Kerosin treibt die KostenLufthansa kündigt deutlichen Anstieg von Flugpreisen an

Die Lufthansa steigert ihren Gewinn im dritten Quartal, obwohl sie über eine halbe Milliarde Euro zusätzliche Kerosinkosten aufbringen muss. Für das kommende Jahr kündigt Konzernchef Carsten Spohr noch höhere Kosten und damit auch höhere Ticketpreise an.
Die Tickets bei der Lufthansa werden wegen der hohen Treibstoffpreise im kommenden Jahr teurer: Die Ticketpreise würden im zweistelligen Prozentbereich steigen, kündigte Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei der Vorlage der Quartalszahlen an. Lufthansa musste im dritten Quartal über eine halbe Milliarde Euro mehr für Kerosin ausgeben als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr summieren sich die Mehrkosten auf rund zwei Milliarden Euro. Der Konzern rechnet mit nochmal höheren Treibstoffkosten im kommenden Jahr.
Wirtschaftlich sei 2026 ein "besonders anspruchsvolles Jahr", sagte Spohr weiter - die Nachfrage nach Flugreisen dagegen sei trotz Konflikten und Unsicherheiten weiter gestiegen. "Die Lage, in der wir uns global befinden, hätte in früheren Jahren eher zu Geschäftseinbrüchen und Branchenkrisen geführt, aber es hat sich grundlegend verändert." Trotz des Iran-Kriegs war das Sommerquartal für die Lufthansa demnach das umsatzstärkste in der ganzen Unternehmensgeschichte und beim Gewinn "eins der besten drei Quartale, die wir je hatten".
Der Umsatz von Juli bis September stieg um neun Prozent im Vorjahresvergleich auf 12,2 Milliarden Euro, der Gewinn wuchs um 30 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro. Besonders stark war die Nachfrage laut Lufthansa bei Premium-Tickets nach Asien und Nordamerika. Zudem habe der Boom bei der Errichtung von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz die Geschäfte der Frachttochter Cargo "deutlich beflügelt", sagte Spohr. Zum Lufthansa-Konzern gehören neben der Kernmarke weitere Gesellschaften wie Swiss, Brussels und Eurowings.
Die Kerosinkosten für das laufende Jahr dürften laut Konzern 9,3 Milliarden Euro betragen. Finanzvorstand Till Streichert sagte, Lufthansa erwarte, dass die Treibstoffrechnung im kommenden Jahr über dem Niveau von 2026 liegen wird. "Das kann sich natürlich auch noch und hoffentlich zum Positiven ändern, wenn die geopolitische Situation sich entspannt", fügte er hinzu.
Die Gewinnerwartung für das Gesamtjahr reduzierte die Lufthansa leicht von bislang 1,7 bis 2,2 Milliarden auf 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro.
