Dax verpasst neuen Rekord
Am deutschen Aktienmarkt haben heute die Pfeile überwiegend nach oben gezeigt. Der Dax näherte sich wieder seinem Rekordstand von 26.573,50 Punkten, kam aber bei 26.541 Zählern zum Stehen. Den Handel verließ der Leitindex 0,5 Prozent fester mit 26.440 Zählern. Der EuroStoxx50 notierte 0,1 Prozent tiefer bei 6537 Stellen.
"Die Anleger sehen sich durch die Ergebnisse der Berichtssaison und die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft gegenüber hohen Energiepreisen in ihrer optimistischen Haltung bestärkt", sagte Jochen Stanzl von der Consorsbank. Die weiter stockenden Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA werden dabei offensichtlich ausgeblendet. "Anleger haben sich damit abgefunden, dass handfeste diplomatische Fortschritte eher in die Kategorie Wunschdenken fallen", sagte Timo Emden vom Broker CapTrader. Statt auf den großen Wurf zu warten, spielten die Märkte nach ihren eigenen Regeln.
Zu den größten Gewinnern am deutschen Aktienmarkt zählten zum Wochenschluss die Software-Aktien, nachdem Spekulationen auf eine Übernahme des US-Software-Anbieters Workday durch den Finanzinvestor Silver Lake die Runde gemacht hatten. Im Dax legten SAP um 2,7 Prozent zu, im MDax verteuerten sich Nemetschek um 8,4 Prozent.
Unter die Räder gerieten Energiekontor mit einem Abschlag von 19,1 Prozent. Der Wind- und Solarparkentwickler senkte seine Prognose für den Gewinn vor Steuern auf fünf bis zehn Millionen Euro von zuvor 40 bis 60 Millionen Euro.
Bitcoin fällt deutlich
Bitcoin gibt nach. Eine anhaltende Pattsituation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran treibt die Ölpreise in die Höhe und verringert die Nachfrage nach risikoreichen Anlagen. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte, die Vereinigten Staaten könnten ihre Blockade iranischer Häfen auf unbestimmte Zeit aufrechterhalten, da sie Schiffe ein- und auswechseln können.
"Unsere Sorge bleibt weiterhin, dass es keinen einfachen Ausweg aus der aktuellen Krise gibt", schreibt der Jefferies-Ökonom Mohit Kumar in einer Research Note. Der Iran werde die Kontrolle über die Straße von Hormus nicht aufgeben und die USA würden nicht akzeptieren, dass der Iran Mautgebühren für die Schifffahrtsroute erhebe, meint er. Der Iran habe die Zeit auf seiner Seite und eine höhere Toleranz gegenüber wirtschaftlichen Schmerzen, meint er. Bitcoin fällt um 1,4 Prozent auf 62.570 US-Dollar.
Börsenparty um welchen Preis? "Es wird uns alle treffen"
Noch feiern Anleger steigende KI-Kurse und milliardenschwere Bewertungen. Gleichzeitig wachsen Cyberrisiken, Kontrollprobleme und der Druck auch auf gut bezahlte Bürojobs. ntv-Börsenexperte Patrick Dewayne fragt, ob die großen Gewinne am Ende den Preis rechtfertigen, den Wirtschaft und Gesellschaft dafür zahlen.
Gewinnmitnahmen und Nahost-Sorgen drücken US-Börsen
Die US-Anleger zeigen sich zum Wochenschluss vorsichtig. Für fallende Kurse sorgten am Freitag Gewinnmitnahmen nach dem Rekordhoch des S&P 500 vom Donnerstag und anhaltende Sorgen über die Entwicklungen im Nahen Osten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zur Eröffnung leicht schwächer bei 53.815 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 und der Index der Technologiebörse Nasdaq lagen jeweils knapp im Plus bei 7802 beziehungsweise 26.468 Zählern.
Applied Materials fielen um mehr als fünf Prozent, obwohl das Unternehmen einen optimistischen Ausblick gegeben hatte. Händler verwiesen auf Gewinnmitnahmen, nachdem sich der Aktienkurs in diesem Jahr mehr als verdoppelt hatte. Um drei Prozent nach unten ging es für Birkenstock. Großaktionär L Catterton hat den Kurssprung der Sandalen-Aktie zum Verkauf eines großen Aktienpakets genutzt.
Hunderten droht Jobverlust bei Hellweg und Tochter BayWa
Bei der Sanierung der insolventen Baumarktkette Hellweg und deren Tochterunternehmen BayWa Bau- & Gartenmärkte werden in den Unternehmenszentralen in Dortmund und Garching voraussichtlich Hunderte Beschäftigte ihren Job verlieren. Die Geschäftsführung rechnet laut einer Mitteilung zwar damit, dass "ein wesentlicher Teil" der Filialen auf neue Betreiber übertragen wird. Damit sei allerdings die Schließung der bisherigen Firmenzentralen verbunden, teilten die Sanierungsgeschäftsführer mit. Davon betroffen seien insgesamt rund 340 Menschen.
Warum schlechte Zahlen die Börse auf Rekord treiben
An der Börse sorgen selbst schlechte Nachrichten für steigende Kurse. Genau das zeigt sich gerade in den USA: Der Arbeitsmarkt schwächelt - trotzdem erreicht der S&P 500 ein neues Allzeithoch. Wie passt das zusammen? Darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Annchristin Jahnel von der HSBC.
Pharma-Aktie geht durch die Decke
Die Aktien von Eton Pharmaceuticals sind gestiegen, nachdem das Unternehmen im zweiten Quartal wieder einen Gewinn erzielte, seinen Umsatz fast verdoppelte und den Ausblick für das Gesamtjahr anhob. Die Aktie sprang im vorbörslichen Handel um 23 Prozent auf 50,30 US-Dollar. Seit Jahresbeginn hat sich der Wert der Aktie bis zum Handelsschluss am Donnerstag mehr als verdoppelt.
Das Unternehmen meldete am späten Donnerstag einen Nettogewinn von 11,6 Millionen Dollar oder 35 Cent je Aktie. Im Vorjahreszeitraum hatte noch ein Verlust von 2,59 Millionen Dollar oder 10 Cent je Aktie zu Buche geschlagen. Ohne Berücksichtigung von Einmaleffekten lag der bereinigte Gewinn bei 43 Cent je Aktie. Der Nettoumsatz verdoppelte sich fast auf 37,6 Millionen Dollar und übertraf damit die von Factset befragten Analysten erwarteten 27,1 Millionen Dollar.
Social-Media-Aktie mit Kurssprung
Die Aussicht auf eine Aufnahme in den breit gefassten US-Index S&P 500 gibt den Aktien der Social-Media-Plattform Reddit kräftigen Rückenwind. Die Papiere des Online-Forums aus San Francisco legen im vorbörslichen Handel an der Wall Street um mehr als zwölf Prozent zu. Der Index-Anbieter S&P Dow Jones Indices hatte am späten Donnerstagabend mitgeteilt, dass Reddit ab dem 18. August in den Index aufgenommen werde. Das Unternehmen ersetze dort die Immobiliengesellschaft AvalonBay Communities.
Indexfonds, die den S&P 500 abbilden, werden nun Reddit-Aktien kaufen müssen. Analystin Melissa Roberts von der Investmentbank Stephens rechnet damit, dass passive Fonds insgesamt rund 25 Millionen Reddit-Aktien erwerben. Dies entspreche dem Handelsvolumen von fast fünf Tagen.
Aktien von US-Drohnenherstellern gewinnen kräftig
Die Ankündigung neuer US-Zölle auf importierte Drohnen treiben die Aktien heimischer Hersteller nach oben. Die Titel von Unternehmen wie Red Cat, Kratos, Aerovironment und Unusual Machines legen im vorbörslichen Handel um knapp drei bis 7,5 Prozent zu. US-Präsident Donald Trump hat eine Anordnung zur Verhängung von Zöllen auf den Import von Drohnen und deren Bauteilen unterzeichnet. Für Drohnen ab einer bestimmten Größe oder mit besonders sicherheitsrelevanten Fähigkeiten werde ein Wertzoll von 100 Prozent fällig. Auf kleinere Modelle ohne diese Eigenschaften werde ein Wertzoll von 25 Prozent erhoben.
Rüstungsgeschäft lässt SFC Energy wachsen - Aktie steigt
Eine optimistischere Jahresprognose treibt die Aktien von SFC Energy an. Die Papiere des Brennstoffzellen-Anbieters gewinnen 1,7 Prozent auf 21,20 Euro. In der Spitze legten sie 4,8 Prozent zu und markierten den höchsten Stand seit sieben Wochen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) hat sich im Zeitraum Januar bis Juni auf 18,4 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Für das Gesamtjahr rechnet SFC nun mit einem bereinigten Ebitda zwischen 31,5 und 34 Millionen Euro und hob das untere Ende der Spanne damit etwas an. Das Rüstungsgeschäft sorge für einen sehr starken und sichtbaren Rückenwind, sagt Analyst Usama Tariq von ODDO BHF. Die entscheidende Frage sei nun, ob SFC auch ab dem Geschäftsjahr 2027 weiterhin starke Aufträge erhalten könne.
Neues vom Geldmarkt
Kaum verändert zeigen sich die Sätze am Frankfurter Euro-Geldmarkt. Der Overnight-Satz wird weiter breit gestellt bei 2,15 zu 2,35 Prozent. Wichtige Termine stehen am letzten Handelstag der Woche nicht mehr an. Im Fokus steht weiter die Entwicklung der US-Inflation, wo am nächsten Mittwoch auf das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung gewartet wird.
Tagesgeld: 2,15 - 2,35 (2,15 - 2,35), Wochengeld: 2,15 - 2,35 (2,15 - 2,35), 1-Monats-Geld: 2,20 - 2,40 (2,20 - 2,40), 3-Monats-Geld: 2,32 - 2,55 (2,30 - 2,55), 6-Monats-Geld: 2,42 - 2,66 (2,31 - 2,51), 12-Monats-Geld: 2,69 - 2,92 (2,68 - 2,86), Euribors: 13.08. 12.08. 3 Monate: 2,5110 2,4900, 6 Monate: 2,6530 2,6370, 12 Monate: 2,9430 2,9130
Spanien ist die Wachstumslokomotive der Eurozone
Die Wirtschaft der Eurozone ist im Frühjahr trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von April bis Juni um 0,4 Prozent zum Vorquartal zu, wie Eurostat eine frühere Schätzung bestätigte. In den ersten drei Monaten des Jahres hatte das BIP stagniert.
Zu den Wachstumslokomotiven im Währungsraum zählt Spanien: Die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone schaffte ein Plus von 0,7 Prozent, wozu der boomende Tourismus beitrug. Europas größte Volkswirtschaft Deutschland schaffte dagegen nur ein Wachstum von 0,2 Prozent, ebenso wie Frankreich und Italien.
Goldpreis leidet unter Gewinnmitnahmen
Der Goldpreis steuert auf einen leichten Wochenverlust zu, da die Anleger nach der Rallye in dieser Woche Gewinne mitnehmen. Die New Yorker Gold-Futures fielen um 0,1 Prozent auf 4348,67 US-Dollar je Feinunze. Die Preise waren in dieser Woche über die Marke von 4400 Dollar gestiegen, da schwächere Inflationsdaten die Erwartungen einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve im September dämpften.
"Der breitere Aufwärtstrend bleibt intakt, aber beide Märkte haben es nun nicht geschafft, die jüngsten Höchststände zu halten, was auf einige Gewinnmitnahmen nach der starken Rallye hindeutet", so die Analysten von Sucden Financial. Laut dem FedWatch-Tool der CME preisen die Händler nun nur noch eine 32-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im nächsten Monat ein. Ein Umfeld mit niedrigeren Zinsen stützt tendenziell den Goldpreis, da es die Opportunitätskosten für das Halten des zinslosen Vermögenswerts reduziert.
Norma schießen mit Aktienrückkauf hoch
Für die Norma-Aktie geht es im Spezialistenhandel um acht Prozent auf 20,80 Euro nach oben. Wie das SDax-Unternehmen mitteilte, will es bis zu 9,3 Millionen eigene Aktien zum Preis von 22,35 Euro je Aktie für rund 208 Millionen Euro zurückkaufen. "Mit diesem zweiten Aktienrückkauf möchten wir die angekündigte Kapitalrückführung abschließen", sagte Vorstandschefin Birgit Seeger. "Die Prämie von 25,47 Prozent auf den Mittelwert der Schlusskurse in den letzten drei Monaten halten wir für angemessen." Ein erstes Programm in Höhe von rund 53 Millionen Euro war im Frühjahr abgeschlossen worden.
Dax klar im Plus
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat seinen Vormarsch fortgesetzt. Am Mittag notierte der deutsche Leitindex 0,7 Prozent höher bei 26.488 Punkten. Der EuroStoxx50 gewann 0,3 Prozent auf 6563 Stellen. Der Euro lag 0,2 Prozent fester bei 1,1555 US-Dollar.
Das sind Tradingstrategien für September
Der Dax bleibt in Rekordlaune - und das, obwohl der September vor der Tür steht, traditionell der schwächste Börsenmonat des Jahres. Ist die Rekordfahrt also nur die Ruhe vor dem Sturm? Oder könnte diesmal alles anders kommen? Über passende Tradingstrategien spricht Friedhelm Tilgen mit Raphael Dreyer von GBE Brokers.
Deutsche Industrie im "China-Schock"
Die durch chinesische Konkurrenten und hohe US-Zölle in Bedrängnis geratene deutsche Autoindustrie beschäftigt so wenige Mitarbeiter wie seit über 20 Jahren nicht mehr. Im ersten Halbjahr zählte sie nur noch 691.500 Mitarbeiter. "Seit 2005 waren noch nie weniger Menschen in der Branche beschäftigt", teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Binnen eines Jahres sank die Zahl um 42.300 oder 5,8 Prozent. In keinem anderen großen Industriezweig fielen so viele Jobs weg. Dennoch bleibt die Automobilbranche der zweitgrößte Industriearbeitgeber nach dem Maschinenbau mit 905.900 Beschäftigten (-2,7 Prozent).
Auch die deutsche Industrie insgesamt baute im ersten Halbjahr Stellen ab. Im Verarbeitenden Gewerbe wurden Ende Juni noch 5,29 Millionen Beschäftigte gezählt und damit 144.100 oder 2,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Neben Auto- und Maschinenbauern kommen auch die Metallerzeuger (-3,8 Prozent auf 471.700), die chemische Industrie (-3,6 Prozent auf 312.000) sowie die Hersteller von elektrischer Ausrüstung (-3,4 Prozent auf 374.500) mit weniger Mitarbeitern aus. "Die Zahlen zeigen, mit welcher Wucht der China-Schock die deutsche Industrie trifft", sagte der Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, Cyrus de la Rubia.
Was Europas "langweilige" Aktien so spannend macht
Europa hat keine Nvidia, keine Amazon, keine Meta - und genau das könnte jetzt zum Vorteil werden. Während in den USA viel Geld an wenigen Tech-Giganten hängt, gewinnen Europas Banken, Industrie-, Pharma- und Energiewerte an Attraktivität. Plötzlich ist wird "langweilig" zum Qualitätssiegel. ntv-Börsenexperte Frank Meyer erklärt den Sachverhalt.
Bei Talanx wächst der Optimismus
Steigende Gewinne und geringe Schadenlasten machen den Versicherungskonzern Talanx für das laufende Jahr noch zuversichtlicher. "Wir erwarten nun, unsere Jahresprognose zu übertreffen und ein Konzernergebnis von deutlich über 2,7 Milliarden Euro zu erzielen", sagte Vorstandschef Torsten Leue. "Damit würden wir unser Jahresergebnis zweistellig und ein weiteres Mal stärker als den Umsatz steigern." Im vergangenen Jahr hatte Talanx einen Nettogewinn von 2,48 Milliarden Euro erwirtschaftet, für 2026 rechneten Analysten bislang im Schnitt mit 2,76 Milliarden Euro.
Im ersten Halbjahr steigerte der Versicherer, bekannt etwa für die Hannover Rück, den Nettogewinn um neun Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Der Versicherungsumsatz stieg währungsbereinigt um drei Prozent auf 24,3 Milliarden Euro. Beide Kennziffern lagen leicht über den Erwartungen der Analysten. Alle Geschäftsbereiche hätten Rekordgewinne erzielt, sagte Leue.
Mögliche Übernahme von Workday befeuert Kurse von SAP und Co.
Spekulationen auf eine Übernahme des US-Software-Anbieters Workday durch den Finanzinvestor Silver Lake haben für gute Laune in der Software-Branche gesorgt. Im Dax rückten SAP nach zwei Handelstagen mit Verlusten um 5,1 Prozent vor und waren der größte Gewinner im Leitindex. Im MDax gewannen die Aktien des Bausoftware-Anbieters Nemetschek und des Spezialisten für Fernwartungssoftware Teamviewer neun beziehungsweise sieben Prozent.
Die Workday-Transaktion im Wert von 43 Milliarden Dollar wäre ein Zeichen dafür, dass große Technologie-Übernahmen nach mehreren Jahren gedämpfter Aktivität auf dem Vormarsch sind. Die Analysten der Citigroup gehen davon aus, dass das potenzielle Übernahme-Interesse von Silver Lake die Anleger wieder mehr für Software-Aktien begeistern könnte.
So finden Anleger den passenden ETF
Wer in börsengehandelte Indexfonds, sogenannte ETFs, investieren möchte, kann bei der großen Auswahl schnell den Überblick verlieren. Ein Geldanlage-Experte verrät, wie Anleger den passenden ETF finden und was es zu beachten gibt.
Ölpreise steuern auf deutliches Wochenplus zu
Trotz der Spannungen im Nahen Osten und der Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts mit dem Iran zeigen sich die Ölmärkte wenig bewegt. Am Rohstoffmarkt stagniert die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee bei 87,02 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert kaum verändert bei 81,24 Dollar. Zuvor hatten die Preise nachgegeben, steuern aber dennoch auf einen Wochengewinn von rund vier Prozent zu, da die Anleger die geopolitische Lage genau im Blick behalten.
VW will Traton versilbern
Volkswagen bereitet sich offenbar darauf vor, seine milliardenschwere Mehrheitsbeteiligung am Lkw-Bauer Traton zu reduzieren. Der Kostendruck bei dem in einer Sanierung steckenden Autokonzern VW schlage auf die Tochter durch, berichtete die Agentur Bloomberg. "Wir spüren einen zunehmenden Druck, äußerst umsichtig mit Geld, Kosten und Investitionen umzugehen", sagte Traton-Vorstandschef Christian Levin. "Dieser Druck hat, wie ich sagen kann, seitens des Haupteigentümers zugenommen."
Dax steuert auf Wochengewinn zu
Zum Wochenschluss startet der Dax fester in den Handel. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 26.450 Punkten, nachdem er das gestrige Geschäft mit einem Stand von 26.300 Zählern leicht im Minus beendet hatte. Nachgebende Ölpreise, die aber auf Wochensicht dennoch deutlich zulegen werden, sowie Kursaufschläge an den asiatischen Börsen stützen den Dax. In der Vorwoche hatte er 2,7 Prozent zugelegt, auch in dieser Handelswoche winkt ein Aufschlag.
Diese Aktie stürzt vorbörslich ab
Eine Gewinnwarnung für das Geschäftsjahr 2026 schickt die Aktien von Energiekontor auf Talfahrt. Im Frankfurter Frühhandel brechen die Papiere um 11,5 Prozent ein und halten die rote Laterne bei den SDax-Werten>. Der Wind- und Solarparkentwickler senkt seine Prognose für den Gewinn vor Steuern (EBT) auf fünf bis zehn Millionen Euro von zuvor 40 bis 60 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Als Grund nannte Energiekontor verzögerte Netzanschlüsse für mehrere Windkraftprojekte in Schottland. Die Aktien hatten am Donnerstag bereits mehr als sechs Prozent verloren, nachdem im ersten Halbjahr ein Nettoverlust aufgelaufen war.
KI-Boom hilft Applied Materials
Applied Materials hat mit seinem Ausblick für das laufende Quartal die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Der US-Anbieter von Anlagen für die Halbleiterproduktion wird von der anhaltend hohen Nachfrage nach Ausrüstung für die Fertigung von KI-Chips beflügelt. Für das vierte Quartal stellte das Unternehmen einen Umsatz von rund 10,3 Milliarden Dollar in Aussicht. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 9,5 Milliarden Dollar gerechnet. Im abgelaufenen dritten Quartal, das am 26. Juli endete, verzeichnete Applied Materials einen Umsatz von 9,1 Milliarden Dollar. Auch hier übertraf der Konzern die Schätzungen von knapp neun Milliarden Dollar.
Dennoch fiel die Aktie im nachbörslichen Handel um fünf Prozent. Analyst Brian Chin vom Finanzdienstleister Stifel erklärte dies mit den hohen Erwartungen der Investoren im Vorfeld der Zahlen. Konkurrenten wie Lam Research und KLA hatten starke Quartalsergebnisse und Wachstumsprognosen vorgelegt. Die Papiere von Applied Materials haben sich in diesem Jahr bereits mehr als verdoppelt.
Das Unternehmen liefert wichtige Anlagen für die Wafer-Herstellung und profitiert von den massiven Investitionen der Chip-Hersteller in den Ausbau der KI-Infrastruktur. Finanzchef Brice Hill sagte, man erwarte für die zweite Jahreshälfte ein anhaltend starkes Umsatzwachstum, insbesondere bei Speicherchips (DRAM) sowie bei hochmodernen Logikchips und fortschrittlichen Gehäusetechnologien.
Höhenangst ergreift Anleger
Der Dax wird wohl höher starten. Der Leitindex ging gestern kaum verändert bei 26.300 Punkten aus dem Handel. Nach der Rekordjagd setze bei einigen Anlegern Höhenangst ein und fehlende positive Handelsimpulse führten zu Gewinnmitnahmen, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. Starke Konzernbilanzen und nachlassende Inflationssorgen sorgten aber für eine grundsätzlich gute Stimmung an den Finanzmärkten. An der Wall Street kletterte der S&P 500 auf ein Rekordhoch. Auch die übrigen Indizes legten zu.
Zum Wochenschluss werden vor allem Konjunkturdaten unter die Lupe genommen. Unter anderem stehen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt und zum Arbeitsmarkt im Euroraum im zweiten Quartal an. In den USA blicken Börsianer auf die Einzelhandelsumsätze für Juli. Die US-Einzelhändler sind voraussichtlich mit einem kleinen Umsatzplus ins Jahr gestartet.
Birkenstock-Großaktionär macht Kasse
Birkenstock-Großaktionär L Catterton nutzt den Kurssprung der Aktie des deutschen Sandalenherstellers zum Verkauf eines großen Aktienpakets. Der Finanzinvestor, hinter dem der französische Milliardär Bernard Arnault und der Luxuskonzern LVMH stehen, warf Birkenstock-Aktien für eine Milliarde Dollar auf den Markt. Die Investmentbank JPMorgan soll sie bei institutionellen Anlegern platzieren. Birkenstock kündigte an, selbst Aktien für bis zu 500 Millionen Dollar zu kaufen und danach einzuziehen.
Die Birkenstock-Aktie war am Donnerstag an der New Yorker Börse um zwölf Prozent gestiegen, nachdem das Unternehmen angesichts der starken Nachfrage seine Umsatzprognose für das laufende Jahr angehoben hatte. Nachbörslich gaben die Papiere 3,7 Prozent auf 39,50 Dollar nach.
L Catterton hält bisher noch 54 Prozent an Birkenstock. Rechnerisch entspricht das Volumen der Platzierung knapp einem Viertel der Beteiligung, sodass der Finanzinvestor sich auf einen Minderheitsanteil von rund 40 Prozent zurückziehen könnte. Arnault selbst hält über seine Familienholding Financiere Agache 5,6 Prozent. L Catterton hat seit dem Börsengang von Birkenstock im Oktober 2023 jedes Jahr im Sommer ein größeres Aktienpaket verkauft: 2024 für 756 Millionen Dollar, 2025 für 941 Millionen Dollar.
Verhandlungen über 43-Milliarden-Dollar-Deal
Silver Lake erwägt Insidern zufolge die Übernahme des Software-Anbieters Workday. Mit einem Marktwert von rund 43 Milliarden Dollar wäre dies eine der größten Übernahmen in der Geschichte der Software-Branche. Silver Lake und das auf Personal- und Finanzmanagement-Software spezialisierte Unternehmen hätten in den vergangenen Monaten Gespräche über ein mögliches Geschäft geführt, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Gespräche dauerten an, eine Einigung sei jedoch nicht sicher.
Die Workday-Aktie hat in diesem Jahr rund 15 Prozent an Wert verloren. Anleger stellen die Zukunftsfähigkeit traditioneller Software im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz (KI) infrage. Vom Höchststand im Jahr 2024 ist die Aktie mehr als 40 Prozent entfernt. Für die Finanzierung des Deals könnte Silver Lake einem der Insider zufolge weitere Investoren hinzuziehen.
Jüngste US-Inflationsdaten sorgen für Hoffnung
Der US-Notenbanker Austan Goolsbee sieht nach den jüngsten Inflationsdaten leichte Fortschritte im Kampf gegen die Teuerung. Die neuen Zahlen seien "etwas besser" ausgefallen, sagte der Präsident des Fed-Bezirks Chicago Fox News. Er äußerte die Hoffnung, dass sich die Inflation weiter abschwäche, sobald die Auswirkungen von Zöllen und den durch den Iran-Krieg gestiegenen Ölpreisen nachließen. Wenn diese Faktoren überwunden seien, könne die Notenbank auf den von ihm sogenannten goldenen Pfad zurückkehren und die Teuerungsrate wieder in Richtung des Ziels von zwei Prozent steuern. Das aktuelle Niveau im Drei-Prozent-Bereich sei jedoch weiterhin zu hoch.
Die US-Notenbank (Fed) hatte ihren Leitzins im vergangenen Monat in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Allerdings hatten sich mindestens fünf der 19 Währungshüter für eine Zinserhöhung ausgesprochen. Die Fed strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an, gemessen am Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE). Dieser Wert lag im Juni bei 3,7 Prozent, nach einem jüngsten Höchststand von 4,1 Prozent im Mai.
Tausende "Ponys" für Europas Straßen
Die chinesische Robotaxi-Firma Pony.ai und der US-Fahrdienstvermittler Uber wollen im Rahmen einer erweiterten Partnerschaft mehr als 2000 Robotaxis in Europa auf die Straßen bringen. Die seit Mai 2025 bestehende Zusammenarbeit solle von dem bereits aktiven kommerziellen Robotaxi-Dienst in der kroatischen Hauptstadt Zagreb auf vier weitere, namentlich nicht genannte europäische Städte ausgeweitet werden, teilte Pony.ai mit. Zudem umfasse der Expansionsplan auch den Nahen Osten, hieß es ohne Nennung weiterer Details. Einen genauen Zeitplan für die Umsetzung nannte das chinesische Unternehmen jedoch nicht.
Zinshoffnungen sorgen für Kursfantasie
Die Aussicht auf eine Zinspause in den USA und die anhaltende Begeisterung für Künstliche Intelligenz (KI) verleihen den asiatischen Aktienmärkten zum Wochenschluss Auftrieb Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans steigt um 0,28 Prozent und steuert auf den stärksten Wochengewinn seit Mitte Juni zu. In Tokio gewinnt der Nikkei 1,5 Prozent. Auch in Südkorea greifen Anleger zu: Der Kospi lege um 0,82 Prozent auf 6868,89 Punkte zu und beendet damit eine siebenwöchige Verlustserie.
Trotz der stockenden Friedensgespräche im Nahen Osten und der US-Drohung, den wirtschaftlichen Druck auf den Iran samt einer Seeblockade zu erhöhen, blendeten die Investoren die geopolitischen Risiken weitgehend aus. "Die Märkte scheinen vorerst bereit zu sein, ein erhebliches Maß an Unsicherheit zu tolerieren, ohne höhere Risikoprämien zu verlangen", sagt John Sidawi, Portfoliomanager bei Federated Hermes.
In Südkorea profitieren Technologiewerte von der KI-Fantasie: Während die Papiere des Chipbauers SK Hynix um 3,01 Prozent zulegen, geben die Aktien des Konkurrenten Samsung Electronics um 0,37 Prozent nach. Zu den Gewinnern zählen auch die Autobauer Hyundai Motor und Kia mit Aufschlägen von 5,73 und 1,97 Prozent.
Das ist Musks SpaceX-Anteil wert
Elon Musk hat einen Anteil von 48,4 Prozent an dem Raumfahrt- und KI-Konzern SpaceX offengelegt. Das Aktienpaket ist aktuell mehr als 900 Milliarden Dollar wert. Dies ging aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervor. Demnach übt Musk über die Papiere die alleinige Stimm- und Verfügungsgewalt aus und kommt insgesamt auf mehr als 82 Prozent der Stimmrechte, womit er sich weiterhin weitreichenden Einfluss sichert.
SpaceX war am 12. Juni nach einem Rekord-Börsengang an die Börse gegangen und hatte dabei zeitweise einen Börsenwert von über zwei Billionen Dollar erreicht. Nach anfänglichen Kursverlusten legte die Aktie im August wieder deutlich zu. Angetrieben wurde das Papier von den ersten Quartalszahlen seit dem Börsendebüt, die einen Umsatzsprung von über 90 Prozent auswiesen, sowie dem Ablauf erster Haltefristen für Altaktionäre.
Yen rückt wieder in den Blick
Am Devisenmarkt rückt der japanische Yen wieder in den Fokus, da er sich der psychologisch wichtigen Marke von 160 nähert, was Spekulationen über eine erneute Intervention der Regierung in Tokio schürt. Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 159,37 Yen und legt leicht auf 6,7435 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,8135 Franken vor. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1536 Dollar und zieht leicht auf 0,9387 Franken an.
"Gelegenheit, um Kasse zu machen"
Der Dax arbeitet an seinem nächsten Wochenplus. In der Vorwoche waren es 2,7 Prozent, in dieser Handelswoche dürfte der Aufschlag zwar niedriger ausfallen, ist dafür aber mit mehreren Allzeithochs garniert. Im gestrigen Geschäft kam allerdings auch kein neues hinzu: Der Dax schloss 0,1 Prozent schwächer mit 26.300 Punkten.
"Für viele Marktteilnehmer scheint die derzeitige Gemengelage eine willkommene Gelegenheit zu sein, um Kasse zu machen", sagte Marktanalyst Timo Emden von Captrader. Eine Konsolidierung hält er zwar angesichts der ambitionierten Kurshöhen für "mehr als gesund", ist jedoch skeptisch, da Gewinnmitnahmen im größeren Stil bislang ausgeblieben sind. "Die Investoren balancieren im Iran-Krieg weiterhin auf einem schmalen Grat zwischen Friedensfantasie und geopolitischem Glatteis."
Zum Wochenschluss steht die Konjunktur im Blick, denn die deutsche Industrie hat in den vergangenen Jahren Zehntausende Stellen abgebaut. Ob sich dieser Trend in der ersten Jahreshälfte 2026 fortgesetzt hat, will das Statistische Bundesamt bekanntgeben. Die Konjunktur hat in den ersten sechs Monaten Tritt gefasst und ist stärker als erwartet gewachsen. Viele Experten bezweifeln allerdings, ob das für eine Trendwende bei der Industriebeschäftigung reicht.
Am Nachmittag geht der Blick der Anleger dann in Richtung USA. Dort dürften die Einzelhändler voraussichtlich mit einem kleinen Umsatzplus ins Jahr gestartet sein. Im Juli dürften die Einnahmen um 0,1 Prozent gestiegen sein, sagen Ökonomen voraus. Dazu beigetragen haben könnten auch Zehntausende Fußballfans aus aller Welt, die zum Fifa World Cup in die Vereinigten Staaten gereist sind.
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