Wirtschaft

China-Geschäft bricht einDeutsche Exporte gehen überraschend zurück

08.09.2026, 09:38 Uhr
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"Made in Germany" war im Juli sowohl in China als auch in der EU weniger gefragt als im Juni. (Foto: picture alliance/dpa)

Fünf Monate lang legen die Ausfuhren deutscher Produkte zu. Im Juli endet die Erfolgsserie jedoch. Während die USA deutlich mehr importieren, kauft China viel weniger. Die Aussichten sind trotzdem gut.

Die Erfolgsserie der deutschen Exporteure ist im Juli wegen der schwächeren Nachfrage aus Europa und China gerissen. Nach zuvor fünf Anstiegen in Folge sanken die Ausfuhren erstmals wieder. Sie gaben um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf 138,2 Milliarden Euro nach, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Mini-Wachstum vom 0,1 Prozent gerechnet. Verglichen mit Juli 2025 zogen die Exporte aber um 6,1 Prozent an.

In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union wurden im Juli Waren im Wert von 78 Milliarden Euro und damit 1,6 Prozent weniger als im Vormonat exportiert. Die meisten Ausfuhren in ein einzelnes Land gingen erneut in die USA: Dorthin wurden deutsche Waren im Wert von 14,4 Milliarden Euro geliefert und damit 19,1 Prozent mehr als im Vormonat. Das deutsche China-Geschäft brach um 9,5 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro ein.

Auch die Importe gingen im Juli zurück, und zwar um 5,7 Prozent zum Vormonat auf 116,9 Milliarden Euro. Die deutsche Handelsbilanz - Exporte minus Importe - wies ein Plus von 21,3 Milliarden Euro auf.

Für die kommenden Monate zeichnet sich aber eine Belebung ab: Ein starkes Europageschäft und der KI-Boom lassen die deutschen Exporteure so optimistisch nach vorn blicken wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr. Das Barometer für die Exporterwartungen stieg im August deutlich auf plus 9,6 Punkte, von minus 2,8 Zählern im Juli. Dies ist der höchste Wert seit Februar 2022, wie das Münchner Ifo-Institut bei seiner Unternehmensumfrage herausfand. Damals begann der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Es ist zugleich der kräftigste Anstieg seit mehr als sechs Jahren. "Die Exportwirtschaft nimmt Fahrt auf", sagte Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe. Digitalisierung und KI-Boom helfen demnach der heimischen Industrie, da für den Bau von Rechenzentren in vielen Bereichen deutsche Technik gefragt ist.

Quelle: ntv.de, chl/rts

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