Wirtschaft

Erstmals seit 2022Europäischer Gaspreis steigt über 100 Euro

28.10.2026, 16:52 Uhr
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Aufgrund laufender Lieferverträge springen die Preise für Kochen und Heizen nicht sofort nach oben - indirekt spüren Verbraucher den Anstieg allerdings schon. (Foto: picture alliance / APA-Images)

Der Ölpreis geht durch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran bereits massiv nach oben. Gleiches betrifft auch den Gaspreis - allerdings lange nicht so massiv. Seit Mitte September gibt es einen erheblichen Sprung - auf nun über 100 Euro je Megawattstunde.

Der europäische Gaspreis steigt im Zuge des Iran-Krieges weiter an. Der als Referenz für die Großhandelspreise geltende Terminkontrakt TTF an der Energiebörse in den Niederlanden stieg erstmals seit 2022 kurzzeitig über 100 Euro pro Megawattstunde. Grund für den Anstieg sind insbesondere die Verwerfungen auf den Energiemärkten infolge des Iran-Krieges. Fünf Tage vor Beginn der Bombardierung des Landes lag der Preis noch unter 32 Euro. Er hat sich damit seit Beginn des Krieges Ende Februar verdreifacht.

Zudem sind die Gasspeicher in Europa derzeit weniger gefüllt als zum gleichen Vorjahreszeitpunkt: Nach Angaben der europäischen Plattform zur Gasspeicherung (Agsi) liegt der Wert bei knapp 75 Prozent. Vor einem Jahr waren es knapp 83 Prozent. Vor allem in Deutschland ist die Lage vor dem Winter vergleichsweise schlecht: Die Reserven liegen laut Agsi bei 61,6 Prozent - gegenüber fast 75 Prozent zum selben Zeitpunkt im Jahr 2025. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 war der Preis allerdings noch erheblich stärker gestiegen - damals lag er teils deutlich über 100 Euro und in der Spitze bei fast 340 Euro.

Für die meisten Haushalte hat der aktuelle Anstieg des Gaspreises zunächst keine direkten Auswirkungen, da sie länger laufende Verträge haben. Preisänderungen an der Börse kommen erst mit Verzögerung bei Bestandskunden an. Allerdings schlagen sie sich bereits in den Rechnungen der Verbraucher indirekt nieder - etwa über gestiegene Preise im Supermarkt. Einige Industriezweige wie die Düngemittel-, Chemie- und Stahlindustrie, die Gas als Rohstoff verwenden, haben ihre Produktion bereits gedrosselt.

Analysten erwarten, dass die Gaspreise mindestens ein weiteres Jahr hoch bleiben werden, selbst wenn der Krieg beigelegt würde und der Winter mild ausfallen sollte. Grund dafür seien die auf Rekordtiefstände gesunkenen Gasspeicher, die wieder aufgefüllt werden müssten.

Quelle: ntv.de, als/AFP/rts

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