Wirtschaft

Ölpreis steigt deutlichZinsängste schicken Wall Street auf Talfahrt

07.10.2026, 23:38 Uhr
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Höhere Anleiherenditen sorgen für Sorgenfalten. (Foto: picture alliance / Sipa USA)

Steigende Renditen und ein Ölpreis von zeitweise über 100 Dollar pro Barrel wecken bei immer mehr Anlegern neue Inflationsängste. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen klettert zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit 24 Jahren.

Die Furcht vor einer hartnäckigen Inflation und steigende Anleiherenditen haben die Wall Street am Mittwoch ins Minus gedrückt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,7 Prozent tiefer bei 51.180 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,2 Prozent auf 7801 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,2 Prozent auf 27.539 Punkte. Damit brachen die jüngsten Gewinnserien der drei großen US-Aktienindizes ab. Noch am Vortag hatten S&P 500 und Nasdaq Rekordstände erreicht. "Das dritte Quartal sollte eigentlich das schwache Quartal des Jahres werden, wir sollten eine Korrektur bekommen", sagte Thomas Martin, Portfoliomanager bei GLOBALT. "Das ist nicht passiert, also freuen wir uns und nehmen etwas Geld vom Tisch."

Sorgen über die hohe Staats- und Unternehmensverschuldung sowie ein erneuter Anstieg der Renditen langlaufender US-Staatsanleihen waren der Auslöser für die Zurückhaltung der Anleger. Die Rendite der 30-jährigen Papiere erreichte zwischenzeitlich ein 24-Jahres-Hoch. Der Preis für die Nordsee-Rohölsorte Brent kletterte zudem wegen Angebotssorgen infolge des Krieges im Iran kurzzeitig über die Marke von 100 Dollar pro Barrel. Dies schürte neue Inflationsängste und die Sorge vor einem länger anhaltenden Zinserhöhungszyklus der Notenbanken. Die Aktienmärkte dämmten ihre Verluste im Handelsverlauf jedoch etwas ein. Zuvor hatte die Internationale Energieagentur (IEA) eine beschleunigte Freigabe von Ölreserven mit Schwerpunkt auf Diesel angekündigt, woraufhin die Ölpreise sanken.

Die am Mittwoch veröffentlichten Protokolle der September-Sitzung der US-Notenbank Fed zeigten derweil Uneinigkeit über die Begründung für die jüngste Zinsanhebung. Die Währungshüter hatten seinerzeit einstimmig die erste Zinserhöhung seit Juli 2023 beschlossen. Einige Teilnehmer sahen den Schritt als notwendig an, um die Auswirkungen der Energiepreisschocks einzudämmen. Andere wollten dagegen die nachfragegetriebene Inflation bekämpfen. Die Finanzmärkte schätzen die Wahrscheinlichkeit für eine zweite Zinserhöhung in Folge auf der Oktober-Sitzung laut dem FedWatch-Tool der CME derzeit auf weniger als 20 Prozent. Der Wert hatte in der Vorwoche noch bei 37,6 Prozent gelegen. Der Markt erwarte für Oktober eine Zinspause, auch wenn grundsätzlich mit weiteren Zinserhöhungen gerechnet werde, erklärte Martin.

Der Anstieg der Anleiherenditen trieb zudem die Zinsen für 30-jährige Festhypotheken auf ein fast dreijähriges Hoch. Die Indizes für die Immobilienbranche und die Hausbauer gaben in der Folge um 2,3 beziehungsweise 2,9 Prozent nach. Chipwerte schlossen ebenfalls im Minus. Sie hatten im bisherigen Jahresverlauf um mehr als 80 Prozent zugelegt.

Die Aktien von SpaceX gaben nach. Das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk sucht Medienberichten zufolge nach einer Finanzierung in Höhe von 40 Milliarden Dollar für den Kauf von Nvidia-Chips.

Quelle: ntv.de, bho/rts

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