Eine Menge Zurückhaltung und noch mehr Daten
Mit einem zurückhaltenden Marktgeschehen rechnen Aktienhändler in Europa. Der Dax-Future bewegt sich kaum. Auf die Stimmung drückten der auf über 95 Dollar gestiegene Ölpreis und neuerliche Trump-Drohungen gegen den Iran. Für Zuversicht sorge dagegen die Kauflaune bei US-Bonds vom Vortag. 10-jährige Anleihen seien von Schnäppchenjägern aufgesammelt worden. "Das könnte andeuten, dass um 4,80 Prozent ein attraktiver Deckel auf den US-Renditen liegt", sagt ein Händler. Dies würde die Angst vor einem weiteren Zinsanstieg mildern.
Der Handelstag steht im Zeichen einer ganzen Reihe von Konjunkturdaten. Von Wirtschaftsinstituten wie IFO und IWH kommen neue Herbstprognosen, der VCI berichtet über seine Konjunkturerwartung für die Chemieindustrie. Der Verband der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) meldet Auftragseingänge und rund um den Globus werden Einkaufsmanagerdaten (PMI) für den Disntleistungssektor revidiert. Bereits vorliegende PMI-Daten aus Australien, Japan und China deuten auf leicht bessere Konjunkturentwicklungen als in der ersten Lesung hin.
In den USA steht mit dem ISM-Service-Index ein Vorbote für den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag auf dem Programm. Dessen Job-Komponente gibt Aufschluss über den größten Sektor am Arbeitsmarkt.
Umstrittener Investor mischt Deutscher Telekom auf
Der aktivistische Investor Elliott hat offenbar eine größere Beteiligung an der Deutschen Telekom aufgebaut und spricht sich gegen eine mögliche Fusion mit der US-Tochter T-Mobile aus. Stattdessen solle der Dax-Konzern andere Wege zur Steigerung des Unternehmenswerts prüfen, wie umfangreichere Aktienrückkäufe, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Wie hoch die Beteiligung von Elliott genau ist, sei unklar.
Die Telekom hält knapp 54 Prozent an T-Mobile US, dem wichtigsten Gewinnbringer des Konzerns. Im April war berichtet worden, die Telekom erwäge einen vollständigen Zusammenschluss. Im Juli meldete jedoch das Nachrichtenportal Semafor, das Management von T-Mobile US unterstütze eine solche Fusion nicht mehr.
Uber startet Robotaxi-Dienst in London
Uber bietet seit heute in London Fahrten mit Robotaxis an. "Wir sind stolz darauf, den Wayve AI Driver zum ersten Mal genau hier in London, unserer Heimatstadt und einem der anspruchsvollsten Verkehrsumfelder der Welt, der Öffentlichkeit vorzustellen", sagte der Chef und Mitgründer des britischen Technologiepartners Wayve, Alex Kendall. London ist damit nach Zagreb die zweite europäische Metropole, in der Uber autonome Fahrzeuge einsetzt. Zunächst stehen weniger als 20 Fahrzeuge des Modells Ford Mustang Mach-E zur Verfügung, in denen vorerst noch ein Fahrer zur Überwachung an Bord ist, teilten die Unternehmen mit. Kunden, die eine Fahrt über UberX, Uber Comfort oder Uber Electric buchen, könnten ohne Aufpreis ein autonom fahrendes Fahrzeug zugeteilt bekommen.
Anleger strafen US-Serverhersteller ab
Hewlett Packard Enterprise (HPE) hat dank einer starken Nachfrage nach KI-Hardware die Erwartungen übertroffen und seine Jahresziele angehoben. Dennoch fielen die Aktien des Unternehmens im nachbörslichen Handel um acht Prozent. Im abgelaufenen dritten Quartal steigerte HPE den Umsatz auf 12,2 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 11,9 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,11 Dollar, während Experten 93 Cent erwartet hatten.
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet der Konzern nun mit einem Umsatzwachstum von 34 bis 37 Prozent, nachdem zuvor 29 bis 33 Prozent in Aussicht gestellt worden waren. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll auf 3,75 bis 3,85 Dollar steigen. Für 2027 peilt HPE ein Umsatzplus von 13 bis 17 Prozent sowie ein Gewinnwachstum von 16 bis 20 Prozent an.
"Qualität der Investoren in Bitcoin verändert sich"
Asien-Börsen auf Erholungskurs
Aktien und Anleihen erholen sich in Asien. Anleger warten nun auf neue US-Konjunkturdaten und Äußerungen von Notenbankern. Diese könnten Aufschluss darüber geben, ob die US-Notenbank Fed ihre Geldpolitik in diesem Monat strafft. Im Fokus steht dabei der wegweisende US-Arbeitsmarktbericht am Freitag, nachdem die Daten zur Beschäftigung in der Privatwirtschaft im August enttäuscht hatten. Zudem wird eine Rede von Fed-Gouverneur Christopher Waller erwartet. Der Präsident der Federal Reserve Bank of New York, John Williams, hatte die Erwartungen an eine Zinserhöhung im laufenden Monat gedämpft.
Der Nikkei sucht nach einer klaren Richtung. Nach Schwankungen zwischen der Gewinn- und Verlustzone legt Index 0,2 Prozent auf 64.455,83 Punkte zu und der breiter gefasste Topix notiert 1,0 Prozent höher bei 4124,08 Zählern. Der Shanghai Composite gewinnt 0,5 Prozent auf 3960,44 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen steigt 0,5 Prozent auf 4572,22 Punkte.
Autohaus König meldet Insolvenz an
Die Autohauskette König hat Insolvenz beantragt. Das Berliner Unternehmen hatte den Antrag beim Amtsgericht Charlottenburg eingereicht, wie das Gericht mitteilte. Das Gericht bestellte nun einen Insolvenzverwalter ein und richtete einen vorläufigen Gläubigerausschuss ein - unter anderem mit Vertretern von Renault, Stellantis Bank, Euler Hermes und der Bundesagentur für Arbeit.
Das Unternehmen Autohaus König betreibt in Deutschland nach eigenen Angaben rund 80 Standorte. Das Unternehmen wurde 1966 in Berlin gegründet und wuchs mit einem Reparaturbetrieb und dem Gebrauchtwagenhandel an. "Seit den 80er-Jahren ist das Autohaus König offizieller Vertragspartner von Renault, womit die eigentliche Erfolgsgeschichte der Autohandelsgruppe ins Rollen kommt", hieß es. Besonders in Ostdeutschland unterhält das Unternehmen viele Standorte. In der Krise der deutschen Autoindustrie musste zuletzt auch der Handel mit Kraftwagen Umsatzeinbußen hinnehmen.
US-Wirtschaft wächst leicht
Die US-Wirtschaft ist in den vergangenen Wochen leicht gewachsen, wie aus dem Konjunkturbericht (Beige Book) der US-Notenbank (Fed) hervorgeht. Auch die Preise seien moderat gestiegen und die Beschäftigung habe insgesamt geringfügig zugenommen, hieß es weiter. Der Ausblick für die kommenden Monate sei zwar generell positiv. Es gebe jedoch branchenübergreifend eine erhöhte Unsicherheit wegen gestiegener Energiepreise, der politischen Lage und internationaler Konflikte. In einigen der zwölf Fed-Bezirke seien Unternehmen zudem auf eine größere Preissensibilität der Verbraucher gestoßen, was die Weitergabe höherer Kosten erschwere.
Es rappelt im Dax - gewaltig
An den bisherigen drei Handelstagen dieser Börsenwoche hat der Dax bereits ein Minus von insgesamt fast drei Prozent verbucht. Die dafür verantwortliche Gemengelage ist vielschichtig: die wiederaufgeflammten Kämpfe im Iran-Krieg, die dadurch deutlich anspringenden Ölpreise, die Inflationssorgen und Zinsängste. Zur Wochenmitte schloss der deutsche Börsenleitindex mit einem Abschlag von 0,5 Prozent und einem Stand von 25.839 Zählern.
Marktteilnehmern zufolge konsolidiert der Dax. Ob sich daran heute etwas ändert, dürfte fraglich sein. Auf der Agenda steht etwa die Herbstprognose des IFO-Instituts. Nachdem sich die deutschen Konjunkturaussichten zuletzt aufgehellt haben, dürften die Münchner Forscher der Wirtschaft ein höheres Wachstum zutrauen als noch in der Sommerprognose unterstellt. Damals wurde ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts für 2026 von 0,8 Prozent erwartet. Mittlerweile blickt auch die deutsche Zentralbank optimistischer auf die Konjunktur. Laut Bundesbankchef Joachim Nagel ist die Wirtschaft auf einem guten Weg, dieses Jahr eine Wachstumsrate von rund einem Prozent zu erzielen.
Dazu entscheidet die deutsche Börse über die künftige Zusammensetzung ihrer Aktienindizes. Dabei steht eine mögliche Rückkehr der Lufthansa in den Leitindex Dax im Fokus. Die Fluggesellschaft, die 2020 im Zuge der Corona-Krise in den MDax abgestiegen war, liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Dax-Mitgliedern Fresenius Medical Care (FMC) und Qiagen. Um sicher in die erste Börsenliga aufzusteigen, muss die Lufthansa beim Börsenwert des Streubesitzes mindestens Platz 33 erreichen. Experten halten es jedoch für möglich, dass es diesmal keinen Wechsel im Dax gibt, da die Lufthansa-Aktie zuletzt an Wert verloren hat. Mögliche Abstiegskandidaten wie Zalando und Scout24 dürften voraussichtlich nicht weit genug abrutschen, um Platz für einen Nachrücker zu machen.
Und unternehmensseitig? Da lädt Tesla in Austin im Bundesstaat Texas ausgewählte Gäste zu einem "Launch Event" für sein geplantes Robotaxi ein. Genaue Details zu der Veranstaltung zu dem vor zwei Jahren vorgestellten Cybercab ließ Tesla im Vorfeld offen. Weder eine genaue Uhrzeit noch ein möglicher Livestream wurden bislang bestätigt. Der Zweisitzer ohne Lenkrad und Pedale ist das erste Fahrzeug des Konzerns, das ausschließlich für das autonome Fahren konzipiert wurde. Begleitet wird die Präsentation von Fragen zu regulatorischen Hürden und der Sicherheit der Technik, da Teslas bisheriges Assistenzsystem nach Unfällen im Visier der US-Behörden steht.
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