Asien-Börsen suchen eine Richtung
Uneinheitlich geht es an den Börsen in Ostasien und Australien zu. Weiter sorgt die deutlich gestiegene Erwartung einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank für Verunsicherung und Kaufzurückhaltung, wie Marktteilnehmer berichten. Mittlerweile wird am Zinsterminmarkt mit 66-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine US-Zinserhöhung im September eingepreist. Dazu kommt der fortgesetzte Anstieg der Preise am Ölmarkt, wo es in den vergangenen Wochen relativ ruhig zugegangen war. Seit den jüngsten gegenseitigen Attacken der USA und des Irans geht es mit den Preisen aber nach oben, was Inflations- und damit zugleich Zinserhöhungsspekulationen befeuert.
In Tokio legt der Topix um 0,7 Prozent zu, der Kospi im südkoreanischen Seoul bewegt sich um seinen Vortagesschlussstand. Die südkoreanischen Exporte sind im August im Vergleich zum Vorjahr um 68,7 Prozent gestiegen, was die Erwartungen von Ökonomen übertrifft. Die Daten unterstreichen die anhaltende Stärke der weltweiten Nachfrage nach Technologieprodukten, insbesondere Halbleitern, vor dem Hintergrund des KI-Booms. Die Kurse der Halbleiter-Dickschiffe SK Hynix und Samsung Electronics gewinnen 1,3 und 0,4 Prozent.
Auch in Shanghai bewegt sich das Marktbarometer, der Composite-Index, kaum. Dafür geht es in Hongkong um 1,0 Prozent abwärts. Sydney folgt wie oft mehr der US-Vorgabe, der S&P/ASX-200 büßt 0,4 Prozent ein.
Apple attackiert OpenAI
Apple wirft dem ChatGPT-Entwickler OpenAI vor, Geschäftsgeheimnisse des iPhone-Konzerns genutzt zu haben. Einem bei einem US-Bundesgericht eingereichten Antrag zufolge soll ein ehemaliger Apple-Ingenieur bei seiner jetzigen Tätigkeit für OpenAI auf einen Schaltplan für einen Stromrichter zugegriffen haben. Apple wirft dem Mitarbeiter vor, mit den geschützten Informationen im März 2026 eine Künstliche Intelligenz (KI) trainiert zu haben. Die neuen Beweise stammen den Angaben zufolge von einem MacBook-Computer, den OpenAI im Rahmen des Gerichtsverfahrens am 21. August an Apple übergeben hatte. Apple beantragte bei dem Gericht eine Beschleunigung des Beweisaufnahmeverfahrens. OpenAI hat versucht, die Klage abweisen zu lassen, mit der Begründung, man entwickle "völlig neue" Produkte.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Am Devisenmarkt gewinnt der Dollar geringfügig auf 159,78 Yen und legt leicht auf 6,7205 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent höher bei 0,8094 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1607 Dollar und bröckelt leicht auf 0,9395 Franken ab.
Pille statt Abnehmspritze: Germany first
Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk bringt die Pillen-Variante seines Abnehmmedikaments Wegovy in Deutschland auf den Markt. Deutschland ist damit das erste Land in der EU, in dem das Präparat zur Gewichtsreduktion in dieser Form angeboten wird. Der Schritt verschärft den Wettbewerb mit dem US-Rivalen Eli Lilly auf dem lukrativen Markt für Adipositas-Medikamente.
Von der gesetzlichen Krankenversicherung wird das Mittel nicht erstattet, da Abnehmpräparate in Deutschland rechtlich als Lifestyle-Medikamente gelten. Mediziner fordern jedoch, diesen Ausschluss für schwere Fälle zu überdenken, da der Wirkstoff das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senke.
Nahost-Konflikt treibt Anleiherenditen
Die Eskalation im Nahost-Konflikt und ein steigender Ölpreis verunsichern die Anleger und treiben die Renditen von Staatsanleihen weltweit auf neue Höchststände. Der Preis für die Rohölsorte Brent klettert über die Marke von 91 Dollar je Barrel. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen steigt auf ein 20-Monatshoch von 4,78 Prozent.
An den asiatischen Börsen halten sich die Anleger daher zurück. Die Nervosität vor den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten, die den Weg für eine baldige Zinserhöhung ebnen könnten, belastet die Stimmung zusätzlich. In Japan nähert sich die Rendite der zehnjährigen Anleihen der Marke von drei Prozent, einem seit einer Generation nicht mehr gesehenen Niveau.
Shein-Aktie startet mit deutlichem Minus
Mit einem deutlichen Minus ist die Shoppingplattform Shein in der Finanzmetropole Hongkong an die Börse gegangen. Kurz nach Handelsbeginn lag die Aktie des Modeverkäufers in den ersten Minuten zeitweise mit rund acht Prozent im Minus. Ein Anteilsschein der Firma kostete zwischen 44 und 45 Hongkong-Dollar (etwa 4,83 Euro bis 4,94 Euro).
Vor dem Börsendebüt war der Angebotspreis für eine Shein-Aktie auf 48,56 Hongkong-Dollar festgesetzt worden. Der Wert des Unternehmens lag damit ungefähr bei umgerechnet rund 22,4 Milliarden Euro.
Die Plattform hatte einige Jahre auf ihren Börsenstart warten müssen. Das in China gegründete Unternehmen, das zwischen 2021 und 2022 seinen Sitz nach Singapur verlagert hatte, hatte zuvor schon an den Finanzplätzen London und New York versucht, an die Börse zu gehen. Berichten zufolge scheiterte Shein jedoch am Widerstand Pekings.
Eine Ära endet in den USA, eine neue beginnt in China
Das Wiederaufflammen der Kämpfe zwischen den USA und dem Iran sowie der damit einhergehende Ölpreisanstieg haben dem Dax den Wochenstart verhagelt. Auch die deutschen Inflationsdaten drückten auf die Stimmung der Anleger, sodass der deutsche Börsenleitindex am Ende 1,2 Prozent schwächer mit einem Stand von 26.258 Punkten schloss. Über den gesamten August betrachtet, legte er aber gut 2,5 Prozent zu.
Heute geht es weiter mit Verbraucherpreisdaten. Diesmal kommen sie aus der Eurozone. Dabei dürfte die Inflation weiter auf dem Vormarsch sein. Klarheit bringen die Daten des EU-Statistikamts für August: Experten erwarten, dass die Verbraucherpreise im Euroraum zum Vorjahr um 3,3 Prozent gestiegen sind. Im Juli lag die Teuerungsrate noch bei 2,9 Prozent. An den Finanzmärkten wird erwartet, dass die EZB den Leitzins auf der nächsten Sitzung am 10. September anheben wird, um dem Preisauftrieb Paroli zu bieten.
Auf der Unternehmensseite richtet sich der Blick zunächst nach China, denn dort feiert der einheimische Billigmodehändler Shein sein Börsendebüt an der Hongkonger Börse. Der Ausgabepreis wurde auf 48,56 Hongkong-Dollar festgelegt, etwa die Mitte der Preisspanne, zu der die Aktien zur Zeichnung angeboten wurden. Damit nimmt das in Singapur ansässige Unternehmen rund 1,7 Milliarden US-Dollar ein und kommt auf eine Bewertung von etwa 26,5 Milliarden US-Dollar. Dies ist deutlich weniger als die knapp 100 Milliarden Dollar, mit denen Shein noch 2022 bewertet worden war. Zuvor hatte der Konzern über mehrere Jahre hinweg versucht, in New York und London an die Börse zu gehen. In den USA und Europa hat Shein mit regulatorischen Hürden und wachsendem Wettbewerb zu kämpfen.
Am Nachmittag liegt der Fokus dann in den USA, denn nach rund 15 Jahren endet die Ära von Tim Cook bei Apple. John Ternus übernimmt offiziell den Chefposten. Das Apple-Eigengewächs leitete bislang die Hardware-Entwicklung und verantwortete unter anderem die Einführung der Kopfhörer AirPods sowie des MacBook Neo, mit dem das Unternehmen in den Markt preisgünstiger Laptops vorstieß. Seine Philosophie erinnert an Apple-Gründer Steve Jobs: Das Kundenerlebnis steht über der reinen Technologie.
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