Müder Dax schließt mit Mini-Plus
Der Deutsche Aktienindex hat den Handelstag mit leichten Gewinnen beendet. Am Ende notierte der Dax 0,1 Prozent höher bei 26.140 Punkten. Der Index hielt sich damit weiter über der Marke von 26.000 Punkten. Im Tageshoch notierte er bei 26.217 Zählern, und damit deutlich unter dem Allzeithoch bei 26.404. Insgesamt verlief der Handel in Frankfurt in ruhigen Bahnen. Der Verkaufsdruck aus dem Juli scheint verschwunden. Der MDax bewegte sich mit 32.431 Zählern nur um wenige Punkte vom Fleck.
Marktexperte Andreas Lipkow begründete die Stabilität mit gestiegenem Interesse von Anlegern. Er sagte: "Sowohl inländische als auch vermehrt ausländische Investoren billigen dem deutschen Aktienmarkt sehr viel Nachholpotenzial zu, steigen ein und halten den Dax damit über der Marke von 26.000 Punkten."
Laut Lipkow tragen neben der Hoffnung auf eine tragfähige Lösung im USA-Iran-Konflikt auch die aktuell veröffentlichten Unternehmensbilanzen dazu bei. Die Berichtssaison präsentiert sich gemischt, aber es überwiegen laut Lipkow die positiven Grundtöne. Das steigert die Kauflaune der Anleger.
Im Fokus standen die Indexschwergewichte. Die Deutsche Telekom profitierte von der Ankündigung eines aufgestockten Aktienrückkaufprogramms. Die Titel waren mit plus 6,2 Prozent die Spitzenreiter im Dax. Siemens dagegen litten unter Gewinnmitnahmen. Die Titel schlossen 4,4 Prozent leichter. Die Aktie hatte im Vorfeld der Quartalszahlen bereits viel Konjunkturoptimismus eingepreist. Eine neue Rekordzahl bei den Auftragseingängen beeindruckte die Investoren nur wenig.
"Die große Frage für den Dax ist jetzt, wie weit Rücksetzer gehen müssen, bis wieder Käufer in den Markt kommen," kommetierte Thomas Altmann von QC Partners. "Die psychologisch wichtige Marke dürfte sich in dieser Rally von 25.000 auf 26.000 verschoben haben."
Das war der Börsen-Tag am Donnerstag. Wir verabschieden uns und wünschen einen schönen Feierabend. Wir würden uns wie immer freuen, Sie morgen Früh an dieser Stelle wieder begrüßen zu dürfen. Wer noch Kraft und Muße hat, dem sei der Artikel meines Kollegen Jan Gänger ans Herz gelegt: "Neue Kriegsstrategie: Hinter Kiews Angriffen auf Wildberries steckt mehr als nur Logistik". Bis morgen!
Ralph Lauren trotzt Luxus-Flaute
Der US-Modekonzern Ralph Lauren hat im ersten Quartal die Erwartungen übertroffen, mit seinem Ausblick jedoch die Anleger enttäuscht. Der Umsatz stieg auf 1,96 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen mitteilte. Analysten hatten mit 1,87 Milliarden gerechnet. Der bereinigte Gewinn je Aktie übertraf mit 4,59 Dollar ebenfalls die Schätzungen. Für das Gesamtjahr hob das Unternehmen seine Prognose für das Umsatzwachstum auf eine Spanne von fünf bis sechs Prozent an. Der Mittelwert lag damit allerdings unter den Analystenschätzungen von 6,2 Prozent.
Das im gehobenen Preissegment positionierte Angebot des Unternehmens richtet sich vor allem an junge, wohlhabende Käufer in Asien und Nordamerika, hat sich aber gleichzeitig in den vergangenen Jahren neu ausgerichtet und zielt mit Produkten wie Fleece-Artikeln und Sweatshirts auf jüngere Käufer ab. Mit dieser Strategie stemmt sich das Unternehmen zuletzt erfolgreich gegen eine allgemeine Abkühlung im globalen Luxussektor.
"Eine europäische Commerzbank könnte US-Großbanken Paroli bieten"
Eine Übernahme der Commerzbank durch die UniCredit könnte Jobs kosten und den Umbau beschleunigen. Börsenexperte Patrick Dewayne erklärt, warum eine europäische Commerzbank trotzdem eine Chance für Deutschland wäre und weshalb die Bankenunion nicht nur ein politisches Schlagwort bleiben darf.
Wall Street hält Füße still - Western Digital und Sandisk brechen ein
Nach der jüngsten Rekordjagd haben sich die Anleger an der Wall Street mit weiteren Käufen zurückgehalten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der breiter gefasste S&P 500 notierten zur Eröffnung jeweils kaum verändert bei 54.393 und 7737 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq trat mit 26.410 ebenfalls mehr oder weniger auf der Stelle.
Am steilsten nach unten ging es für Aktien von Speicherchipherstellern. Die Papiere von Western Digital brachen um fast 20 Prozent ein, die von Sandisk gaben um 11,6 Prozent nach. Beide Unternehmen hatten zwar eine über den Erwartungen liegende Umsatzprognose abgegeben, konnten die Anleger damit jedoch nicht überzeugen.
Passagierzahlen erstmals seit Corona wieder rückläufig
Hohe Kerosinpreise und Flugausfälle durch den Iran-Krieg beschleunigen den Schrumpfkurs des Luftverkehrs in Deutschland in diesem Jahr. Erstmals seit der Corona-Krise sank im ersten Halbjahr die Zahl der Passagiere um 0,8 Prozent auf 97,7 Millionen, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) mitteilte. Das Sitzplatzangebot schrumpfte um ein Prozent auf 85 Prozent im Vergleich zu 2019. Der BDL spricht deshalb von schweren Turbulenzen. Dafür macht er neben dem Gegenwind durch den Krieg zu hohe Steuern und Gebühren für den Luftverkehr in Deutschland verantwortlich.
Im Winterflugplan 2026/27 werde das Angebot ab Deutschland bei 88 Prozent von 2019, dem Jahr vor der Corona-Krise, liegen. Trotz eines Wachstums um fünf Prozentpunkte zum Vorjahreszeitraum vergrößerte sich dann die Lücke zur Erholungsrate im übrigen Europa auf 30 Prozentpunkte von 26 Prozentpunkten im ersten Halbjahr. Im Vergleich zu 2019 gebe es von Deutschland aus in diesem Jahr 456 Destinationen weniger und rund 350.000 weniger Flüge. Deutschland liege bei der Erholung seit der Pandemie auf Platz 30 von 33 Ländern in Europa.
Warum die Siemens-Aktie trotz Rekordergebnis abschmiert
Der KI-Boom befeuert das Geschäft des Münchner Technologiekonzerns Siemens kräftig: vor allem durch den Bau von Rechenzentren. Wieso die Aktie heute trotzdem deutlich verliert, erklärt ntv-Börsenreporterin Nancy Lanzendörfer.
Viel Rückenwind durch Fußball-WM: Telekom verdoppelt Aktienrückkauf
Die Investition in die Übertragungsrechte für die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft zahlt sich für die Deutsche Telekom aus. Die Sparte MagentaTV habe rund eine Million neue Kunden gewonnen, teilte der Bonner Konzern mit. "Unsere Geschäfte laufen weiter rund", sagte Konzernchef Tim Höttges. Gleichzeitig nutzt das Unternehmen den Kursverfall der vergangenen Monate, um den Rückkauf eigener Aktien auszuweiten. Zusammen mit den Dividenden würden 2026 bis zu zehn Milliarden Euro an die Aktionäre ausgeschüttet, rechnete Höttges vor. Telekom-Titel stiegen daraufhin um bis zu 5,9 Prozent - so stark wie zuletzt vor einem halben Jahr.
Das Volumen des laufenden Aktienrückkauf-Programms wird um bis zu drei Milliarden auf insgesamt bis zu fünf Milliarden Euro aufgestockt. "Die Ausgangslage einer historisch niedrigen Bewertung in Verbindung mit einer soliden Bilanz ohne zu hohe Verschuldung bildet eine hervorragende Ausgangslage für die Aktion", schrieb DZ Bank-Analyst Karsten Oblinger. Die T-Aktie hatte in den vergangenen Monaten zeitweise rund 30 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Analyst Paul Sidney wertete den zusätzlichen Aktienrückkauf als Hinweis darauf, dass eine Fusion von T-Mobile und Telekom unwahrscheinlicher werde.
Zahl der Insolvenzen "auf außergewöhnlich hohem Niveau"
Die Zahl der Firmenpleiten bleibt einer Studie zufolge zu Beginn der zweiten Jahreshälfte auf sehr hohem Niveau. Im Juli wurden insgesamt 1689 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften verzeichnet, wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) mitteilte. Gegenüber Juni ging die Zahl der Pleiten leicht um 1,0 Prozent zurück. Doch im Vergleich zum Juli 2025 waren es sieben Prozent mehr.
Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Juli der Jahre 2016 bis 2019 - also vor der Corona-Pandemie - liegt die aktuelle Zahl der Pleiten sogar um 75 Prozent höher: Die Zahl der Insolvenzen bleibe damit auf einem "außergewöhnlich hohen Niveau", erläuterten die Forscher.
Die lange Krise habe offenbar die Reserven vieler kleinerer Unternehmen aufgebraucht, sagte Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung. "Die Marktbereinigung hält unvermindert an. Auch in den Folgemonaten ist deshalb mit sehr vielen Insolvenzen zu rechnen." Im Juli gab es im Sektor unternehmensnahe Dienstleistungen sowie bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern die höchste jemals im Insolvenztrend erfasste Zahl an Pleiten. Ungewöhnlich niedrig war die Zahl der Insolvenzen dagegen im Gastgewerbe.
Deutsche Industrie mit deutlichem Auftragsplus
Der Auftragseingang der deutschen Industrie ist im Juni stärker gestiegen als erwartet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, erhöhten sich die Bestellungen gegenüber dem Vormonat um 3,1 Prozent und lagen kalenderbereinigt um 6,5 (Mai: 4,5) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Volkswirte hatten nur einen monatlichen Anstieg um 0,7 Prozent prognostiziert.
Der für Mai vorläufig gemeldete monatliche Anstieg von 1,9 Prozent wurde auf 0,3 Prozent revidiert. Diese Revision habe sich aus einer Anpassung bei der Preisbereinigung ergeben, hieß es.
Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen lag der Auftragseingang um 0,5 Prozent niedriger als im Vormonat. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war der Auftragseingang von April bis Juni um 1,3 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor, ohne Großaufträge blieb er unverändert.
IW warnt vor regionalen Preissprüngen wegen Niedrigwasser
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) warnt vor regionalen Preissprüngen durch das Niedrigwasser am Rhein. Vor allem Treibstoffpreise im Rheinraum könnten steigen, sagt Experte Iglesias. Bundesweit sei der Effekt auf die Inflation aber begrenzt. Die Frachtkosten von Rotterdam nach Karlsruhe haben sich laut Händlern bereits mehr als verdreifacht: von 45 Euro auf 150 bis 160 Euro pro Tonne.
Billigflieger Wizz Air unter Druck
Wizz Air hat wegen des Iran-Krieges und hoher Treibstoffkosten seine Aussichten für das laufende Quartal gesenkt und damit seine Aktie auf Talfahrt geschickt. Die Erlöse pro angebotenem Sitzplatzkilometer dürften im zweiten Quartal im niedrigen einstelligen Prozentbereich sinken, teilte das Unternehmen mit Sitz in Ungarn mit. Die Aktie gab daraufhin um über fünf Prozent nach. Im ersten Quartal rutschte Wizz Air zudem in die roten Zahlen und wies einen operativen Verlust von 183,3 Millionen Euro aus nach einem Gewinn von 27,5 Millionen vor Jahresfrist.
Die Ergebnisse verdeutlichen den Druck auf die europäischen Billigfluglinien, die steigende Treibstoffkosten verkraften müssen, während die Kunden weiterhin günstige Tickets erwarten. Die Entwicklung steht im Gegensatz zu etablierten Fluggesellschaften wie Lufthansa oder Air France-KLM. Diese profitieren von zahlungskräftigen Reisenden in den teureren Buchungsklassen sowie einer gestiegenen Nachfrage auf Routen nach Asien, die den Persischen Golf umfliegen.
Bei diesen KI-Infrastrukturausrüstern wird weiter Kasse gemacht
Die kräftigen Gewinnmitnahmen im Bereich der Infrastrukturausrüster für KI-Datenzentren gehen munter weiter. "Der Markt verzeiht nichts", sagt ein Händler. Es werde nach jedem "Haar in der Suppe" gesucht.
"Gestern die maue Reaktion auf Siemens Energy war schon eine Warnung", so der Händler. Trotz sehr starker Geschäftszahlen hatten die Aktien unverändert geschlossen. Die Analysten von Bernstein sprechen von einem Schneeballeffekt nach Schneider Electric. Diese seien zu einer Benchmark beim Wachstum von Datenzentren geworden.
Schneider, Siemens Energy und ABB fallen aktuell bis je 1,2 Prozent, Hochtief 1,6 Prozent. Siemens geben sogar 4,8 Prozent ab, obwohl Bernstein hier von besseren Umsätzen und Gewinnen auf allen Ebenen spricht. Nur im Bereich Digital Industries sei der Auftragseingang etwas geringer. PVA Tepla brechen 11,0 Prozent ein. Hier ist der Ausblick dem Markt nicht optimistisch genug.
So versucht Commerzbank-Chefin Orlopp die Anleger bei der Stange zu halten
Die Commerzbank sieht sich nach einem überraschend kräftigen Gewinnsprung im zweiten Quartal gestärkt für weitere Gespräche mit ihrer Großaktionärin aus Mailand. "Wir sind bereit für konstruktive Gespräche mit der Unicredit", sagte Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp. Nur ein gemeinsamer Ansatz habe das Potenzial, Mehrwert zu schaffen.
Von April bis Juni 2026 verdiente Deutschlands zweitgrößte börsennotierte Bank unter dem Strich fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Der Überschuss kletterte von 462 Millionen Euro auf 898 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatten allerdings Kosten für den Abbau von Tausenden Jobs den Gewinn geschmälert.
Nach einem Rekordergebnis von 1,8 Milliarden Euro im ersten Halbjahr sieht der Vorstand die Commerzbank "voll auf Kurs, ihr Gewinnziel von mindestens 3,4 Milliarden Euro im Gesamtjahr zu erreichen". Der Frankfurter Dax-Konzern will nun weitere bis zu 1,2 Milliarden Euro in den Rückkauf eigener Aktien stecken. Mit Aktienrückkäufen und höheren Gewinnen wollte der Vorstand um Konzernchefin Orlopp die Aktionäre bei der Stange halten und so die Unabhängigkeit des 1870 gegründeten Instituts sichern.
Die Aktie notiert zuletzt 0,3 Prozent im Plus.
Merck verdient am KI-Boom kräftig mit
Eine starke Nachfrage aus der Halbleiterindustrie und das wachsende Life-Science-Geschäft geben Merck ordentlich Rückenwind. Nach einem unerwartet kräftigen Ergebnisanstieg im zweiten Quartal hat der Pharma- und Technologiekonzern seine Jahresziele erneut angehoben. Der neue Konzernchef Kai Beckmann ist auch dank des Booms bei Künstlicher Intelligenz (KI) optimistisch.
"Die steigenden KI-Kosten sind ein Treiber unseres Halbleitergeschäfts", sagte er bei der Vorstellung der Quartalsbilanz. Merck erwartet 2026 nun einen Umsatz zwischen 21,0 und 21,8 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebitda) zwischen 5,9 und 6,3 Milliarden Euro. Im Mai hatte Merck seine Prognose bereits erhöht und zuletzt einen Umsatz zwischen 20,4 und 21,4 Milliarden sowie ein Ergebnis von 5,7 bis 6,1 Milliarden in Aussicht gestellt.
Treiber der Entwicklung ist die Geschäftseinheit Semiconductor Solutions, die im abgelaufenen Jahresviertel organisch um gut 17 Prozent wuchs. Als Zulieferer der Halbleiterindustrie stellt Merck Spezialmaterialien und chemische Lösungen her, die für die Produktion hochkomplexer Mikrochips benötigt werden. Diese Chips bilden das Herzstück von KI-Anwendungen und Rechenzentren. Ein Ende der hohen Nachfrage ist Beckmann zufolge vorerst nicht in Sicht.
E-Auto-Boom dank Prämie - nicht die deutschen Hersteller profitieren
Der Absatz von Elektroautos in Deutschland ist im Juli vor allem dank der E-Auto-Prämie des Bundes deutlich gestiegen. Mehr als 78.600 reine E-Pkw (BEV) kamen im vergangenen Monat neu auf die Straße, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitteilte. Das waren demnach fast 62 Prozent mehr als im Juli des Vorjahres. Damit kamen BEV im Juli auf einen Anteil an allen Neuzulassungen von 29,3 Prozent.
"Das starke Wachstum bei Elektroautos beschleunigt zwar den Hochlauf der Elektromobilität in Deutschland, bringt der heimischen Automobilindustrie bislang jedoch nur begrenzte Vorteile", teilte Autoexperte Constantin Gall von der Beratungsgesellschaft EY mit. Ihm zufolge profitieren von dem Elektroboom vor allem chinesische Konzerne. Tatsächlich kam der chinesische Hersteller BYD den Daten des KBA zufolge im Juli auf 5240 Neuwagen in Deutschland. Das waren demnach mehr als viereinhalbmal so viele Autos wie im Juli des Vorjahres (plus 365 Prozent).
Die hohe Nachfrage nach E-Autos hat zudem den gesamten Neuwagenmarkt angekurbelt. Die Zahl der Neuzulassungen stieg laut KBA im Juli um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf rund 268.000 Pkw.
Henkel schraubt Ziele hoch - Aktie macht Satz nach oben
Der Konsumgüterkonzern Henkel stemmt sich gegen die schlechte Kauflaune der Verbraucher und hat seinen organischen Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr gesteigert. Die Düsseldorfer schraubten deshalb ihre Umsatzprognose in die Höhe. Vor allem im Klebstoffgeschäft legte der Konzern zu - auch hier hob er die Prognose an. Ins zweite Halbjahr sei Henkel gut gestartet, sagte Konzernchef Carsten Knobel.
"Die Verbesserung unseres organischen Umsatzwachstums war erneut durch beide Unternehmensbereiche getragen", betonte Knobel. Denn auch bei Haarpflege- und Waschmitteln lief es rund. Der Hersteller von Loctite, Persil und Schwarzkopf verbuchte ein organisches Umsatzplus von 3,2 Prozent auf rund 10,3 Milliarden Euro. Dabei halfen auch Preiserhöhungen infolge steigender Rohstoffpreise vor allem im Klebstoffgeschäft. Bei Kosmetika oder Waschmitteln falle es angesichts der mauen Konsumstimmung dagegen schwerer, an der Preisschraube zu drehen, sagte Knobel. Der bereinigte operative Gewinn (Ebit) lag mit 1,62 Milliarden Euro leicht über dem Vorjahreswert von 1,6 Milliarden Euro. Beide Kennzahlen lagen im Rahmen der Analystenerwartungen.
Im laufenden Jahr soll das organische Umsatzwachstum nun zwischen 1,5 und 3,5 Prozent liegen. Die Sparte Klebstoffe soll den organischen Umsatz nun um zwei bis vier Prozent steigern. Zuvor hatte Henkel eine Spanne zwischen einem und drei Prozent für den Konzern angekündigt, bei Klebstoffen waren es ein bis drei Prozent.
Deutscher Rüstungsbauer meldet Rekord
Renk hat im zweiten Quartal so viele Aufträge erhalten wie nie zuvor. Insgesamt hätten die Bestellungen einen Wert von 612,8 Millionen Euro, das sei der höchste jemals in einem Quartal erzielte Auftragseingang, teilte der Hersteller von Getrieben für Panzer und Schiffe mit. Der Auftragsbestand stieg damit auf 7,4 Milliarden Euro.
Der Umsatz hielt mit dem Auftragseingang nicht Schritt. Die Erlöse lagen im gesamten ersten Halbjahr mit 637,2 Millionen Euro um lediglich 2,7 Prozent über dem Vorjahresniveau, der Betriebsgewinn verbesserte sich um zehn Prozent auf 98,2 Millionen Euro. Renk erklärte dazu, die Erlöse entwickelten sich in Einklang mit den kundenseitigen Projekt- und Auslieferungsplänen.
Rheinpegel wird zum neuen Konjunkturrisiko
Die kriselnde deutsche Industrie hat im Juni überraschend viele Aufträge an Land gezogen. Doch das Niedrigwasser im Rhein wird nach Einschätzung von Ökonomen zum Konjunkturrisiko. Die Aufträge für die Industrie stiegen im Vergleich zum Vormonat saison- und kalenderbereinigt um 3,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Volkswirte hatten nur ein Plus von einem halben Prozent erwartet. Das Plus bei den Industrieaufträgen im Juni war bereits der zweite Anstieg in Folge nach einem kleinen Zuwachs im Mai.
Die Konjunktur laufe etwas besser als vor kurzem noch gedacht, sagte Jens-Oliver Niklasch, Ökonom bei der Landesbank LBBW. "Freilich schwebt das Ölpreis-Risiko latent über allem, und mit den Pegelständen der großen Flüsse ist ein neues Abwärtsrisiko dazugekommen."
Die Industrie habe genug Bestellungen, um die Produktion in den kommenden Monaten hochzufahren, sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank. "Wermutstropfen" sei aber der niedrige Rheinpegel, "der einer Ausweitung der Produktion im Wege stehen könnte". Die Einschränkungen für die Binnenschifffahrt erschwerten die Belieferung der Industrie mit Vorprodukten. "Wenn die Wasserstände weiter fallen, könnte die Berufsschifffahrt am Ende so teuer werden, dass es wirtschaftlich keinen Sinn mehr macht und es zu einer Unterbrechung kommt", meint Marc Schattenberg, Ökonom bei Deutsche Bank Research. Kurzfristig lasse sich die Lage kaum wirksam ändern.
Das Niedrigwasser auf dem Rhein, die wichtigste Wasserstraße Europas, hat zuletzt Rekord-Tiefstände erreicht und behindert die Binnenschifffahrt. Das droht Lieferketten zu unterbrechen und die Produktion zu dämpfen, wie etwa der Chemieverband VCI warnt.
BMW startet Serienproduktion des elektrischen i3 in München
Im BMW-Stammwerk in München beginnt die Serienproduktion des vollelektrischen i3. Damit wird erstmals ein Modell der "Neuen Klasse" in Deutschland in Serie gebaut. Davor war das Werk, in dem Modelle der 3er und 4er-Serie gebaut werden, über mehrere Jahre bei laufender Produktion umgebaut worden.
Produktionsvorstand Raymond Wittmann sprach von einer neuen Ära für das Stammwerk. Mit dem Start des i3 reduziere man die Fertigungskosten in München um zehn Prozent, sagte Werksleiter Peter Weber. Am Stammsitz des Unternehmens sollen ab 2027 nur noch vollelektrische Fahrzeuge entstehen. Dazu sollen weitere Modelle der "Neuen Klasse" folgen, welche ist aber noch nicht bekannt.
Für die "Neue Klasse" wurde auf rund einem Drittel des Werksgeländes ein neuer Karosseriebau, eine Fahrzeugmontage, Logistikflächen und eine Auslieferungshalle gebaut. Der Hochlauf der Produktion soll steil verlaufen.
Gewinneinbruch bei Carl Zeiss Meditec
Ein schwaches Geschäft in China und negative Währungseffekte haben Carl Zeiss Meditec in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 einen Gewinneinbruch eingebrockt. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) fiel auf 124,5 Millionen Euro von 177 Millionen im Vorjahreszeitraum, wie der Medizintechnikkonzern mitteilte. Der Umsatz schrumpfte um 2,9 Prozent auf rund 1,55 Milliarden Euro. Als Gründe nannte das Unternehmen neben ungünstigen Wechselkursen vor allem den Wegfall eines Auftrags für Augenlinsen in China sowie eine generelle Investitionszurückhaltung bei Geräten im asiatisch-pazifischen Raum.
An seinen bereits gesenkten Jahreszielen hielt Zeiss Meditec fest und peilt weiter einen Umsatz von 2,15 bis 2,20 Milliarden Euro sowie eine bereinigte Ebita-Marge von acht bis zehn Prozent an.
Ölpreise unter 80-Dollar-Marke
Die Ölpreise geben weiter nach. Anleger warten gespannt auf Anzeichen für ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran sowie auf Fortschritte zur Öffnung der Straße von Hormus. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verbilligt sich um 0,5 Prozent auf 79,05 Dollar, die US-Sorte WTI fällt um 0,7 Prozent auf 74,72 Dollar. "Nach Berichten über Fortschritte in den Gesprächen zwischen dem Iran und Oman ist ein gewisser Verkaufsdruck entstanden", sagt Ökonom Yuki Takashima von Nomura Securities.
Hintergrund sind Berichte, wonach der Iran und Oman sich auf Koordinaten für eine Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus geeinigt haben. Ein Anstieg der US-Öllagerbestände hatte die Ölpreise am Mittwoch gedrückt.
Rheinmetall reagiert auf Fregatten-Schlappe
Rheinmetall wird nach der Absage des milliardenschweren Fregatten-Programms F-126 durch den Bund bei ihrer Umsatzprognose vorsichtiger. Rheinmetall rechne nun 2026 mit einem Anstieg des Konzernumsatzes auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro, teilte der Konzern mit. Zuvor hatte die Firma 14 bis 14,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die übrigen Ziele blieben bestehen. Rheinmetall steuert damit weiter auf Rekordkurs.
Rheinmetall hatte zuvor bereits kräftige Zuwächse bei Umsatz und Gewinn für das zweite Quartal vermeldet. Die Erlöse legten in den Monaten April bis Juni um 69 Prozent auf knapp 3,3 Milliarden Euro zu. Der Betriebsgewinn verbesserte sich um fast ein Fünftel auf 562 Millionen Euro. Alle Segmente hätten zu dem Anstieg beigetragen. Der Auftragsbestand kletterte über die Schwelle von 80 Milliarden Euro.
Rheinmetall hatte jüngst einen Rückschlag erlitten, weil der Bund das Fregatten-Projekt F-126 strich. Als Hauptgründe für den Stopp des Projekts hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius eine Kostenexplosion auf fast 18 Milliarden Euro statt der ursprünglich geplanten zehn Milliarden Euro sowie massive Verzögerungen angeführt. Die Bundesregierung will nun stattdessen Fregatten des Typs MEKO A-200 von der Thyssenkrupp-Tochter TKMS kaufen.
Fed bereit zu Zinsanhebung
Die US-Notenbankerin Lisa Cook zeigt sich offen für eine Anhebung der Leitzinsen. Sollte sich die Inflation nicht abkühlen, "bin ich bereit, gegebenenfalls mit einer Zinserhöhung zu reagieren", sagte das Mitglied des Gouverneursrats der Federal Reserve. Die Risiken hinsichtlich des Inflationsziels der Fed seien höher als die Risiken in Bezug auf ihr Ziel für den Arbeitsmarkt. "Ich würde eine Anhebung unterstützen, falls sie notwendig wird, um die Inflation zu senken. Möglicherweise wird dies jedoch nicht der Fall sein."
Cook warnte, die Inflation könne sich im Preis- und Lohnverhalten verfestigen. Das könne zu einer Hartnäckigkeit führen, "die für uns viel schwerer zu bekämpfen wäre". Die Fed habe derzeit nicht den Luxus, in der Frage noch abzuwarten. Cook hatte zu den Fed-Vertretern gehört, die sich jüngst dafür ausgesprochen hatten, die Zinsen unverändert zu lassen.
Dax sammelt sich
Der Dax startet schwächer in den heutigen Handel. Der deutsche Börsenleitindex, der gestern erstmals die 26.400er-Marke übersprungen hatte, am Ende aber mit einem Abschlag von 0,3 Prozent und einem Stand von 26.126 Punkten aus dem Geschäft gegangen war, notiert aktuell im Bereich von 26.115 Zählern. Marktteilnehmern zufolge gerät die KI-Rally wieder etwas ins Stocken. Die Ölpreise notieren weiterhin unter der 80-Dollar-Marke.
Gold mit bullishem Momentum
Das kurzfristige Momentum von Gold scheint sich zu verbessern. Davon gehen wie zwei Strategen von OCBC Group Research aus. Der Chart zeige ein leicht bullishes Momentum für Gold, so die Strategen weiter. Ein erster Widerstand liege bei 4333,00 US-Dollar je Unze. Dieses Niveau entspreche dem 23,6-Prozent-Fibonacci-Retracement des Kursverfalls des Edelmetalls vom diesjährigen Hoch zum bisherigen Tief, erläutern die Strategen weiter.
Für eine leichte Stimmungsaufhellung sorgten zudem Berichte, wonach "die Bank of Korea sich darauf vorbereite, zum ersten Mal seit 13 Jahren im Inland produziertes Gold zu kaufen, und dass sie kürzlich mit dem Kauf von Gold-ETFs begonnen habe", fügen sie Marktexperten hinzu. Gold notiert 1,0 Prozent höher bei 4293,64 Dollar je Unze.
Dax-Schwergewichte im Fokus
Der Dax wird fester in den Handel starten. Am Mittwoch erreichte der deutsche Leitindex zunächst mit 26.403,81 Punkten den dritten Rekordstand in Folge. Anschließend setzten mit wieder anziehenden Ölpreisen Gewinnmitnahmen ein, was den Dax zum Handelsschluss um 0,3 Prozent auf 26.126 Punkte drückte. Auch die Wall Street fand nach einer Reihe uneinheitlich ausgefallener Konzernbilanzen nur schwer eine klare Richtung.
Heute geht es mit der Bilanzsaison weiter. Die Anleger blicken unter anderem auf die Quartalszahlen von Siemens, Henkel, Merck, Rheinmetall, der Deutschen Telekom und der Commerzbank. Im Fokus bei den Konjunkturdaten stehen die Einzelhandelsumsätze in der Euro-Zone und die Aufträge der deutschen Industrie im Juni. Experten erwarten einen Zuwachs beim Neugeschäft von 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat.
Siemens passt Ziele an
Siemens hebt seine Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr an. Der Gewinn je Aktie werde 2025/26 (per Ende September) zwischen 11,20 und 11,50 Euro liegen, teilte der Technologiekonzern mit. Bisher lag die Prognose bei 10,70 bis 11,10 Euro, Analysten hatten im Schnitt aber schon mit 11,32 Euro gerechnet. Für den Umsatz erwartet Siemens weiterhin ein vergleichbares Wachstum von sechs bis acht Prozent.
Das lag vor allem am Boom bei Rechenzentren, der in der Sparte Smart Infrastructure für einen um 42 Prozent höheren Auftragseingang sorgte. Konzernweit stiegen die neuen Aufträge damit - Währungseffekte ausgeklammert - um 14 Prozent auf 27,9 Milliarden Euro, Analysten hatten mit einer Stagnation gerechnet. Der Umsatz stieg vergleichbar um acht Prozent auf 20,8 Milliarden Euro, das Ergebnis aus dem Industriegeschäft schnellte um 25 Prozent auf 3,52 Milliarden Euro nach oben und übertraf damit auch die Expertenprognosen deutlich.
Qiagen trotzt US-Schwäche
Qiagen profitiert von Zuwächsen bei seinen wichtigsten Wachstumsträgern: Der Diagnostikkonzern hat im zweiten Quartal besser abgeschnitten als erwartet und hält an seinen Jahreszielen fest. Der Umsatz blieb von April bis Juni mit 535 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stabil, wie das Unternehmen mitteilte. Zuvor hatte Qiagen einen währungsbereinigten Rückgang von etwa zwei Prozent prognostiziert. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um drei Prozent auf 0,62 Dollar und übertraf damit die mindestens angepeilten 0,60 Dollar.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Qiagen weiterhin mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von ein bis zwei Prozent und einem bereinigten Gewinn je Aktie von mindestens 2,43 Dollar. Für das laufende dritte Quartal erwartet das Unternehmen ein währungsbereinigtes Umsatzplus von ein bis zwei Prozent sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von mindestens 0,62 Dollar.
WM pusht Telekom - Aktienrückkauf aufgestockt
Unter anderem dank der Fußball-Weltmeisterschaft hat die Deutsche Telekom ihren Wachstumskurs fortgesetzt. Die Sparte MagentaTV habe rund eine Million neue Kunden gewonnen, teilte der Konzern mit. "Unsere Geschäfte laufen weiter rund", sagte Konzernchef Tim Höttges. Das Unternehmen steigerte den Umsatz um 4,4 Prozent auf 29,93 Milliarden Euro und den bereinigten operativen Gewinn um 7,5 Prozent auf 11,82 Milliarden Euro. Der Free Cashflow, der als Gradmesser für die Dividendenhöhe gilt, legte um 3,1 Prozent auf 5,03 Milliarden Euro zu. Diese Kennzahlen lagen im Rahmen der Markterwartungen.
Die Telekom hob darüber hinaus das Gesamtjahresziel für den Mittelzufluss auf rund 20 Milliarden von mehr als 19,8 Milliarden Euro an. Sie folgt damit dem Vorbild der US-Tochter T-Mobile, die ihre Jahresziele für den Mittelzufluss dank der Popularität hochpreisiger Tarife ebenfalls angehoben hatte. Zudem gab die Telekom eine Ausweitung ihrer Aktienrückkäufe bekannt. Das Volumen des laufenden Programms werde um bis zu drei Milliarden auf insgesamt bis zu fünf Milliarden Euro aufgestockt.
Ebay schlägt den Markt
Ebay hat mit seiner Umsatzprognose für das laufende Quartal die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Der Online-Marktplatz rechnet im dritten Quartal mit Erlösen zwischen 3,07 und 3,12 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt lediglich 2,97 Milliarden erwartet. Auch im abgelaufenen zweiten Quartal schnitt Ebay besser ab als gedacht: Der Umsatz lag bei 3,13 Milliarden Dollar, während Experten 3,02 Milliarden prognostiziert hatten.
Ebay profitiert von seiner Strategie, sich verstärkt auf geprüfte Luxusartikel, Sammlerstücke und generalüberholte Produkte zu konzentrieren, um kaufkräftigere Kunden anzulocken. Zu den Kategorien, mit denen das Unternehmen gezielt Liebhaber und Sammler anspricht, gehören unter anderem Sammelkarten, Autoteile und Elektronik. Das Bruttowarenvolumen - eine wichtige Branchenkennzahl, die den Gesamtwert aller auf der Plattform verkauften Waren misst - stieg im Ende Juni abgelaufenen Quartal um 15 Prozent auf 22,4 Milliarden Dollar.
KI-getriebene Rally gerät ins Stocken
Gewinnmitnahmen im Technologiesektor belasten die asiatischen Börsen. Die jüngste KI-getriebene Rally gerät damit ins Stocken, nachdem die Quartalszahlen einiger US-Technologiefirmen die hohen Erwartungen der Anleger nicht erfüllen konnten. Händler verweisen auf eine schwächere Sitzung an der Wall Street, wo die Aktien von SpaceX und AMD nachgaben.
Der japanische Nikkei-Index verliert 1,57 Prozent. In Südkorea fällt der Kospi um 3,64 Prozent. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans gibt um 0,69 Prozent nach.
Das ist los im frühen Devisenhandel
Am Devisenmarkt gewinnt der Dollar geringfügig auf 157,63 Yen und legt leicht auf 6,7466 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent niedriger bei 0,8059 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1556 Dollar und gibt 0,1 Prozent auf 0,9313 Franken nach.
Meta-KI hackt bei Test Firma
Ein KI-Modell von Meta hat bei einem Cybersicherheitstest ein anderes Unternehmen gehackt. Der Facebook-Mutterkonzern teilte mit, eine Fehlkonfiguration habe dem Modell unbeabsichtigt Zugang zum Internet verschafft. Es habe daraufhin eine Sicherheitslücke bei einem Drittanbieter ausgenutzt. Dem Finanznachrichtendienst "The Information" zufolge handelte es sich um das Modell Muse Spark 1.1, das als das leistungsfähigste des Konzerns für Programmieraufgaben gilt.
Der Vorfall schürt Sorgen über die Sicherheit von KI-Systemen und folgt auf ähnliche Vorkommnisse bei den Konkurrenten Anthropic und OpenAI. Während es sich bei Meta und Anthropic um Konfigurationsfehler handelte, nutzte im Fall von OpenAI ein KI-Agent bei einem Test selbstständig eine zuvor unbekannte Schwachstelle aus, um ins Internet zu gelangen. Die Vorfälle dürften die Bemühungen der US-Regierung um eine verbesserte KI-Sicherheit verstärken. Das Weiße Haus lud diese Woche führende KI-Unternehmen wie Meta, Anthropic, OpenAI und Google zu einem Treffen ein, um einen neuen freiwilligen Testrahmen für Cybersicherheit zu erörtern.
Übernahmen, Fusionen, Abspaltungen: Es geht um Milliarden
Der Dax eilt von Rekord zu Rekord. So auch gestern. Der deutsche Börsenleitindex schloss zwar mit einem Abschlag von 0,3 Prozent und einem Stand von 26.126 Punkten, das Allzeithoch markierte er im Handelsverlauf bei 26.403,81 Zählern. Als ein Treiber der positiven Stimmung an den Aktienmärkten gelten die deutlich niedrigeren Ölpreise, die wiederum von einer sich abzeichnenden Öffnung der Straße von Hormus profitieren. Diesbezüglich zeichne sich eine Einigung zwischen den USA und dem Iran ab, so Marktteilnehmer.
Davon abgesehen, ist die heutige Agenda prall gefüllt: So dürfte etwa die deutsche Industrie im Juni erneut mehr Aufträge eingesammelt haben. Experten erwarten einen Zuwachs beim Neugeschäft von 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Mai hatte es sogar ein Bestellplus von 1,9 Prozent gegeben. Die Industrie fasste damit wieder Tritt, nachdem der Nahost-Krieg und die damit einhergehende Unsicherheit zuvor eine Nachfrageflaute ausgelöst hatten. Viele Ökonomen rechnen vorerst allerdings nicht mit einer starken Erholung, solange der Iran-Konflikt weiter schwelt.
Unternehmensseitig ist die Berichtssaison das nach wie vor beherrschende Thema. Bei Siemens dürfte der Boom bei Rechenzentren für die künstliche Intelligenz (KI) im abgelaufenen Quartal Rückenwind gegeben haben. Aber auch das Geschäft mit Automatisierungstechnik hatte sich zuletzt wieder stabilisiert. Für das ganze Geschäftsjahr, das am 30. September endet, hat der Technologiekonzern ein vergleichbares Umsatzwachstum von sechs bis acht Prozent in Aussicht gestellt. Der Gewinn je Aktie soll 10,70 bis 11,10 Euro erreichen. Ungeduldig warten die Analysten auf Neuigkeiten, wann und wie es mit der Abspaltung der Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers weitergeht.
Nach der jüngsten Prognoseanhebung der US-Tochter T-Mobile hoffen Anleger auf einen vergleichbaren Schritt der Deutschen Telekom. In den vergangenen Quartalen hatte die Deutsche Telekom meist nachgezogen. Daneben warten Börsianer gespannt auf Aussagen zur angedachten Erweiterung des KI-Rechenzentrums sowie zu den anhaltenden Spekulationen über eine Fusion von Telekom und T-Mobile. Analysten haben für das abgelaufene Quartal einen Telekom-Umsatz von 29,96 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn von 11,7 Milliarden Euro vorhergesagt.
Und mitten im Übernahmekampf mit der Unicredit legt die Commerzbank Zahlen für das zweite Quartal vor. Analysten gehen im Schnitt von einem kräftigen Anstieg des Nettogewinns auf 845 Millionen Euro aus, nach 462 Millionen im vergangenen Jahr. Im Mai hatte die Commerzbank ihre Ziele angehoben und den Abbau weiterer 3000 Stellen angekündigt. Im Vordergrund steht aber die Frage, wann es nun endlich direkte Gespräche zwischen Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp und Unicredit-Chef Andrea Orcel geben wird. Dabei geht es angesichts der Machtverhältnisse wohl nur noch um das Wie einer Übernahme und nicht mehr darum, ob sie zustande kommt. Die italienische Bank hat sich schon knapp die Hälfte an der Commerzbank gesichert.
Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden Sie hier.