In der gesamten EUZulassungen von Autos mit E-Antrieb steigen um fast 45 Prozent

In der Europäischen Union werden in diesem Jahr bis August rund 7,5 Millionen neue Fahrzeuge zugelassen. Davon sind mehr als zwei Drittel Autos, die auch einen E-Antrieb haben. Deren Absatz wird durch Förderprogramme befeuert.
Die Autoneuzulassungen in der EU sind in den ersten acht Monaten des Jahres gestiegen - vor allem der Verkauf von Elektro- und Hybridautos legte auch dank staatlicher Förderung kräftig zu. Zwischen Januar und August wurden rund 1,64 Millionen reine Elektroautos neu zugelassen, ein Anstieg um 44,9 Prozent im Vorjahresvergleich, wie der europäische Herstellerverband Acea in Brüssel mitteilte. Gründe seien Förderprogramme für E-Autos in vielen Ländern und eine größere Modellauswahl.
Insgesamt wurden in den acht Monaten bis August rund 7,5 Millionen Pkw neu zugelassen, ein Plus von 5,3 Prozent im Vorjahresvergleich. Mehr als zwei Drittel dieser Autos (68 Prozent) waren E-Autos, Hybridautos oder Plug-in-Hybride. Der Marktanteil reiner E-Autos lag bei 21,7 Prozent. Vor allem in Deutschland, Frankreich und Dänemark legten die Verkäufe reiner E-Autos sehr stark zu.
Meistverkaufte Antriebsart war in den acht Monaten weiterhin der Plug-in-Hybrid: Hier wurden 2,7 Millionen Neuzulassungen registriert, ein Marktanteil von 36,6 Prozent. Die Neuzulassungen von Benzin- und Dieselautos gingen weiter zurück.
Subventionierung als Treiber
Autoexperte Constantin Gall vom Beratungsunternehmen EY erklärte, die Förderprogramme für E-Autos in vielen EU-Ländern hätten für den massiven Anstieg der Elektro-Neuzulassungen gesorgt und auch den Gesamtmarkt "ins Positive" geschoben. Der Aufwärtstrend sei also "in erster Linie auf die Subventionierung der E-Mobilität zurückzuführen".
Er mahnte, die Autohersteller müssten sich auf "weitere schwierige Jahre einstellen". Die konjunkturelle und politische Situation bleibe sehr schwierig, eine Verbesserung der Lage sei nicht absehbar. Stattdessen stiegen die Risiken. Der hohe Ölpreis, Furcht vor einer Energiekrise im Winter, eine hohe Inflation, eine steigende Arbeitslosigkeit gerade unter jüngeren Leuten und das Erstarken der politischen Ränder - "all das führt zu Verunsicherung und Kaufzurückhaltung".
Die Fördermaßnahmen für E-Autos kämen außerdem "überproportional stark" chinesischen Herstellern und dem US-Unternehmen Tesla zugute, betonte Gall. Diese böten im niedrigeren und mittleren Preissegment teilweise sehr wettbewerbsfähige Modelle und oft zudem auch attraktive Finanzierungskonditionen an. Im August sei jeder neunte in der EU neu zugelassene Pkw ein chinesisches Fabrikat gewesen. Der Marktanteil deutscher Hersteller dagegen schrumpfe - im August von 41,3 auf 39,1 Prozent.
