Wirtschaft

Forderung nach fairer BalanceIG Metall fordert fünf Prozent mehr Lohn für VW-Mitarbeiter

22.09.2026, 20:54 Uhr
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VW-Betriebsratschefin und Tarifkommissionsmitglied Daniela Cavallo wies darauf hin, dass die Haustarif-Beschäftigten zuletzt im Mai 2024 mehr Geld bekommen hätten.

Die Krise der Branche trifft Volkswagen mit voller Wucht: Zehntausende Jobs fallen weg, Werke stehen auf der Kippe. Unabhängig davon fordert die IG Metall für VW-Mitarbeiter mehr Geld. Schließlich habe das Unternehmen auch Milliarden an Aktionäre ausgeschüttet.

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten von Volkswagen fünf Prozent mehr Geld. Die Tarifkommission habe die Forderung einstimmig beschlossen, teilte die Gewerkschaft mit. Das Plus soll auch für Auszubildende gelten. Zusätzlich verlangt die IG Metall eine soziale Komponente zugunsten der unteren Entgeltgruppen. Die Laufzeit soll demnach zwölf Monate betragen. Der Haustarifvertrag gilt nach Gewerkschaftsangaben für rund 130.000 VW-Beschäftigte in Braunschweig, Chemnitz, Dresden, Emden, Hannover, Kassel, Salzgitter, Wolfsburg und Zwickau. Gemessen an der Beschäftigtenzahl gelte er als einer der größten Firmentarifverträge Deutschlands.

Niedersachsens IG-Metall-Bezirksleiter und VW-Verhandlungsführer Thorsten Gröger teilte mit: "Wir wissen, dass Volkswagen vor großen Herausforderungen steht. Aber die Antwort darauf kann nicht lauten, die Beschäftigten gegen die Zukunft des Unternehmens auszuspielen." Sie hätten in den vergangenen Jahren bereits erhebliche Einschnitte getragen. Zugleich habe Volkswagen Milliarden an seine Aktionäre ausgeschüttet. "Wir brauchen eine faire Balance zwischen den Beschäftigten und der Verantwortung des Unternehmens sowie den Eigentümern", sagte Gröger laut Mitteilung.

VW-Betriebsratschefin und Tarifkommissionsmitglied Daniela Cavallo wies darauf hin, dass die Haustarif-Beschäftigten zuletzt im Mai 2024 mehr Geld bekommen hätten. "Seither steigen die Preise des täglichen Lebens vom Supermarkt über die Zapfsäule bis hin zu Versicherungstarifen. Das ist für unsere Kolleginnen und Kollegen nicht anders als bei allen anderen Beschäftigten". Jetzt geht es darum, einen fairen Anteil zu fordern.

Mit dem Beschluss folgt die Tarifkommission den Forderungen der IG Metall für den Flächentarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie. Der Haustarifvertrag bei der Volkswagen AG ist zum 31. Dezember gekündigt. Am 1. Januar läuft die Friedenspflicht aus, dann sind Warnstreiks möglich. Ob diese "erforderlich werden, entscheidet sich am Verlauf der Verhandlungen", hieß es. Einen Termin mit dem Unternehmen gibt es der IG Metall zufolge noch nicht.

"Diese Tarifrunde wird hart, und sie wird voraussichtlich konfliktärer werden als die Auseinandersetzung von 2024", sagte Gröger. Damals hatte die IG Metall die Produktion mehrfach mit Warnstreiks lahmgelegt. Erst kurz vor Weihnachten kam es nach einem einwöchigen Verhandlungsmarathon zum Kompromiss. Dieser sah den Abbau von 35.000 Jobs in Deutschland bis 2030 vor. Außerdem wurden Bonuszahlungen und Zulagen gekürzt und Lohnerhöhungen auf Eis gelegt. Im Gegenzug verzichtet VW auf betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen - und sagte Investitionen und Produkte für deutsche Werke zu.

Ziel seien verbindliche Perspektiven

Abmachungen, die die Gewerkschaft angesichts neuer Sparpläne in Gefahr sieht. Daher will die Gewerkschaft auch über die Standorte hierzulande sprechen: "Zur Tarifrunde gehört für uns ebenso die Frage, welche industrielle Perspektive alle Werke über 2030 hinaus haben", sagte Gröger. Das Ziel seien verbindliche Perspektiven.

Die Krise der Branche trifft Europas größten Autobauer aktuell mit Wucht: Um robuster und wettbewerbsfähiger zu werden, will der Konzernvorstand in den kommenden Jahren weitere 50.000 Jobs weltweit streichen. Davon etwa die Hälfte in Deutschland. Wie viele davon bei Volkswagen direkt - und nicht bei anderen Kontermarken - wegfallen sollen, ist bislang nicht öffentlich bekannt. Über die Pläne muss ohnehin erst noch mit den Arbeitnehmern verhandelt werden. Außerdem ist die Zukunft der VW-Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie des Audi-Standorts Neckarsulm offen.

Quelle: ntv.de, jki/dpa

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