 Zähler nach unten gegangen. Der EuroStoxx50 notierte 1,0 Prozent tiefer bei 6220 Stellen.
Gefragt bei den Einzelwerten waren SMA Solar, die nach positiv aufgenommenen Geschäftszahlen um 9,3 Prozent zulegten. Hingegen rutschten die Titel von Dermapharm um 1,0 Prozent ab. Die Finanzaufsicht Bafin nimmt die Bilanz des Arzneimittelherstellers genauer unter die Lupe.
Angst vor Aktien-Crash: Lohnt sich der Einstieg noch?
Goldrausch versiegt
Schon seit einigen Monaten geht es mit dem Goldpreis nach unten. Die Höchstpreise, die noch Anfang des Jahres erreicht worden waren, rücken so langsam in immer weitere Ferne. Was ist der Grund für diese Neubewertung? Und welche Chancen gibt es für eine Wiederaufnahme der Rally der letzten Jahre? Wie Anleger auch auf einen fallenden Goldpreis setzen können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Paulina Michel von JPMorgan.
Nvidia sackt ab - Apple wieder wertvollstes Unternehmen der Welt
Apple ist wieder das wertvollste Unternehmen der Welt. Die Marktkapitalisierung des US-Technologiekonzerns überstieg die des Spitzenreiters der vergangenen Monate, Nvidia - zumindest für kurze Zeit. Die Aktie des Chip-Herstellers sackte zum Börsenstart in den USA um mehr als vier Prozent ab. Nvidia wurde am Nachmittag MESZ zeitweise mit 4,8 Billionen Dollar (4,2 Billionen Euro) bewertet, Apple dagegen mit 4,9 Billionen Dollar.
Wall Street rot - Netflix stürzen ab - Techaktien verlieren stark
Eine pessimistische Prognose bei Netflix und fallende Chipaktien setzen die US-Börsen weiter unter Druck. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zur Eröffnung ein Prozent tiefer bei 52.002 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor gut ein Prozent auf 7447 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq bröckelte um fast zwei Prozent auf 25.414 Stellen ab.
Für lange Gesichter sorgte vor allem Netflix mit einem Kursrutsch um 11,4 Prozent. Der weltgrößte Streamingdienst legte bei Umsatz und Gewinn erneut zu. Mit seinem Ausblick blieb er jedoch hinter den Markterwartungen zurück. Zudem belasteten erneute Verluste im Halbleitersektor die Märkte. Branchenriesen wie AMD, Marvell, Micron und Nvidia büßten zwischen drei und fünf Prozent ein.
US-Importpreise im Juni steigen überraschend
Die US-Importpreise sind im Juni gegenüber Mai unerwartet nach oben gegangen. Angetrieben wurde die Entwicklung von den Importen ohne Kraftstoffe, während die Erdölimporte nachgaben, wie aus den am Freitag veröffentlichten Daten des Bureau of Labor Statistics (BLS) hervorging. Die Importpreise insgesamt stiegen im Juni um 0,3 Prozent, nach einem abwärts revidierten Anstieg von 1,7 Prozent im Mai, wie die Daten zeigten. Ökonomen hatten im Konsens einen Rückgang von 0,8 Prozent prognostiziert. Im Jahresvergleich stiegen die Preise laut BLS um 7,1 Prozent. Die Importpreise schließen Zölle, wie die von der Trump-Regierung auf Importe verhängten Abgaben, sowie Transportkosten aus.
Die Preise für importiertes Erdöl sanken um 0,7 Prozent. Dies sorgte für eine gewisse Entlastung, nachdem der Krieg im Iran die Rohölpreise zu Beginn des Jahres stark in die Höhe getrieben hatte. Die Preise für Importe ohne Erdöl stiegen unterdessen um 0,5 Prozent und glichen damit die niedrigeren Preise für Kraftstoffimporte aus, wie die Daten des BLS zeigten.
Gaspreise gehen kräftig hoch
Die europäischen Erdgaspreise sind auf den höchsten Stand seit Ende März gestiegen und steuern auf einen wöchentlichen Zuwachs von mehr als 18 Prozent zu. Laut der Commerzbank werden die Preise nicht nur durch Sorgen um die Straße von Hormus, niedrige europäische Gasspeicherstände und eine starke asiatische LNG-Nachfrage gestützt, sondern auch durch zwei neue Risiken. Dazu gehören der Teilausfall des US-amerikanischen LNG-Terminals Freeport bis mindestens Ende August - das hauptsächlich Europa beliefert und für 60 bis 70 Prozent seiner LNG-Exporte verantwortlich ist - und prognostizierte Hitzewellen in den USA, die voraussichtlich die inländische Gasnachfrage ankurbeln und das für den Export verfügbare LNG reduzieren werden. Der niederländische TTF-Kontrakt als Referenzwert steigt um 5,1 Prozent auf 57,72 Euro je Megawattstunde.
Siemens Healthineers mit guten Wachstumsaussichten
Siemens Healthineers verfüge über gute Voraussetzungen für eine Steigerung des Kernumsatzes ab 2027 um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz und des Gewinns um einen zweistelligen Prozentsatz, meinen die Analysten von RBC. Die Konsensschätzungen der mittelfristigen Margen seien konservativ, stellen die Analysten fest. Eine Abspaltung der Diagnostiksparte könnte die Gelegenheit zum Schuldenabbau und zur Reallokation von Kapital bieten. Die Analysten senken das Kursziel, um den Kursverlusten der Vergleichsgruppe ebenso Rechnung zu tragen wie kurzfristigen Problemen.
Arzneimittelhersteller scheitert mit Hustenmittel
GSK muss nach der Einstellung der klinischen Entwicklung eines experimentellen Medikaments gegen chronischen Husten wahrscheinlich eine Abschreibung vornehmen, schreiben die Analysten von JPMorgan in einer Research Note. Der britische Arzneimittelhersteller teilte mit, er habe die Entwicklung von Camlipixant gegen chronischen Husten eingestellt, nachdem es in einer Spätphasenstudie gemischte Ergebnisse geliefert und in einer anderen Studie die primären und sekundären Ziele verfehlt habe.
JPMorgan hatte den Spitzenumsatz für das Medikament auf 1,4 Milliarden Pfund geschätzt, mit einer Umsatzprognose für 2031 von 300 Millionen Pfund. Die jüngste Übernahme von Nuvalent durch GSK dürfte zwar einen Teil der Belastung durch den Verlust von Camlipixant ausgleichen, die Aktie werde aber voraussichtlich dennoch unter Druck geraten, meinen die Analysten. Die Aktie fällt um 3,7 Prozent.
Bafin hat Dermapharm auf Radar - Aktie bricht zeitweise ein
Die Finanzaufsicht Bafin nimmt die Bilanz von Dermapharm genauer unter die Lupe. Es gebe Anhaltspunkte, dass der Arzneimittelhersteller in seinem Jahresabschluss für 2025 gegen Rechnungslegungsvorschriften verstoßen habe, teilte die deutsche Finanzaufsicht am Freitag mit. Eine Forderung von 63,2 Millionen Euro sei mutmaßlich falsch verbucht worden. Zudem seien Geschäftsvorfälle mit einem nahestehenden Unternehmen wohl unzureichend erläutert worden. Die Aktie von Dermapharm brach daraufhin um fast neun Prozent ein. Am frühen Nachmittag zeigte sich das Papier mit minus 1,8 Prozent erholt.
Das Pharmaunternehmen hatte für 2025 einen Umsatzrückgang von 1,3 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro bekanntgegeben. Der bereinigte operative Gewinn stieg dagegen um 2,9 Prozent auf 324,8 Millionen Euro.
Euroraum-Leistungsbilanzüberschuss steigt im Mai
Der Leistungsbilanzüberschuss des Euroraums hat im Mai zugenommen. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) betrug der Aktivsaldo saisonbereinigt 25 (April: 17) Milliarden Euro. In der Handelsbilanz ergab sich ein Überschuss von 16 (18) Milliarden Euro, wobei die Exporte auf 251 (252) Milliarden Euro stiegen und die Importe auf 236 (234) Milliarden.
Achtung, KI-Blase?
Der Hype um das Trendthema Künstliche Intelligenz bleibt weiter bestehen, aber kann die Realität den hohen Erwartungen der Anleger überhaupt noch gerecht werden oder hat sich längst eine KI-Blase gebildet? Friedhelm Tilgen spricht mit Johannes Hesche von der Fondsgesellschaft Acatis über den Hype und mögliche Anlagestrategien.
Bewegung am Geldmarkt nach unten
Mit den jüngsten günstigen US-Inflationslesungen und dem stabilisierten Ölpreis geht es mit den Sätzen am europäischen Geldmarkt nach unten. Die Blicke richten sich nun auf die geldpolitische Entscheidung der EZB in der kommenden Woche. Es wird erwartet, dass die Zentralbank die Leitzinsen bestätigen wird. Für September wird derweil eine Anhebung um 25 Basispunkte zu 85 Prozent eingepreist. Eine Eskalation im Nahen Osten stellt ein erhebliches Aufwärtsrisiko für die Zinserwartungen dar.
Tagesgeld: 2,13 - 2,33 (2,18 - 2,38), Wochengeld: 2,13 - 2,37 (2,13 - 2,37), 1-Monats-Geld: 2,00 - 2,20 (2,27 - 2,57), 3-Monats-Geld: 2,24 - 2,57 (2,23 - 2,57), 6-Monats-Geld: 2,62 - 2,72 (2,60 - 2,76), 12-Monats-Geld: 2,66 - 2,83 (2,76 - 3,06), Euribors: 16.07. 15.07. 3 Monate: 2,4850 2,4900, 6 Monate: 2,6880 2,7170, 12 Monate: 2,8760 2,9160
Dax verliert weiter an Boden
Update von der Frankfurter Börse: Aufgrund schlechter Vorgaben aus Asien und Amerika hat sich der Dax permanent klar in der Verlustzone befunden. Der deutsche Leitindex verlor am Mittag 0,7 Prozent auf 24.740 Punkte. Der EuroStoxx50 sackte um 1,1 Prozent auf 6218 Stellen ab. Der Euro lag kaum verändert bei 1,1435 US-Dollar.
Neues ntv-Börsen-Format: Finanzwissen ganz einfach erklärt
Sich mit Finanzthemen auszukennen, ist heute wichtiger denn je. Und das ist gar nicht so schwer und kompliziert. Daher gibt es jetzt ein neues Format: ntv-Börsenreporter erklären typische Begriffe aus der Finanzwelt so, dass sie wirklich jeder verstehen kann. Heute B wie Bond. Folgt gern auch unserem Instagram-Kanal ntv Wirtschaft für mehr Finanzwissen und News rund um Wirtschaft, Börse und Verbraucherthemen.
Wall Street vorbörslich knallrot - Chipwerte fahren U-Bahn
Mit einem kräftigen Minus dürfte die Wall Street in den letzten Handelstag der Woche starten. Damit setzt sich die schwache Vortagestendenz fort. Der Future auf den S&P-500 büßt 1,0 Prozent ein. Der Termin-Kontrakt auf den Nasdaq-100 reduziert sich um 1,8 Prozent. Damit verliert die KI-Rally weiter an Schwung. Die Aktien von Intel, Micron, Marvell Technology und Advanced Micro Devices bauen ihre deutlichen Vortagesverluste weiter aus und fallen vorbörslich um bis zu 4,3 Prozent.
Dazu kommen die anhaltenden Kämpfe zwischen den USA und dem Iran, die den Ölpreis für ein Barrel der Sorte Brent über die Marke von 85 US-Dollar schieben. Dies wiederum befeuert die Zinserhöhungsspekulationen. Der Goldpreis fällt vor diesem Hintergrund unter die Marke von 4000 Dollar.
Hoher Inflationsdruck im Euroraum lässt etwas nach - schwierig für EZB
Die erhöhte Inflation im Euroraum hat sich vor der anstehenden Zinssitzung der EZB etwas abgeschwächt. Die Jahres-Teuerungsrate ging im Juni auf 2,8 Prozent zurück, wie das EU-Statistikamt Eurostat mitteilte. Damit wurde eine frühere Schätzzahl bestätigt. Im Mai war die Inflationsrate im Zuge des vom Iran-Krieg ausgelösten Energiepreisschocks noch auf 3,2 Prozent gestiegen.
Trotz der nachlassenden Teuerung im Juni verfehlt die EZB ihr Ziel einer Inflationsrate von 2,0 Prozent weiterhin deutlich. Nach erneuten Angriffen im Nahen Osten legten die Ölpreise mittlerweile wieder zu, was für Inflationsdruck sorgen dürfte. Die EZB will eine Verfestigung der Teuerung auf hohem Niveau unbedingt vermeiden. Für die am kommenden Donnerstag anstehende geldpolitische Entscheidung rechnen Experten zwar damit, dass der EZB-Rat um Präsidentin Christine Lagarde eine Zinspause einlegen wird. Doch könnte dies nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zu einer weiteren Erhöhung sein, die viele Beobachter für September auf dem Radar haben.
Frank Meyer zu SpaceX: Nach dem Hype folgt Ernüchterung
Der größte Börsengang aller Zeiten bekommt erste Kratzer. Die Aktie von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX ist unter ihren Ausgabepreis gefallen. Gleichzeitig läuft ein Starship-Start nicht wie geplant. Nach der Euphorie beim Börsengang hat sich Ernüchterung eingeschlichen, erklärt Frank Meyer.
Shenzhen Composite und ChiNext erleiden schwerste Tagesverluste seit April 2025
Der Shenzhen Composite Index und der ChiNext Price Index in China haben inmitten eines breiten Ausverkaufs von Technologiewerten ihre schwersten Verluste seit April des vergangenen Jahres verzeichnet. Die asiatischen Aktien folgten den Kursverlusten in den USA, was wahrscheinlich auf Sorgen über die Ausgaben für KI zurückzuführen ist. Der Shenzhen Composite schloss 5,2 Prozent niedriger bei 2434,08 Punkten, wobei Unternehmen wie Hebei Sailhero Environmental Protection High-Tech und die Dark Horse Technology Group um je 20 Prozent fielen.
Auch der technologielastige ChiNext brach ein und schloss 7,15 Prozent niedriger bei 3428,63 Punkten, wobei Shannon Semiconductor Technology und Shenzhen Longsys Electronics die Verlustliste anführten. Der Shanghai Composite fiel ebenfalls, wenn auch in geringerem Maße, und schloss 3,05 Prozent niedriger bei 3764,15 Punkten, was den größten prozentualen Rückgang seit März dieses Jahres darstellt.
Volkswagen-Chef Blume stellt sich im August der Belegschaft
Im Ringen um einen Stellenabbau und Werksschließungen beim kriselnden Volkswagen-Konzern tritt Vorstandschef Oliver Blume vor die Belegschaft. Blume solle den Beschäftigten nach der Sommerpause bei zusätzlichen Betriebsversammlungen in Wolfsburg, Zwickau und Emden Rede und Antwort stehen, kündigte der Betriebsrat an. Er werde bei den Terminen am 25. und 26. August von Markenchef Thomas Schäfer begleitet. Technik-Konzernvorstand Thomas Schmall übernehme zudem sämtliche Komponenten-Standorte. In der Zentrale der Nutzfahrzeug-Marke in Hannover werde Finanzvorstand Arno Antlitz bei einem weiteren Treffen den Konzernvorstand repräsentieren.
Im Vordergrund der zusätzlich anberaumten Versammlungen stehe die bisherige Informationspolitik des Konzernvorstandes in Sachen Zukunftsplan, hieß es weiter. Insgesamt stünden nach den bisherigen Aussagen Blumes rund 140.000 Stellen im Feuer, erklärte das Arbeitnehmergremium. Dabei handele es sich um das bereits bekannte und in großen Teilen umgesetzte Abbauziel der 50.000 Mitarbeiter im Inland. Hinzu kämen die neuen 50.000 Stellen bis 2030 im Konzern.
Ölpreise mit größtem Wochenplus seit April
Nach erneuten Angriffen im Nahen Osten arbeiten sich die Ölpreise weiter nach oben. Die Nordsee-Rohölsorte Brent und US-Leichtöl WTI verteuern sich um jeweils rund ein halbes Prozent auf 84,60 und 79,64 Dollar je Fass (159 Liter). Auf Wochensicht kommen sie auf ein Plus von jeweils rund elf Prozent - das größte seit rund drei Monaten. Auslöser sind die zunehmenden Angriffe zwischen den USA und dem Iran, die den Ölhandel durch die Straße von Hormus einschränken, sowie die Aufforderung Irans an die Huthi-Miliz, sich auf eine Schließung der Exportroute über das Rote Meer vorzubereiten.
"Die Gefahr, dass das Rote Meer zu einem weiteren Brennpunkt für Lieferunterbrechungen wird, verkompliziert die Aussichten für den globalen Ölmarkt zusätzlich", kommentiert Tim Waterer, Chefanalyst beim Broker KCM. Auch der Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, warnt: "Wir sollten besorgt sein, und ich bin besorgt, wenn sich die Situation in den nächsten Wochen nicht verbessert."
Iran-Krieg drückt auf die Reiselaune
Die Stimmung in der deutschen Tourismusbranche ist wegen des Iran-Kriegs deutlich schlechter geworden. Das Ifo-Geschäftsklima für Reisebüros und Veranstalter fiel im Juni auf minus 32,0 Punkte nach minus 30,3 im Mai. Im Februar lag es noch bei minus 15,6 Punkten.
Grund sei die Verunsicherung vieler Reisender zu Beginn des Konflikts, so Ifo-Experte Patrick Höppner. Zudem gingen die Preiserwartungen zurück, auch wegen gesunkener Kerosinpreise. Die Nachfrage nach Mittelmeer-Reisen bleibe stabil, bei Fernzielen breche sie dagegen weg.
Dax duckt sich
Der deutsche Aktienmarkt startet erwartungsgemäß in Rot. Der Dax verliert 0,6 Prozent auf 24.768 Punkte.
Die größten Verlierer sind Infineon mit minus 3,8 Prozent, Siemens Energy mit minus 2,2 Prozent und Siemens mit minus 2,6 Prozent. Gegen den Trend stemmen sich . SAP, BMW und Beiersdorf mit plus 1,7 Prozent bis 0,9 Prozent
Die Welle der Gewinnmitnahmen im Bereich der KI- und Chip-Aktien hat sich in den USA und Asien ungebremst fortgesetzt. "Es wird immer deutlicher, dass ein Teil des Kapitals wegen der attraktiven Zinsen ganz weg aus Aktien und in den Anleihemarkt fließt", kommentierte ein Händler. Von Goldman Sachs hieß es, das Netto-Engagement in Aktien aus dem KI-Bereich von ihren Hedge-Fonds-Kunden sei mittlerweile auf ein Jahrestief gefallen. Sorgen machen die anstehenden Sitzungen der Zentralbanken, so der EZB in der kommenden Woche und der Fed in der Woche darauf.
Auftragspolster der deutschen Industrie so dick wie noch nie
Die Auftragsbücher der deutschen Industrie sind so gut gefüllt wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr. Der Bestand an offenen Bestellungen wuchs im Mai um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Das war der stärkste Anstieg seit September 2021, als es Nachholeffekte wegen der Corona-Pandemie gab. Damit sind die Auftragsbücher aktuell so gut gefüllt wie noch nie seit Beginn dieser Statistik im Jahr 2015. Verglichen mit dem Vorjahresmonat legten die Bestellungen um 9,5 Prozent zu und damit so kräftig wie seit August 2022 nicht mehr.
Experten warnen trotz der positiven Nachrichten aus der zuletzt gebeutelten Industrie vor Euphorie. "Der hohe Bestand hat nur dann einen Wert, wenn er sich in die Produktion überträgt", sagte der Chefvolkswirt der Bank Bethmann HAL, Alexander Krüger.
Dax-Futures fallen 200 Punkte
Der Dax dürfte am letzten Handelstag der Woche schwächer in den Handel starten. Die Futures fallen um 200 Punkte. Grund ist eine anhaltende Welle von Gewinnmitnahmen bei KI- und Chip-Aktien in USA und Asien.
Belastend kommt hinzu, dass laut Händlern Kapital wegen attraktiver Zinsen aus Aktien in Anleihen abfließt. Auch die anstehenden Sitzungen von EZB und Fed in den nächsten zwei Wochen sorgen für Zurückhaltung. Im TecDax notieren fast alle Titel vorbörslich im Minus.
Volvo Cars mit Gewinneinbruch
Der schwedische Autobauer Volvo Cars hat im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch erlitten. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe sich von April bis Juni auf 800 Millionen schwedischen Kronen (rund 72,5 Millionen Euro) belaufen, nach 1,6 Milliarden Kronen im ersten Quartal, wie das Unternehmen, das mehrheitlich zum chinesischen Konzern Geely Holding gehört, mitteilte.
Der Autobauer hofft nun auf eine Erholung durch die Auslieferung des Elektromodells EX60, des neuen Flaggschiff-SUVs von Volvo Cars. "Volvo Cars rechnet für die zweite Jahreshälfte mit deutlich stärkeren Verkaufszahlen als in der ersten Jahreshälfte", sagte Vorstandschef Hakan Samuelsson. Er begründete dies mit Wachstum in Europa und einer anhaltenden Erholung in den USA.
Die Volvo Group (der Truck-Hersteller AB Volvo) und Volvo Cars sind zwei rechtlich völlig unabhängige Unternehmen. Obwohl sie sich den Namen und das Logo teilen, haben sie nach der Trennung im Jahr 1999 unterschiedliche Eigentümer und Ausrichtungen.
Truck-Hersteller Volvo besser als erwartet: "Kunden wieder investitionsfreudiger"
Positiv bewerten Händler am Morgen die Zahlen zum zweiten Quartal von Volvo AB. Der Truck-Hersteller zeige die gleiche positive Entwicklung wie schon bei Traton. "Insgesamt scheinen Kunden auf der ganzen Welt wieder investitionsfreudiger zu werden", sagt ein Händler.
Allerdings sei die Länderentwicklung sehr unterschiedlich. So brach der US-Absatz von Volvo ein, während das Geschäft in China deutlich besser als erwartet abschnitt. Unter dem Strich legte der Umsatz organisch um 7 Prozent zu, die operative Marge sei mit 11,7 Prozent sehr gut.
Starship-Testflug verschoben - SpaceX-Aktie im Sinkflug
SpaceX hat einen geplanten Testflug seiner Starship-Rakete in letzter Minute verschoben. Im nachbörslichen Handel fielen die Aktien daraufhin um 4,0 Prozent auf 125,83 US-Dollar. Geschlossen hatten die Papiere mit einem Minus von 3,1 Prozent bei 131,11 US-Dollar. Damit hat die Aktie seit ihrem Börsengang Anfang dieses Sommers 19 Prozent an Wert verloren.
Geschäftsführer Elon Musk schrieb auf X, dass einige der Triebwerke des Raumfahrzeugs nicht gezündet hätten, was einen automatischen Abbruch des Starts ausgelöst habe. "Der nächste Startversuch findet hoffentlich in ein paar Tagen statt", schrieb er.Der Start sollte der Stationierung von 20 Starlink-V3-Satelliten im Weltraum dienen.
Honda zieht den Stecker: US-Elektro-SUV Prologue wird eingestellt
Honda stoppt die Produktion seines einzigen Elektroautos in den USA. Das Modelljahr 2026 wird laut US-Vertriebschef Lance Woefler das letzte für den Prologue-SUV sein. Verkauft werden soll er noch, bis die Lager mit rund 100.000 Fahrzeugen leer sind.
Grund ist die schwache Nachfrage. Im vergangenen Jahr verkaufte Honda nur rund 40.000 Prologues - etwa ein Zehntel eines Bestsellers wie des CR-V. Stattdessen setzt der japanische Konzern nun verstärkt auf Hybridfahrzeuge für den US-Markt. Auch Konkurrenten wie VW, Ford und Stellantis drosseln ihre E-Auto-Pläne.
Alcoa senkt Prognose - Probleme in Australien
Alcoa muss die Produktionsprognose für 2026 kassieren. Wegen geringerer Produktion in der Raffinerie Pinjarra in Australien nach dem Zyklon Narelle will der Konzern nun 200.000 bis 300.000 Tonnen weniger Aluminiumoxid herstellen. Die Gesamtproduktion soll bei 9,5 Millionen bis 9,6 Millionen Tonnen liegen.
Im zweiten Quartal stieg der Gewinn zwar auf 407 Miolionen Dollar nach 164 Millionen Dollar im Vorjahr. Mit 2,12 Dollar je Aktie und 3,97 Milliarden Dollar Umsatz verfehlte Alcoa aber die Analystenerwartungen. Nachbörslich gab die Aktie um zwei Prozent nach.
Kupferpreis fällt
Die Kupferpreise geben im frühen asiatischen Handel nach und dürften nach Einschätzung der Analysten von Nanhua Futures kurzfristig in einer Handelsspanne bleiben. Obwohl Chinas Makroökonomie stabil sei, stellen sie fest, dass eine angespannte globale Angebots-Nachfrage-Dynamik die Preise in die Höhe treiben könnte.
Aus technischer Sicht sehen die Analysten eine Unterstützung bei 13.500 US-Dollar pro Tonne. Die Anleger beobachten die Wirtschaftsleistung Chiles als weltgrößter Kupferproduzent genau, so die Analysten. Derzeit notiert der Dreimonats-Kupferkontrakt an der LME um 0,7 Prozent niedriger bei 13.504 US-Dollar pro Tonne.
Energieriese Uniper will vom KI-Fieber profitieren
Der verstaatlichte Energiekonzern Uniper will vom KI-Boom profitieren und stößt in neue Geschäftsfelder vor. Statt nur Strom zu produzieren, will Uniper künftig auch die Infrastruktur für die Datenriesen liefern.
Grund ist der explodierende Strombedarf durch Künstliche Intelligenz. KI-Rechenzentren verbrauchen enorme Mengen Energie - Tendenz stark steigend. "Die Nachfrage nach digitaler Infrastruktur steigt und kann Wachstumsimpulse für Uniper schaffen", erklärte der Konzern bei der Vorstellung seiner Strategie.
Konkret will Uniper Flächen verkaufen und verpachten, die ideal für Rechenzentren sind: mit Betriebsgenehmigung, Autobahnanbindung und Anschluss an leistungsstarke Stromleitungen. Waren diese Flächen für den Konzern früher eine "teure Last", reiben sich Investoren heute die Hände.
Parallel bekräftigte Uniper seine Investitionspläne. Zwischen 2025 und 2030 sollen rund fünf Milliarden Euro in Versorgungssicherheit und die Transformation der europäischen Energiesysteme fließen. Gut die Hälfte davon ist für Deutschland vorgesehen. Das Geld geht in flexible Erzeugung, erneuerbare Energien und den Ausbau des Gasbezugsportfolios.
Die Zukunft von Uniper ist aber weiter ungewiss. Der Bund hatte den Konzern 2022 in der Energiekrise nach dem russischen Gaslieferstopp vor der Pleite gerettet und verstaatlicht. Im Gegenzug für die Rettung fordert die EU den Abbau von Beteiligungen. Zudem muss der Bund bis 2028 seinen Anteil auf 25 Prozent plus eine Aktie reduzieren.
Chip-Ausverkauf trifft Nikkei mit voller Wucht
Die asiatischen Märkte sind am letzten Handelstag der Woche mit deutlichen Verlusten in den Tag gestartet. Auslöser sind ein globaler Ausverkauf bei Halbleiterwerten und neue geopolitische Spannungen im Nahen Osten.
Am stärksten traf es Japan. Der Nikkei 225 rutschte um 3,6 Prozent auf 64.443,84 Punkte ab. Der breiter gefasste Topix verlor 2,0 Prozent auf 3950,08 Zähler. Der breit gefasste MSCI-Index für Asien-Pazifik ex Japan gab nur leicht um 0,06 Prozent nach. Die Börsen in Südkorea blieben feiertagsbedingt geschlossen.
Belastet wurden die Märkte vor allem von Technologiewerten. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen nach der KI-Rally und hohen Gewinnerwartungen. Zu den größten Verlierern im Nikkei zählten:
· Kioxia Holdings minus 16,05 Prozent
· Taiyo Yuden minus 15,45 Prozent
· Screen Holdings minus 11,45 Prozent
Gegen den Trend legten Shift 6,59 Prozent und Seven & I Holdings 4,38 Prozent zu.
Zusätzlich drückt die Lage im Nahen Osten auf die Stimmung. Die US-Regierung hatte neue Angriffe auf den Iran gestartet, US-Präsident Donald Trump drohte mit weiterer Eskalation.
Findet der Dax zurück in die Spur?
Sorgen über die Lage im Nahen Osten und die hohen Bewertungen im Technologiesektor haben die europäischen Aktienmärkte erneut unter Druck gesetzt. An der Frankfurter Börse sackte der Dax zeitweise kräftig ab, erholte sich dann aber wieder etwas. "Zwischen der Hoffnung auf Entspannung und der Sorge vor einer weiteren militärischen Eskalation im Nahen Osten liefern sich Optimisten und Pessimisten ein Tauziehen", kommentierte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research.
Kann sich der Dax wieder holen? Auf der Datenseite ist heute nicht allzu viel los. Die vom Ölpreisschock befeuerte Inflation in der Eurozone dürfte sich im Juni auf erhöhtem Niveau stabilisiert haben. Klarheit bringen die finalen Daten des EU-Statistikamts, das in einer vorläufigen Schätzzahl eine Jahresteuerungsrate von 2,8 Prozent ermittelt hat. Damit blieb der Preisauftrieb genauso hoch wie im Mai. Der EZB-Rat um Präsidentin Christine Lagarde blickt beim Zinsentscheid in der kommenden Woche sehr genau auf diese Daten. An den Finanzmärkten wird damit gerechnet, dass die Europäische Zentralbank noch stillhalten wird, jedoch im September die Zinszügel zum zweiten Mal in diesem Jahr anziehen dürfte.
Aus den USA gibt es Zahlen zur Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung im Juni. Zudem kommt die Uni Michigan mit ihrem Index zur Verbraucherstimmung um die Ecke.